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Tawāf
Tawāf (arabisch طواف , DMG Ṭawāf) ist die siebenmalige Umkreisung der Kaaba in Mekka. Sie findet üblicherweise im Rahmen des Haddsch oder der Umra statt …
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Kern und Ablauf
Tawāf (arabisch طواف, DMG Ṭawāf) ist die siebenmalige Umkreisung der Kaaba in Mekka. Er gehört üblicherweise zum Haddsch oder zur Umra, kann aber auch unabhängig davon während eines längeren Aufenthalts in Mekka vollzogen werden. Gültig ist er nur, wenn die Person sich im Zustand ritueller Reinheit befindet.
Der Tawāf beginnt am Schwarzen Stein und wird gegen den Uhrzeigersinn ausgeführt. Die ersten drei Umkreisungen sollen im Laufschritt zurückgelegt werden; dieser Laufschritt heißt ramal. Bei jedem Vorbeigehen soll der Schwarze Stein geküsst oder berührt werden. Wenn das wegen des Gedränges nicht möglich ist, soll man die Hand in seine Richtung ausstrecken. Nach den sieben Umkreisungen folgt ein Gebet mit zwei Rakʿas, also zwei Gebetseinheiten. Der Bereich in der al-Harām-Moschee, auf dem der Tawāf vollzogen wird, heißt Matāf.
Historische Entwicklung
In vorislamischer Zeit wurde der Umlauf um die Kaaba vielfach nackt vollzogen. In Sure 7:31 soll diese Praxis den Anhängern des Propheten Mohammed verboten worden sein.
In der islamischen Frühzeit gab es den Brauch, Frauen, die verheiratet werden sollten, und Sklavinnen, die verkauft werden sollten, unverschleiert und in vollem Schmuck den Tawāf vollziehen zu lassen. Dadurch sollten mögliche Brautwerber oder Käufer die Frauen betrachten können. Umar ibn al-Chattab soll den Verkauf von Sklavinnen auf diese Weise befürwortet haben. Anfang des 8. Jahrhunderts lehnte der mekkanische Rechtsgelehrte ʿAtāʾ ibn Rabāh diese Form des Schau-Tawāfs für freie Frauen ab. Etwa zur gleichen Zeit führte der umayyadische Gouverneur Chālid al-Qasrī eine Trennung der Geschlechter beim Tawāf ein. Unter dem abbasidischen Kalifen al-Ma'mun (813–833) wurde täglich nach dem Nachmittagsgebet eine besondere Zeit für den Tawāf der Frauen reserviert. Diese Regeln sollten dem Heiligen Bezirk von Mekka größere Würde verleihen und den Tawāf zu einer ernsteren Zeremonie machen.
Auch der Umgang mit Stimme und Sprache veränderte sich. Aus frühen Überlieferungen ist bekannt, dass während des Tawāf gesungen oder Gedichte rezitiert wurden. Später setzte sich die Auffassung durch, man solle während des Tawāf schweigen oder das Sprechen auf „gute Rede“ beschränken.
Überlieferte Erscheinungen
Vom abbasidischen Kalifen al-Mansūr und von verschiedenen frommen Gelehrten, darunter Sufyān ibn ʿUyaina (gestorben 814), wird überliefert, dass ihnen während des Tawāf Chidr erschien.