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SchokoFair
„SchokoFair – Stoppt Kinderarbeit & Rassismus“ engagiert sich seit Mitte 2010 gegen die Ausbeutung von Kindern in der Schokoladen-Produktion.
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Ziel und Hintergrund
„SchokoFair – Stoppt Kinderarbeit & Rassismus“ ist eine ehrenamtliche Schülerinitiative der Maria-Montessori-Gesamtschule Düsseldorf. Sie setzt sich seit Mitte 2010 gegen die Ausbeutung von Kindern in der Schokoladenproduktion ein. Im Mittelpunkt stehen Kinderrechte, Kinderarbeit und die Bedingungen, unter denen Kakao für Schokolade gewonnen wird.
Auslöser war ein ARD-Bericht, den Schüler der damaligen Montessori-Hauptschule im Juli 2010 sahen. Darin wurde dargestellt, dass ein großer Teil der Kakaobohnen für die europäische Schokoladenindustrie unter Beteiligung von Kinderarbeit und Kindersklaven geerntet werde. Nach den Angaben des Artikels beziehen beinahe alle Süßwarenhersteller ihre Kakaobohnen überwiegend aus der Elfenbeinküste, obwohl ihnen die dort verbreitete Kinderarbeit bekannt sei. Zehntausende Kinder würden entführt, als Sklaven an Plantagenbauern verkauft und bei der Kakaoernte eingesetzt.
Forderung nach einem Schoko-TÜV
SchokoFair wurde zweimal in den Deutschen Bundestag eingeladen und schlug ein „Schoko-TÜV-Gesetz“ vor, das möglichst auch in der Europäischen Union gelten sollte. Danach müssten Schokoladenunternehmen ihre Lieferketten lückenlos nachweisen. Eine Lieferkette umfasst hier alle Stationen vom Kakaoanbau bis zum fertigen Produkt.
Wenn einem Unternehmen Menschenrechtsverletzungen innerhalb seiner Lieferkette nachgewiesen würden, etwa missbräuchliche Kinderarbeit, sollte das vorgeschlagene Gesetz Klagen ermöglichen und bei einer Verurteilung Strafen vorsehen. Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung des Bundestages hörte die Schüler zu diesem Vorschlag an.
Der Gesetzesvorschlag wurde jedoch nicht in die Beratungen des Bundestages aufgenommen. Stattdessen setzte man auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Schokoladenunternehmen zur Achtung der Menschenrechte. Außerdem sollte die Unterstützung nachhaltig zertifizierter Schokolade, beispielsweise mit den Siegeln Fairtrade, UTZ oder Rainforest Alliance, dazu beitragen, die Armut der Kakaobauern und ihrer Kinder zu beseitigen.
Mitarbeit und Aktionen für Kinderrechte
Bundesminister Gerd Müller bezeichnete das Forum Nachhaltiger Kakao gegenüber SchokoFair als eine Art „Schoko-TÜV“. Daraufhin wurde das Schülerprojekt Mitglied des Forums. Es arbeitet dort als einzige Kinderinitiative in der Gruppe der Zivilgesellschaft mit.
Durch diese Mitarbeit konnten Mitglieder von SchokoFair im April 2018 bei einer Weltkakaokonferenz in Berlin die erste Kinderrede auf einer solchen Konferenz halten. Nach Darstellung des Artikels fand die Rede große Beachtung. Die Initiative erreichte außerdem, dass die Bekämpfung missbräuchlicher Kinderarbeit zu einem Hauptthema des Kongresses wurde.
Anlässlich des Weltkakaokongresses organisierte SchokoFair eine Sternfahrt für Kinderrechte. An der Kundgebung vor dem Kongressort nahmen 200 Kinderdelegierte aus sieben Schulen und drei Bundesländern teil.
Seit 2010 sammelt die Gruppe außerdem Unterschriften. Diese sollen im Rahmen einer Presseaktion dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie übergeben werden. Die Schüler betreiben eine Website und nutzen soziale Medien zur Aufklärung. Sie produzierten eine eigene Radiosendung, leisten Presse- und Informationsarbeit und machen mit Protestaktionen auf Kinderarbeit in der Kakao- und Schokoladenproduktion aufmerksam.
Unterstützung und Auszeichnungen
Seit der Anfangszeit begleiten Inka Bause und Wolfgang Niedecken das Projekt als Paten. Mit den Forderungen von SchokoFair solidarisierten sich außerdem zahlreiche bekannte Personen, darunter Richard Gere, Angela Merkel, Helmut Schmidt, Gerd Müller, Dirk Nowitzki, Anke Engelke und Katarina Barley. In den Jahren 2013 und 2014 wurde die Initiative regelmäßig von KiKA, dem Kinderkanal von ARD und ZDF, begleitet.
Das Projekt erhielt mehrere Auszeichnungen: im Januar 2011 den „AWO-Kinderschutzpreis“, im Februar 2012 den „Düsseldorfer Schulpreis der Westdeutschen Zeitung“ und im September 2012 eine besondere Anerkennung beim „WDR-Kinderrechtepreis 2012“. Im März 2013 gewannen die Schüler mit ihrem selbst gedrehten Film „Nur 2 Cent“ den ersten Platz im bundesweiten Wettbewerb Kid-Witness-News von Panasonic und vertraten Deutschland anschließend im internationalen Wettbewerb.
Im Juni 2013 erreichte die SchokoFair-AG bei einer Preisverleihung in Frankfurt den ersten Platz und wurde „UNICEF JuniorBotschafter 2013“. Der Artikel bezeichnet dies als ihre bislang bedeutendste Auszeichnung. Weitere Ehrungen waren 2014 die Auszeichnung als „Zukunftsmacher“ durch KiKA, der FairTrade-Award 2014 und die Wahl zu den Düsseldorfern des Jahres 2014. Im Jahr 2018 gewann die Initiative den ersten Preis der Goldenen Göre des Deutschen Kinderhilfswerks.