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Schachtelsatz

Schachtelsatz. Satz, der mehrfache Einbettungen von Nebensätzen aufweist (also mehrfache Hypotaxe). Artikel · Diskussion.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundstruktur
  2. 2. Schachtelsatz und Treppensatz
  3. 3. Verständlichkeit und Beispiele

Begriff und Grundstruktur

Ein Schachtelsatz ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen besonders komplexen Satz. Kennzeichnend sind mehrere Nebensätze, die ineinander eingebettet sind. Fachsprachlich handelt es sich dabei um eine mehrfache Hypotaxe, also um eine mehrfach gestufte Unterordnung von Satzteilen.

Im engeren Sinn bezeichnet Schachtelsatz einen Satz, in dem die Einbettungen von Nebensätzen in der Mitte des Gesamtsatzes aufeinanderfolgen. Ein Nebensatz wird dabei in einen anderen Satz oder Nebensatz eingefügt, der seinerseits bereits Teil einer größeren Satzstruktur ist. Dadurch werden Satzanfang und Satzende voneinander getrennt, während mehrere untergeordnete Informationen im Zentrum verarbeitet werden müssen.

Schachtelsatz und Treppensatz

Vom Schachtelsatz unterscheidet sich der Treppensatz, auch Kettensatz genannt. Bei einem Treppensatz werden untergeordnete Nebensätze jeweils am Ende des zuvor begonnenen Satzgebildes eingefügt. Die Informationen werden dadurch schrittweise weitergeführt.

Ein Beispiel für einen Treppensatz lautet sinngemäß: Eine Belohnung erhält der, der denjenigen anzeigt, der den Pfahl umgeworfen hat, der an der Brücke stand. Die einzelnen Nebensätze werden nacheinander am Ende ergänzt.

Als Schachtelsatz lautet derselbe Inhalt: „Der, der denjenigen, der den Pfahl, der an der Brücke stand, umgeworfen hat, anzeigt, erhält eine Belohnung.“ Hier liegen mehrere Einbettungen im Mittelpunkt des Satzes. Die syntaktische Komplexität ist im Wesentlichen gleich, doch die zentrale Einbettung ist für Hörer und Leser erheblich schwieriger zu verarbeiten als die Auslagerung der Nebensätze ans Ende.

Verständlichkeit und Beispiele

Eine Stapelung mehrerer Einbettungsschritte im Zentrum kann schnell zu völliger Unverständlichkeit führen. Das Problem liegt daher nicht nur in der Anzahl der Nebensätze, sondern besonders darin, dass der Hauptsatz während des Lesens oder Hörens unterbrochen wird und wichtige Satzteile erst später wieder aufgenommen werden.

Weitere Beispiele zeigen unterschiedliche Formen solcher Überladung:

  • „Die, die die, die die Dietriche erfunden haben, verdammen, tun ihnen unrecht.“ In diesem Satz stehen mehrere Relativsätze, also Nebensätze mit einem Relativpronomen, ineinander.

  • Ein historisch anmutendes Beispiel verbindet mehrere Einbettungen: „(…) und als sich die Soldaten in großer Masse näherten, ermordet er, sich scheuend zu fragen, wer von beiden Porsenna sei, damit er nicht durch Unkenntnis dem König selbst verrät, wer er sei, (…) Schreiber statt König.“

  • Ein weiteres Beispiel häuft Relativsätze und Einschübe: „Wieder ist […] ein Jahr vergangen […]: allmählich wird mir dieser ewigwährende Zyklus ein wenig leid, wozu verschiedene Faktoren, deren Urheber ich in diesem Zusammenhang, um mich keinen Unannehmlichkeiten, deren Folgen, die in Kauf zu nehmen ich, der ich gerne Frieden halte, gezwungen wäre, nicht absehbar wären, auszusetzen, nicht nennen möchte, beitragen.“

  • In Kurt Tucholskys satirischer Überhöhung wird empfohlen: „Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist [...]“ Das Beispiel macht die absichtlich übertriebene Verschachtelung sichtbar.

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