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Schlacht um Alesia

Die Schlacht um Alesia war die Entscheidungsschlacht im Spätsommer 52 v. Chr. zwischen dem römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar und den Galliern (Kelten) …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Einordnung
  2. 2. Der Aufstand vor Alesia
  3. 3. Belagerung, Entsatz und Kapitulation
  4. 4. Unsichere Zahlen und Erinnerungskultur

Bedeutung und Einordnung

Die Schlacht bei Alesia war die Entscheidungsschlacht des Gallischen Krieges im Spätsommer beziehungsweise September 52 v. Chr. Sie fand bei Alesia statt, dem heutigen Alise-Sainte-Reine im Département Côte-d’Or. Gegenüber standen die gallische Koalition unter Vercingetorix und die Römer unter Gaius Iulius Caesar. Der römische Sieg festigte die römische Herrschaft in Gallien für Jahrhunderte.

Nach Caesars Angaben befanden sich 80.000 Mann in Alesia und 250.000 Mann im gallischen Entsatzheer; Caesars römische Truppen werden mit 70.000 angegeben. Spätere Schätzungen, besonders von Hans Delbrück, gehen dagegen von etwa 20.000 Kämpfern in Alesia und 50.000 im Entsatzheer aus; für die römische Seite werden 70.000 Römer und Hilfstruppen genannt. Die überlieferten Verlustzahlen lauten 45.000 auf gallischer und 7.800 auf römischer Seite.

Der Aufstand vor Alesia

Nachdem die Römer 58 v. Chr. in das südliche Siedlungsgebiet der Gallier eingefallen waren, erzielten sie rasch militärische Erfolge und drangen in den folgenden Jahren bis nach Britannien vor. Caesar wollte seine politische Karriere durch militärischen Erfolg fördern. Im Jahr 52 v. Chr. vereinigten sich die bereits unterworfen geglaubten Gallier unter Vercingetorix zum Aufstand gegen Rom. Römische Kaufleute in Cenabum wurden getötet, und die Aufständischen bedrohten die Gallia Narbonensis.

Caesar hob in Italien Truppen aus, sicherte die Provinz und zog über das verschneite Cevennengebirge zu seinen Winterlagern. Der Marsch diente als Ablenkung; im Gebiet der Lingonen konnte er seine Armee zusammenziehen. Nach einem römischen Erfolg bei Noviodunum setzte Vercingetorix auf die Strategie der „Verbrannten Erde“: Um den römischen Nachschub abzuschneiden, wurden zwanzig Dörfer in der Umgebung von Caesars Heer niedergebrannt. Dennoch hielten die Römer die 25 Tage dauernde Belagerung von Avaricum durch und erhielten dort Vorräte.

Vor Gergovia erlitt Caesar anschließend eine Niederlage, bei der jeder siebte Centurio fiel. Weil Verstärkung aus Italien ausblieb, bestellte er gegen Bezahlung Hilfstruppen aus Germanien. Vercingetorix gab später seine defensive Taktik auf, verlor die Schlacht am Armançon und zog sich daraufhin nach Alesia zurück.

Belagerung, Entsatz und Kapitulation

Caesar verfolgte Vercingetorix nach Alesia und schloss die Stadt mit Belagerungswerken ein. Vercingetorix befehligte dabei etwa 20.000, Caesar etwa 70.000 Soldaten. Vor dem Einschluss schickte Vercingetorix seine Reiterei fort: Sie sollte keine Vorräte verbrauchen und die gallischen Stämme zur Aufstellung eines Entsatzheeres aufrufen.

Als das etwa 50.000 Mann starke Entsatzheer eintraf, war Caesar selbst von außen bedroht. Er ließ deshalb zwei Befestigungsringe errichten: eine 16 km lange innere Circumvallation zur Belagerung Alesias und eine 21 km lange äußere Contravallation zur Verteidigung gegen das Entsatzheer. Die Anlagen besaßen Türme, Fallen, Gräben, Wälle, Fußangeln und Hindernisse gegen Reitereiangriffe.

Nach ungefähr dreißig Tagen fehlten in Alesia die Nahrungsmittel. Vercingetorix schickte Alte, Frauen und Kinder aus der Stadt. Caesar berichtet in De Bello Gallico, dass er sie nicht durch seine Linien ziehen ließ; sie starben zwischen den Linien.

Das Eintreffen des Entsatzheeres löste zugleich einen Ausbruchsversuch aus Alesia aus. Caesar und sein Stellvertreter Titus Labienus schlugen die Angriffe in dieser Zweifrontenschlacht zunächst zurück. Nachdem germanische Reiter das Entsatzheer zerstreut hatten, griffen die Gallier erneut an einer unvollständig geschlossenen Stelle des äußeren Schanzwerks an. Dort verhinderte eine felsige Hangseite einen vollständigen Befestigungsring. Die Gallier durchbrachen die Anlage und griffen die Römer von vorn und hinten an. Caesar führte vier Kohorten selbst in den Kampf und ließ weitere Kohorten das Schlachtfeld umgehen. Der Angriff in den Rücken brachte die Gallier zur Flucht; die Römer verfolgten sie noch eine Zeit lang.

Vercingetorix kehrte nach Alesia zurück und ergab sich wenig später, weil er hoffte, Caesar werde ihn und sein Volk nicht in die Sklaverei verkaufen. Sechs Jahre später wurde er bei Caesars Triumphzug in Rom in Ketten mitgeführt und anschließend auf Caesars Befehl im Tullianum erdrosselt.

Unsichere Zahlen und Erinnerungskultur

Seit den 1860er-Jahren wurden Caesars Angaben zur Schlacht, unter anderem durch Kaiser Napoleon III., angezweifelt. Gelände, Aufstellung und Verlauf sprächen eher für gleich starke Armeen als für eine zahlenmäßige Überlegenheit der Gallier. Besonders Caesars Umgehungsmanöver wäre gegen einen deutlich überlegenen Gegner kaum möglich gewesen. Mit Caesars Zahlen hätte die gallische Schlachtordnung auf dem vorhandenen Gelände über 100 Mann tief sein müssen, was als militärische Absurdität gilt. Der Artikel ordnet dies in Caesars allgemeine Neigung ein, gegnerische Truppenstärken zu übertreiben.

Die Niederlage des gallischen Widerstands unter Vercingetorix wurde im 19. Jahrhundert in Frankreich zu einem nationalen Mythos, vergleichbar mit der Heroisierung des Arminius in Deutschland. In der Populärkultur wird Alesia unter anderem mehrfach in der Comicreihe Asterix erwähnt sowie in Filmen, Fernsehproduktionen, Romanen und Musikwerken aufgegriffen.

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