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Sirāt (Film)
Sirāt (zum Teil auch Sirât) ist ein Spielfilm von Óliver Laxe aus dem Jahr 2025. Der Roadmovie handelt von einem Vater, der sich in Begleitung seines Sohnes …
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Überblick
Sirāt (auch Sirât) ist ein 2025 erschienener spanisch-französischer Spielfilm von Óliver Laxe. Der 115 Minuten lange, ab FSK 16 freigegebene Film ist ein dystopisches Roadmovie: Ein Vater sucht mit seinem Sohn in Nordafrika nach seiner verschwundenen Tochter, während sich die Lage zu einem Krieg ausweitet. Die Hauptrollen spielen Sergi López als Luis und Bruno Núñez als dessen zwölfjähriger Sohn Esteban. Gedreht wurde in spanischer und französischer Originalsprache; das Drehbuch verfassten Santiago Fillol und Óliver Laxe, die Musik stammt von Kangding Ray, die Kamera von Mauro Herce und der Schnitt von Cristóbal Fernández.
Suche, Flucht und Verlust
Luis sucht auf einem Rave in Marokko nach seiner spurlos verschwundenen Tochter Mar. Esteban und der Hund Pipa begleiten ihn. Niemand auf dem Rave kennt Mar oder will sie gesehen haben. Als das marokkanische Militär die Veranstaltung auflöst und europäische Teilnehmende zur Ausreise auffordert, fliehen Luis und Esteban mit den Ravern Jade, Stef, Josh, Tonin und Bigui.
Die Gruppe fährt mit einem ausgebauten Lkw, einem Bus und Luis’ Van durch das Atlasgebirge zu einem weiteren illegalen Rave an der Südgrenze Marokkos. Luis und Esteban hoffen, Mar dort zu finden. Radioberichte kündigen zugleich einen bewaffneten Konflikt an, der zu einer Art Drittem Weltkrieg eskaliert.
Als ein Fahrzeug an einem Pass stecken bleibt, löst Esteban beim Spielen im Van versehentlich die Handbremse. Der Wagen stürzt mit ihm und Pipa einen Abhang hinunter; Esteban stirbt. In einer Wüstengegend auf dem Weg nach Mauretanien veranstaltet die Gruppe einen improvisierten Rave, um die Trauer zu lindern. Dabei tritt Jade auf eine Landmine und wird getötet. Tonin stirbt ebenfalls, als er Jade erreichen will. Beim Versuch, das Minenfeld zu verlassen, werden beide Fahrzeuge zerstört; auch Bigui wird durch eine Mine getötet. Luis erreicht zufällig ein minenfreies Felsgebiet. Stef und Josh entkommen mit Jades Hund zu Fuß. Luis, Stef und Josh fahren am Ende auf einem mit nordafrikanischen Flüchtlingen überladenen Güterzug durch die Wüste.
Herstellung
Sirāt, zunächst unter dem Arbeitstitel After, ist Laxes vierter Spielfilm. Die Hauptrollen wurden mit Sergi López und Bruno Núñez besetzt, ergänzt durch internationale Laiendarsteller. Die Dreharbeiten fanden von Mai bis Juni 2024 in Teruel, Saragossa und Marokko statt.
Kameramann Mauro Herce nutzte überwiegend analoge Arri-416-Filmkameras im S16-mm-Format sowie Arri ALEXA 35 mit ARRIRaw Codec. Als Objektive dienten Ultraprimes von Carl Zeiss und Zooms von Angénieux. Mit 16-mm-Film wollte Herce einen „latenten und imaginären“ Look schaffen; fast alle Szenen entstanden im Freien bei senkrecht stehender Sonne.
Produziert wurde der Film von spanischen und französischen Unternehmen, darunter El Deseo von Pedro und Agustín Almodóvar, in Koproduktion mit ZDF und Arte. Förderungen kamen unter anderem von Eurimages, das 420.000 Euro bewilligte, und Creative Europe MEDIA.
Premiere und Kinostarts
Die Weltpremiere war am 15. Mai 2025 im Hauptwettbewerb des 78. Filmfestivals von Cannes. Danach lief Sirāt unter anderem auf den Festivals von Jerewan, Karlovy Vary, Melbourne, München, New York und Toronto.
In Spanien startete der Film am 6. Juni 2025 und spielte bis Mitte August 2025 2,86 Mio. Euro ein. Der deutsche Kinostart durch Pandora Film war am 14. August 2025, der französische Start war für den 3. September 2025 vorgesehen. Für Nordamerika erwarb Neon die Rechte: Geplant waren ein limitierter Start in New York und Los Angeles ab 14. November 2025 sowie ein landesweiter Start ab Januar 2026.
Kritiken und Preise
Die internationale Kritik fiel unterschiedlich aus. Bei Screen International erhielt der Film 2,5 von 4 Sternen und lag unter 21 Cannes-Wettbewerbsfilmen im Mittelfeld. Metacritic verzeichnete 82 von 100 Punkten und bezeichnete die Resonanz als „universal acclaim“; bei Rotten Tomatoes waren nach der Premiere mehr als 40 aufgeführte Kritiken positiv. Mehrere Kritiker verglichen Sirāt mit Lohn der Angst, Zabriskie Point, Atemlos vor Angst und der Mad-Max-Reihe. Deutschsprachige Stimmen hoben besonders die extremen Bilder, die Musik, die Kameraarbeit und die Verbindung von Rave, Roadmovie, Trauer und Kriegsdystopie hervor; einzelne Kritiker beanstandeten eine dünne Handlung oder eine geringe psychologische Plausibilität.
In Cannes gewann Sirāt 2025 gemeinsam mit In die Sonne schauen den Preis der Jury. Weitere dort genannte Auszeichnungen waren der Cannes Soundtrack Award für Kangding Ray und ein Palm Dog Award für die Hunde Pipa und Lupita. Der Film gewann außerdem Hauptpreise bei den Festivals von Chicago, Denver, Montclair und Pula. Für den Oscar 2026 wurde er als spanischer Beitrag für Besten internationalen Film sowie für Besten Ton nominiert. Bei den Europäischen Filmpreisen 2026 gewann er laut Text vier technische Preise; die aufgeführte Tabelle nennt jedoch fünf Siege: Castingregie, Kamera, Schnitt, Szenenbild und Ton.