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Totoaba
Der Name Totoaba (Totoaba macdonaldi) oder Totuava ist die Bezeichnung für einen Umberfisch (aufgrund der trommelartigen Laute der Männchen auch „Trommler“ …
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Einordnung und Gefährdung
Die Totoaba (Totoaba macdonaldi), auch Totuava genannt, ist ein Umberfisch (Sciaenidae). Umberfische werden wegen der trommelartigen Laute der Männchen auch „Trommler“ genannt. Die Art ist die einzige rezente Art der Gattung Totoaba und gilt aufgrund ihrer besonderen Ökologie, der menschlichen Veränderung ihres Lebensraums und fortgesetzter illegaler Fischerei als bedroht.
Der Fang der Totoaba ist seit 1975 verboten. Sie wurde 1976 in den CITES-Anhang I aufgenommen, 1979 auf die US-Liste gefährdeter Arten gesetzt und wird laut Artikel von der IUCN als „Vulnerable under criteria A4bd“ geführt. Die Angaben zur historischen Entwicklung des Bestands und zur früheren Populationsgröße sind teilweise umstritten; außerdem weist der Ausgangsartikel auf fehlende Quellen und Überarbeitungsbedarf in diesem Bereich hin.
Körperbau und Nahrung
Die Totoaba ist der größte Umberfisch der westlichen Hemisphäre. Weibchen können über 2 m lang und über 100 kg schwer werden; Männchen bleiben deutlich kleiner. Frühere Fangberichte nennen bis zu 330 Pfund, etwa 150 kg, sind aber nicht belegbar. Die Tiere können 15 Jahre alt werden.
Die Körperform ähnelt einem Seebarsch der Gattung Dicentrarchus. Kennzeichnend sind eine große, fächerförmige, annähernd fünfeckige Schwanzflosse, hell silbrige bis bräunliche Färbung und dunkle Flossen. Jungfische besitzen eine gefleckte Rückenseite. Angegeben werden für die Flossenstrahlen: Dorsale 1 X–XII, Dorsale 2 I/~25, Anale II (schwach)/7–9 und Pectorale 15–17. Es gibt ungefähr 60 Seitenlinien-Schuppen und 29 Wirbel, das Maximum bei Sciaeniden.
Das fast oberständige Maul ist nicht sehr groß. Die Kieferrandzähne sind schwach, doch besitzt der Fisch vorne am Prämaxillare und innen am Dentale größere Fangzähne. Seine quetschende Schlundbezahnung erlaubt ihm, benthische, also am Boden lebende, und nektische, frei schwimmende, Krebstiere zu fressen. Als in Schulen jagender Raubfisch bevorzugt er jedoch Sardinen der Gattung Sardinops, Anchovis der Gattung Anchoa, besonders A. ischana, und Königsmakrelen (Scomberomorus concolor). Außerdem frisst er Plattfische und kleinere Umbern. Zur Lauterzeugung („Trommeln“) liegen laut Artikel keine Untersuchungen vor.
Lebensraum und Fortpflanzung
Die Totoaba kommt ausschließlich im nördlichen Golf von Kalifornien, auch Cortés-See, vor und verlässt diesen Golf nie. Das Hauptverbreitungsgebiet reicht ungefähr bis zur Tortuga-Insel bei 27°50'N; weiter südlich werden höchstens einzelne Tiere gefunden.
Das Mündungsästuar des Colorado-Flusses ist Laich- und Entwicklungsgebiet der Jungfische. Ein Ästuar ist ein vom Meer beeinflusstes Flussmündungsgebiet mit Brackwasser; für Jungfische sind etwa 2 % Salinität optimal. Früher zogen Totoaba-Schwärme vom Spätherbst bis zum Frühling wiederholt in das großräumig verbrackte Mündungsgebiet, um zu laichen. Seit einigen Jahrzehnten findet der Laichzug höchstens einmal pro Jahr statt, meist im Februar. Auch kleine, in der Regenzeit entstehende Brackzonen anderer Flüsse können geeignete Laichgebiete sein.
Männchen werden mit 6 Jahren, Weibchen mit 7 Jahren geschlechtsreif; dann sind sie etwa 60–75 cm lang.
Evolutionäre Einordnung
Gilbert ordnete die Art zunächst der Gattung Cynoscion zu, weil sie äußerliche Merkmale von Jägern des freien Wassers zeigt. Diese Ähnlichkeiten werden im Artikel als Konvergenz bezeichnet: Ähnliche Merkmale entstehen unabhängig voneinander bei Arten mit ähnlicher Lebensweise. Später wurden Beziehungen zur südostasiatischen Gattung Bahaba erwogen, unter anderem wegen des Baus der Otolithen. Otolithen sind Gehörsteine von Fischen. Eine solche Verwandtschaft gilt jedoch als wenig plausibel, weil die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Sciaenidae noch unklar sind.
Vermutet wird, dass die Totoaba im Golf von Kalifornien aus „corvina“-ähnlichen Vorfahren zu einem Spitzenprädator evoluiert ist. Fossile Otolithen aus marinen Sandschichten des Untermiozäns bei Bakersfield in Kalifornien werden Totoaba fitchi zugeschrieben. Heute ist die Gattung Totoaba monotypisch, enthält also nur eine lebende Art.
Menschliche Nutzung und Schutzprobleme
Die indigene Bevölkerung Niederkaliforniens und Sonoras jagte Totoabas traditionell vom Boot aus mit Speeren. Im kommerziellen Fang wurden die Fische ab etwa 1915 zunehmend vor allem wegen ihrer Schwimmblase getötet. Diese enthält Ichthyokoll (Isinglass), ein gallertiges Kollagen, das für bestimmte Suppenzubereitungen verwendet wird. Besonders gefragt waren Schwimmblasen von Weibchen, weil sie einfacher zu gewinnen waren. Nach Darstellung des Artikels wurden die übrigen Fischkörper dabei häufig weggeworfen.
Die getrocknete Schwimmblase wird illegal gehandelt und ist in China als Heilmittel, Statussymbol, Geldanlage sowie Zutat für Suppen gefragt. Der Artikel nennt deshalb hohe Schmuggelgewinne: Fischern würden 500 bis 3.000 US-Dollar je Kilogramm bezahlt, in China und Hongkong bis zu 80.000 US-Dollar. Der Handel ist auch dort illegal. Totoaba werden laut Artikel teilweise illegal gefangen und als „Weißer Seebarsch“ deklariert exportiert.
Neben Überfischung verschlechterten sich die Bedingungen im Laichgebiet. Seit den 1930er Jahren nahm die Wassermenge des Colorado River durch Bewässerung und Trinkwasserentnahmen um mehr als 95 % ab. Dadurch stieg die Salinität im Ästuar; Kunstdünger und später Pestizide belasteten das Gebiet zusätzlich. Die Fänge sanken von über 2.000 Tonnen im Jahr 1943 auf 58 Tonnen im Jahr 1975. Auch große Eizahlen reifer Weibchen sichern keine rasche Erholung einer zuvor stark dezimierten Population. Zuchtmaßnahmen, teils mit Entsalzungsanlagen, hatten bislang keine deutliche Verbesserung bewirkt.
Ein zentrales Schutzproblem ist der Beifang des Kalifornischen Schweinswals (Vaquita, Phocoena sinus) in Kiemen-, Stell- und Treibnetzen für Totoaba. Die Vaquitas können sich darin verfangen und ertrinken, weil sie nicht zum Atmen auftauchen können. Der Artikel nennt einen Bestandsrückgang um 98 % von 570 Tieren 1997 auf 10 im Jahr 2018 und 8 im März 2023. Die IUCN führt die Vaquita als „Critically Endangered“. Wegen unzureichender Durchsetzung des Fangverbots belegte CITES Mexiko im März 2023 mit Sanktionen.