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Sumerische Königsliste
Die sumerische Königsliste (abgekürzt auch SKL) ist ein antikes sumerisches Werk, das sumerische und akkadische Herrscher aus der Zeit vom Ende des vierten bis …
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Bedeutung und Inhalt
Die sumerische Königsliste (SKL) ist ein antikes Werk in sumerischer Sprache. Sie nennt sumerische und akkadische Herrscher vom Ende des vierten bis zum Beginn des zweiten Jahrtausends v. Chr. und verzeichnet jeweils ihren Namen, ihren Herrschaftsort und die Dauer ihrer Regentschaft. Vermutlich sollte sie die Hoheitsansprüche verschiedener Königreiche und Stadtstaaten im südlichen Mesopotamien begründen.
Die Abfassung wird frühestens in die Regierungszeit Utuḫengals am Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. und spätestens in die Isin-Epoche am Anfang des zweiten Jahrtausends v. Chr. datiert. Die Liste erwähnt auch die Sintflut: Nach der Flut sei das Königtum vom Himmel herabgekommen und zunächst in Kiš gewesen.
Überlieferung auf dem Prisma
Die Königsliste ist auf mehreren Schriftträgern überliefert. Die vollständigste und umfangreichste Fassung steht auf einem Weld-Blundell-Prisma, das nach dem Forschungsreisenden Herbert Weld Blundell benannt ist. Er brachte 1922 sechs Prismen aus dem Irak mit.
Das viereckige Prisma wurde in Larsa am Euphrat gefunden, wahrscheinlich aber um 1800 v. Chr. in Isin oder Nippur hergestellt. Es befindet sich unter der Inventarnummer AN1923.444 im Ashmolean Museum in Oxford. Der Tonquader besitzt vier mit Keilschrift beschriebene Seiten, die jeweils 20 cm hoch und 9 cm breit sind. Eine senkrechte Bohrung durch die Mitte ermöglichte es, das Prisma an einer passenden Aufhängung zu drehen.
Aussagekraft und Grenzen
Die Königsliste gehört zu den wichtigsten Zeugnissen für die Geschichte und Chronologie Sumers. Ihre Darstellung ist jedoch problematisch: Sie ordnet sämtliche Dynastien in eine einzige zeitliche Abfolge ein, obwohl einige von ihnen gleichzeitig herrschten. Eine Dynastie ist hier eine Folge von Herrschern; ihre Macht war häufig auf einen Stadtstaat oder eine lockere Oberhoheit beschränkt.
Außerdem fehlen wichtige Dynastien. Als Beispiel nennt der Artikel die 2. Dynastie von Lagasch, zu der der bedeutende Herrscher Gudea gehörte. Die Liste darf deshalb nicht als lückenlose und vollständig zuverlässige Chronologie verstanden werden.
Erfasste Herrschaftszentren
Für die Zeit „nach der Flut“ werden Herrscher verschiedener sumerischer Stadtstaaten aufgeführt:
- Kiš: 1.–4. Dynastie, etwa 2800 bis etwa 2380 v. Chr.
- Uruk: 1.–6. Dynastie, etwa 2770 bis 1802 v. Chr.
- Ur: 1.–3. Dynastie, etwa 2600 bis 2004 v. Chr.
- Lagasch: 1.–2. Dynastie, etwa 2550 bis 2110 v. Chr.
- Umma: etwa 2500 bis 2347 v. Chr.
- Mari: etwa 2350 bis 1759 v. Chr.
- Larsa: etwa 2025 bis etwa 1737 v. Chr.
- Ešnunna: etwa 2025 bis etwa 1735 v. Chr.
- Isin: 1. Dynastie, 2017 bis 1794 v. Chr.
Königslisten wurden später unter babylonischer und assyrischer Herrschaft weitergeführt. Ihre Fortsetzungen reichen bis in die Zeit der Arsakiden im 2. Jahrhundert v. Chr.