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Ulrich Ermann
Ulrich Ermann (* 19. Dezember 1971 in Erlangen) ist ein deutscher Geograph und Hochschullehrer. Seit 2012 ist er Professor für Humangeographie am Institut …
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Geograph und Hochschullehrer
Ulrich Ermann (* 19. Dezember 1971 in Erlangen) ist ein deutscher Geograph und Hochschullehrer. Seit 2012 ist er Professor für Humangeographie am Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz; die Professur berücksichtigt auch die Fachdidaktik, also die Lehre und Vermittlung des Fachs.
Er studierte von 1992 bis 1998 Geographie, Wirtschaftswissenschaften und Didaktik der Geographie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dort promovierte er 2003 zum Dr. phil. Berufliche Stationen führten ihn unter anderem an das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung in Berlin, das Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. 2010 war er DAAD-Gastdozent in Sofia.
Forschung zu Konsum, Lebensmitteln und Regionen
Ermann arbeitet in der Humangeographie, besonders in Wirtschaftsgeographie und Kulturgeographie. Sein zentrales Forschungsfeld sind die räumlichen Zusammenhänge von Konsum, Waren und Märkten. Dazu gehören auch Agro-Food Studies und Food Geographies, die sich mit Landwirtschaft, Lebensmitteln, Ernährung sowie deren Produktion, Vermarktung und Konsum beschäftigen.
Wichtige Themen sind Regionalprodukte, regionale Marken und die geschützte geografische Herkunft von Lebensmitteln. Dabei untersucht er beispielsweise, wie Herkunft von Nahrungsmitteln vermarktet und als authentisch dargestellt wird. Weitere Schwerpunkte sind moralischer Konsum, nachhaltige Ernährung, globale Lebensmittelproduktion, Marken und Mode sowie Handel und Konsum.
Konzeptionell nutzt Ermann Ansätze aus den Science and Technology Studies (STS), die Wissenschaft, Technik und Gesellschaft gemeinsam betrachten, und aus der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT). ANT richtet den Blick auf Netzwerke aus menschlichen und nichtmenschlichen Beteiligten, etwa Konsumentinnen und Konsumenten, Produkten, Marken, Regeln oder technischen Dingen.
Publikationen und wiederkehrende Themen
Die Publikationen zeigen seine Forschungsschwerpunkte. Seine Dissertation trägt den Titel „Regionalprodukte. Vernetzungen und Grenzziehung bei der Regionalisierung von Nahrungsmitteln“ (2003); die Buchausgabe erschien 2005 bei Franz Steiner Verlag, eine Neuauflage 2014.
Mit Ernst Langthaler, Marianne Penker und Markus Schermer veröffentlichte er „Agro-Food Studies. Eine Einführung“ (2017; Veröffentlichung im Böhlau Verlag: 2018). Zu seinen weiteren Arbeiten gehören „Branding the Nation, the Place, the Product“ (2017, mit Klaus-Jürgen Hermanik als Herausgeber), Beiträge zur geographischen Konsumforschung und zu den „Geographien des Handels und des Konsums“ (2019) sowie „Die Region. Eine Begriffserkundung“ (2022, mit Malte Höfner, Sabine Hostniker, Ernst Michael Preininger und Danko Simić als Herausgebern).