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Silbenfugen-h

Als Silbenfugen-h (auch: silbeninitiales h, Silbentrennungs-h, Silbengrenzen-h, Verbindungs-h, Hiatvermeidungs-h) bezeichnet man in der Linguistik einen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Funktion
  2. 2. Abgrenzung zum Dehnungs-h
  3. 3. Aussprache
  4. 4. Regeln und Besonderheiten

Grundidee und Funktion

Das Silbenfugen-h ist ein Buchstabe im Deutschen. Es kann in trochäischen Erbwörtern zwischen einer prominenten, also betonten, Silbe und einer Reduktions- oder Nebensilbe stehen, wenn sonst zwei Vokalbuchstaben direkt aufeinanderfolgen würden. Typische Beispiele sind gehen, Krähe, Reihe und Drohung.

Lautlich liegt an dieser Stelle ein Hiat vor, also das Aufeinandertreffen zweier Vokale an einer Silbengrenze. Das h macht diese Grenze in der Schreibung sichtbar und unterstützt dadurch die richtige Aussprache. Ohne h würde die Häufung von Vokalbuchstaben unübersichtlich wirken. So könnte Schlehe wegen der Schreibung <ee> irrtümlich für ein Reimwort zu Schnee gehalten werden. Bei Lohe könnte die Schreibung <oe> fälschlich als alternative Schreibung des Umlauts <ö> verstanden werden.

In Beugungs- und Ableitungsformen bleiben die Schreibungen der prominenten Silben im Neuhochdeutschen meist erhalten. Deshalb wird das Silbenfugen-h auch dann beibehalten, wenn die folgende Reduktions- oder Nebensilbe wegfällt. Beispiele sind Zehe → Zeh und dem Viehe → das Vieh.

Abgrenzung zum Dehnungs-h

Das Silbenfugen-h wird häufig irrtümlich als Dehnungs-h bezeichnet. Beide Buchstaben sind stumm und stehen hinter Langvokalen. Ein Vokal, auf den in einer prominenten Silbe kein Konsonant folgt, ist jedoch grundsätzlich lang; die Länge des Vokals wird also nicht erst durch das h erzeugt.

Eine einfache Unterscheidung ergibt sich aus dem folgenden Buchstaben: Auf ein Silbenfugen-h folgt normalerweise kein Konsonantenbuchstabe <l>, <m>, <n> oder <r>. Buchstabenfolgen aus Silbenfugen-h und <t> können allerdings in Beugungsformen, besonders in Partizipien, auftreten. Beispiele sind nähen → du nähst, er näht, genäht sowie Naht.

Aussprache

In der Standardaussprache wird das Silbenfugen-h nicht gesprochen. Es ist stumm. Beim Singen oder in einer übertrieben am Schriftbild orientierten Aussprache, der sogenannten Pilotsprache, kann es dagegen als Laut [h] ausgesprochen werden. Manche Lehrer verwenden diese Aussprache im Unterricht.

Regeln und Besonderheiten

Nach einem Monophthong, also einem einzelnen Vokal innerhalb einer Silbe, wird das Silbenfugen-h fast immer gesetzt, sofern eine trochäische Form existiert. Ein Trochäus ist hier eine Form mit betonter erster und unbetonter beziehungsweise schwächerer zweiter Silbe. Beispiele sind drehen, früh mit den Formen Frühe und früher, Höhe, Krähe, Kuh mit dem Trochäus Kühe, Lohe und Vieh mit dem Trochäus dem Viehe.

Die Herkunft einzelner Schreibungen ist nicht immer unmittelbar erkennbar. Das gilt etwa für schlohweiß und für Interjektionen wie oh. In Einzelfällen fehlt das h trotz der sonst häufigen Regel, zum Beispiel in säen; dem steht nähen gegenüber.

Die unbeugbaren Partikelwörter da, nie, wo und du bilden keine Trochäen und werden deshalb grundsätzlich ohne Silbenfugen-h geschrieben. Eine Ausnahme ist ja, von dem die Verbform bejahen abgeleitet werden kann.

Hinter den Diphthongen [ɔɪ̯] und [aʊ̯] wird das Silbenfugen-h nie geschrieben. Beispiele sind teuer und Mauer. Die letzte frühere Unregelmäßigkeit, die Schreibung von rau mit h, wurde durch die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 abgeschafft.

Hinter dem Diphthong [aɪ̯] ist die Schreibung unregelmäßig. Das h steht in gedeihen, Reiher, Weihe und verzeihen, fehlt aber in Eier, Kleie, Leier und schneien.

Lernvideos zu Silbenfugen-h

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