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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Psychotrope Substanz

Eine psychotrope Substanz ist ein Wirkstoff, der die menschliche Psyche beeinflusst. Es kann sich auch um eine Mischung mehrerer Wirkstoffe handeln.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Wirkung
  2. 2. Gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen
  3. 3. Klassen psychoaktiver Substanzen

Begriff und Wirkung

Eine psychotrope Substanz ist ein Wirkstoff oder eine Mischung mehrerer Wirkstoffe, die die menschliche Psyche beeinflusst. Neutrale Bezeichnungen sind „psychoaktive Substanz“ und „Psychotropikum“; sie sollen die negativ besetzten Ausdrücke Rauschgift oder Rauschmittel ersetzen. Psychoaktive Substanz und Rauschdroge sind nicht zwingend gleichbedeutend und dürfen nicht austauschbar verwendet werden, weil auch Psychopharmaka zu den Psychotropika gehören.

Als psychotrop oder psychoaktiv gilt jede von außen zugeführte Substanz, die Psyche und Bewusstsein verändert. Die Wirkung kann unterschwellig sein, etwa als Anregung, Entspannung oder angenehme Stimmungsänderung. Sie kann aber auch das Bewusstsein stark beeinträchtigen und Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen oder im schlimmsten Fall ein Koma auslösen. Coffein ist die weltweit am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz.

Gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen

Mögliche gesundheitliche Folgestörungen werden in der ICD-10, einem internationalen Klassifikationssystem, als „Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen“ zusammengefasst. Dazu gehören akute Intoxikation, also eine akute Vergiftung oder Rauschwirkung, multipler Substanzgebrauch, substanzinduzierte Psychose und Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen.

2019 wurden weltweit 11,64 Millionen Todesfälle dem Gebrauch psychoaktiver Substanzen zugerechnet. Das entspricht etwa einem Fünftel aller 56,53 Millionen Todesfälle dieses Jahres. Die Krankheitslast verursacht hohe Kosten, die laut Artikel auch durch Steuereinnahmen auf Tabak und Alkohol nicht ausgeglichen werden. In Deutschland betragen die jährlichen Folgekosten für Alkohol etwa 57 Milliarden Euro, für Tabak 97 Milliarden Euro, für illegale Drogen 5–6 Milliarden Euro und für Cannabis knapp 1 Milliarde Euro.

Psychotrope Substanzen werden seit dem Altertum zur Behandlung psychischer Störungen eingesetzt. Die eigentliche Ära der Psychopharmakologie begann jedoch erst in den 1950er Jahren; sie arbeitete mit genau definierten Substanzen und Dosierungen.

Klassen psychoaktiver Substanzen

Psychopharmaka werden zur Behandlung psychischer und neurologischer Erkrankungen eingesetzt. Zu ihren Unterklassen zählen Antidepressiva gegen depressive Verstimmungen, Neuroleptika mit dämpfender und antipsychotischer Wirkung, Tranquillanzien oder Anxiolytika zur Angstreduktion und Entspannung, Phasenprophylaktika zur Stimmungsstabilisierung, Psychostimulantien zur Steigerung von geistiger und körperlicher Ausdauer sowie Konzentration, Antidementiva oder Nootropika zur Behandlung von Demenz und Hypnotika zur Förderung des Schlafs.

Halluzinogene verändern die Wahrnehmung der Realität stark. Dazu gehören Psychedelika, die psychedelische Zustände erzeugen, Dissoziativa mit dissoziativen Wirkungen, Delirantia mit einem Zustand ähnlich einem Delirium sowie Entheogene, die zu rituellen, spirituellen oder religiösen Zwecken verwendet werden.

Stimulanzien wirken anregend auf den Organismus. Empathogene können das Gefühl erzeugen, mit anderen Menschen eine Einheit zu bilden; Entaktogene verstärken die Wahrnehmung eigener Emotionen. Weitere genannte Gruppen sind Analgetika mit schmerzstillender Wirkung und Aphrodisiaka zur Belebung oder Steigerung der Libido.

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