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Tonverwandtschaft

Unter Tonverwandtschaft versteht man in der Musik Beziehungen zwischen Tönen, Akkorden oder Tonarten (bzw. Tonleitern), die sich auf Grund gewisser …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Gemeinsame Töne
  3. 3. Quintenzirkel und Terzverwandtschaft
  4. 4. Hindemiths Ordnung

Grundidee

Tonverwandtschaft bezeichnet in der Musik Beziehungen zwischen Tönen, Akkorden oder Tonarten beziehungsweise Tonleitern. Solche Beziehungen gelten als näher oder ferner, je nachdem, nach welchen Kriterien man sie betrachtet. Eine völlig eindeutige Ordnung der Tonverwandtschaften ist kaum möglich, weil verschiedene Blickwinkel zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.

Gemeinsame Töne

Ein wichtiges Kriterium für die Verwandtschaft von Akkorden und Tonarten ist die Anzahl gemeinsamer Töne. Paralleltonarten sind sehr eng verwandt, weil sie in allen Tönen übereinstimmen. Parallelakkorde gelten ebenfalls als eng verwandt, weil sie zwei gemeinsame Töne haben.

Dieses Kriterium reicht allein aber nicht aus. Der G-Dur-Dreiklang g-h-d und der E-Dur-Dreiklang e-gis-h haben mit dem C-Dur-Dreiklang c-e-g jeweils genau einen Ton gemeinsam. Trotzdem ist ihre Verwandtschaft zu C-Dur nicht gleich stark, weil noch andere musikalische Zusammenhänge eine Rolle spielen.

Quintenzirkel und Terzverwandtschaft

Der Quintenzirkel zeigt, welche Tonarten quintverwandt sind. Je näher Tonarten oder Akkorde im Quintenzirkel beieinander liegen, desto stärker gelten sie als verwandt. So ist G-Dur der unmittelbare Nachbar von C-Dur und daher eng verwandt. E-Dur liegt dagegen vier Schritte von C-Dur entfernt: C-G-D-A-E. Deshalb ist E-Dur mit C-Dur deutlich weniger verwandt als G-Dur.

Die Quintverwandtschaft kann mit der Terzverwandtschaft in Konflikt geraten. Die Terzverwandtschaft wurde im 19. Jahrhundert wichtiger. Arnold Schönberg betonte, dass der Quintenzirkel die Verwandtschaft zweier Tonarten nur „bis zu einem gewissen Grade“ ausdrücke. Als Beispiel nennt er C-Dur und A-Dur: Durch A-Moll bestehe zwischen ihnen eine Verwandtschaft, die stärker sei als die von C-Dur mit D-Dur.

Hindemiths Ordnung

Paul Hindemith versuchte in seiner Unterweisung im Tonsatz, Tonverwandtschaften systematisch zu klären. Er leitete aus der Obertonreihe seine sogenannte Reihe 1 ab und postulierte damit eine klare Abstufung von Verwandtschaftsgraden.

Ausgehend vom Ton C lautet diese Reihenfolge: C-G-F-A-E-Es-As-D-B-Des-H-Fis(Ges). Wegen bestimmter Anfechtbarkeiten seines Herleitungsverfahrens fand Hindemiths Theorie jedoch keine allgemeine Anerkennung.

Lernvideos zu Tonverwandtschaft

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