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Schild der Dreifaltigkeit
Der Schild der Dreifaltigkeit (lat. scutum Trinitatis), älter Schild des Glaubens (scutum fidei, nach Eph 6,16 EU), ist eine im Hochmittelalter entwickelte …
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Kern und Verwendung
Der Schild der Dreifaltigkeit (lateinisch scutum Trinitatis), früher auch Schild des Glaubens (scutum fidei, nach Eph 6,16 EU), ist eine im Hochmittelalter entwickelte grafische Darstellung der christlichen Dreifaltigkeitslehre. Sie veranschaulicht die Glaubensaussage, dass der eine Gott in drei Personen existiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese Personen sind voneinander unterschieden und aufeinander bezogen, bilden aber dennoch eine Einheit. Als unmittelbare theologische Grundlage gelten die Aussagen des Athanasischen Glaubensbekenntnisses.
Vor allem in der frühen Neuzeit diente der Schild als religionspädagogisches Hilfsmittel, als Kirchenschmuck und als heraldisches Zeichen. Die älteste bekannte Darstellung stammt von Petrus von Poitiers und wird um 1210 datiert. Weitere Beispiele sind das Scutum als „Gotteswappen“ im Wernigeroder Wappenbuch um 1480, eine Darstellung der Dreifaltigkeit von Jerónimo Cosida (1510–1592) und ein Relief über dem Portal der St.-Josefs-Kirche in Einbeck von 1895.
Aufbau und theologische Aussagen
Die Grundgestalt besteht aus einem Dreieck aus Schriftbändern. An seinen drei Ecken befinden sich Kreise mit den Bezeichnungen Pater („Vater“), Filius („Sohn“) und [Sanctus] Spiritus („[Heiliger] Geist“). Von diesen Eckkreisen führen drei weitere Schriftbänder zu einem meist hervorgehobenen Kreis in der Mitte. Dieser trägt die Inschrift Deus („Gott“).
Auf den äußeren Schriftbändern steht jeweils non est („ist nicht“), auf den zur Mitte führenden Bändern est („ist“). Die Aussagen können in beide Richtungen gelesen werden, weil jeder Kreis entweder das grammatische Subjekt oder das Prädikativum enthalten kann. Dadurch entstehen sechs Gleichsetzungen:
- Pater est Deus. – Deus est Pater. Der Vater ist Gott. – Gott ist der Vater.
- Filius est Deus. – Deus est Filius. Der Sohn ist Gott. – Gott ist der Sohn.
- Spiritus est Deus. – Deus est Spiritus. Der Geist ist Gott. – Gott ist der Geist.
Daneben stehen die drei Abgrenzungen zwischen den Personen:
- Pater non est Filius. – Filius non est Pater. Der Vater ist nicht der Sohn. – Der Sohn ist nicht der Vater.
- Pater non est Spiritus. – Spiritus non est Pater. Der Vater ist nicht der Geist. – Der Geist ist nicht der Vater.
- Filius non est Spiritus. – Spiritus non est Filius. Der Sohn ist nicht der Geist. – Der Geist ist nicht der Sohn.
So macht das Schaubild zugleich die Einheit Gottes und die Unterscheidung der drei Personen sichtbar. Die Schildform symbolisiert außerdem die Abwehr der Irrlehren und die Königsherrschaft des Dreifaltigen Gottes.