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Sicherheit in der Lieferkette
Sicherheit in der Lieferkette · 1 Hintergrund und Rahmenbedingungen · 2 Vorschriften und Anforderungen · 3 Aktueller Stand der Umsetzung · 4 Weblinks …
Inhalt4 Abschnitte
Bedeutung und Ziel
Sicherheit in der Lieferkette, auch Lieferkettensicherheit oder Wertschöpfungskettensicherheit, bezeichnet in der Logistik Maßnahmen und Konzepte zur Absicherung von Prozessen und zur Minimierung von Risiken in Wertschöpfungsketten. Sie gehört zum Supply-Chain-Management; im Mittelpunkt steht die Angriffssicherheit. Eng verwandt ist das Supply-Chain-Risikomanagement.
Wichtig ist sie, weil an Geschäftsabläufen viele Stakeholder beteiligt sind, etwa Unternehmen, Konsumenten, Banken und Versicherungen. Ziel ist, die Sicherheit ihres Zusammenwirkens in Lieferketten zu erhöhen.
Rahmenbedingungen und Folgen
Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen haben das weltweite Geschäftsleben verändert. Deshalb gewinnt Sicherheit an Bedeutung, um Risiken möglichst weitgehend zu verringern.
Gesetzgeber in Europa und Amerika haben Gesetze und Verordnungen erlassen, teilweise aus unterschiedlichen Motiven, aber mit einem gemeinsamen Ziel: mehr Sicherheit in Lieferketten. Bei Nichteinhaltung können erhebliche Strafen drohen, von Importsperren bis zu Gefängnisstrafen für verantwortliche Manager. Banken können Unternehmen Kredite verweigern, wenn Maßnahmen zur Lieferkettensicherheit fehlen oder unzureichend sind.
Wichtige Vorschriften und Anforderungen
Zu den genannten Regelwerken gehören:
- ISO 28000: Sicherheitsmanagementsysteme für Lieferketten in Schifffahrt und Meerestechnik; bei Nichtbeachtung werden Geld- und Haftstrafen für das Management genannt.
- ISO 15408: Evaluationskriterien für IT-Sicherheit in der Informationstechnik, ab EAL 4.
- EU-Verordnung 178: vollkommene Produktrückverfolgbarkeit bei Lebensmitteln, Tiernahrung usw.
- C-TPAT (Customs-Trade Partnership Against Terrorism): Sicherung von Containerimporten in die USA; mögliche Folgen sind Verzögerungen, Ablehnung und zusätzliche Kosten.
- AEO (Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter).
- Bioterrorism Act der FDA: Sicherung der Lebensmittelkette in die USA; bei Nichteinhaltung kann ein Importverbot folgen.
- Sarbanes Oxley Act der SEC: Sicherung operativer Abläufe bei in den USA börsennotierten Unternehmen einschließlich weltweiter Beteiligungen; bei Nichtbeachtung drohen auch Haftstrafen für das Management. Nach dem Artikel betrifft dies im Grunde alle Unternehmen, die am Kapitalmarkt teilnehmen wollen.
- Basel II: Sicherung der Kreditwürdigkeit durch Bewertung der Leistungsfähigkeit operativer Einheiten.
- Third Party Liabilities: steigendes Haftungsrisiko gegenüber Dritten in USA, Europa und Asien; mögliche Folge sind hohe Kosten.
- TAPA (Technology Asset Protection Association): privatwirtschaftliche Initiative.
- ISPS-Code (International Ship and Port Facility Security Code).
Stand der Umsetzung
Die meisten Unternehmen sind laut Artikel durch die Vielzahl der Vorschriften und Anforderungen überfordert. Häufig leiten sie nur punktuelle Einzelmaßnahmen ein. Gesamtkonzepte, welche alle Beteiligten einer Lieferkette miteinander vernetzen, fehlen in der Regel.