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Savanne

Savanne beziehungsweise savana/sabana bedeutet „weite Ebene“. Die Savanne macht je nach Betrachtungsweise 13 bis 18 Prozent der gesamten Landoberfläche der Erde …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundmerkmale und Einordnung
  2. 2. Klima, Vegetation und ökologische Bedeutung
  3. 3. Wasser, Feuer und Lebewesen
  4. 4. Savannentypen und Verbreitung

Grundmerkmale und Einordnung

Eine Savanne ist ein tropischer oder subtropischer Vegetationstyp mit einer geschlossenen Krautschicht und einer eher offenen Gehölzschicht aus mehr oder weniger vielen Bäumen. Nur auf Vertisolen und sehr flachgründigen Böden gibt es azonale, also nicht durch die Klimazone bestimmte, baumfreie Savannen. Die Abgrenzung zu Trockenwäldern wird unterschiedlich gehandhabt.

Savanne ist außerdem ein Sammelbegriff für die Vegetationszone zwischen tropischem Regenwald und Wüste. Je nach Abgrenzung bedecken Savannen 13 bis 18 Prozent der Landoberfläche der Erde. Die abweichenden Werte entstehen, weil Übergänge in der Natur oft fließend sind und sich über viele hundert Kilometer erstrecken; zur Berechnung müssen daher künstliche, je nach Autor unterschiedliche Grenzen gezogen werden.

Klima, Vegetation und ökologische Bedeutung

Savannen sind Landschaftszonen der Tropen mit offenem Grasland sowie einzeln stehenden Bäumen oder Baumgruppen. Sie liegen im Übergangsbereich zwischen arider Passatwindzone und tropischem Regenwaldklima, also zwischen Wüste und tropischem Wald. Wegen der sommerlichen Regenzeit sind ihre Pflanzengesellschaften sommergrün und in der Trockenzeit trocken-kahl.

Savannen und Steppen haben neben tropischen Regenwäldern Bedeutung als Kohlenstoffsenken: Die jährliche Photosyntheseleistung der Grasländer entnimmt der Atmosphäre ungefähr so viel Kohlendioxid, wie einem Drittel der jährlichen anthropogenen Kohlendioxidemissionen entspricht. Eine Savanne ist aber nur dann tatsächlich Kohlenstoffsenke, wenn sich Kohlenstoff netto in Biomasse oder Boden anreichert. Häufige, überwiegend menschlich verursachte Feuer können dies verhindern.

Wasser, Feuer und Lebewesen

Der jahreszeitliche Wassermangel ist der entscheidende Faktor für die Vegetation. Typisch sind 500 bis 1500 mm Jahresniederschlag, also 500 bis 1500 Liter Wasser je Quadratmeter und Jahr. Die Aktivitätsperiode der Vegetation liegt im Sommer. Mit längerer Regenzeit steigt die Produktivität von 7 Tonnen je Hektar und Jahr in wüstennahen Gebieten auf bis zu 20 Tonnen je Hektar und Jahr in äquatornahen teil-immergrünen Wäldern.

Wichtige Bäume gehören zur Gattung Acacia, die weltweit rund 900 Arten umfasst. Der trocken-kahle Baobab schützt sich mit einem weichholzigen, teils über 20 m umfassenden Stamm gegen Wasserverlust und kann bis zu 100.000 Liter Wasser speichern. Weitere Beispiele sind die baumförmige Blattsukkulente Aloe dichotoma sowie in feuchteren Miombowäldern Zentralafrikas die Caesalpiniaceae, zu denen der Mopanebaum (Colophospermum mopane) zählt.

Feuer fördern Gräser und lassen junge Bäume absterben. Sie entfernen tote Pflanzenteile und führen Nährstoffe über Asche zurück in den Kreislauf (Remineralisierung). Stickstoff und Schwefel gehen jedoch mit dem Rauch verloren. Außerdem wird Kohlenstoff aus Biomasse zu Kohlendioxid, der Streueintrag in den Boden sinkt und der stärker besonnte Oberboden mineralisiert schneller. Weniger Kohlenstoffeintrag und mehr Kohlenstoffaustrag verringern die Humusvorräte und erhöhen die Kohlendioxidkonzentration der Atmosphäre.

Zu großen Pflanzenfressern zählen Gnu, Gazelle, Zebra, Elefant, Känguru und Giraffe; besonders häufige Pflanzenfresser sind Ameisen und Termiten. Wichtige Fleischfresser sind Gepard, Löwe und Puma. Elefanten können Bäume schädigen oder umwerfen, wodurch Gräser bessere Wachstumsbedingungen erhalten. Intensive Beweidung kann anschließend das Aufkommen junger Bäume fördern; verbissresistente, dornige Akazien breiten sich dann aus. Diese Dynamik gilt als Modell für die Megaherbivorenhypothese. Überweidung, Tritte, Brennholzgewinnung und Schneitelung zur Tierfuttergewinnung fördern Erosion, Entwaldung und Desertifikation.

Savannentypen und Verbreitung

Es gibt Feucht-, Trocken- und Dornstrauchsavannen. Feuchtsavannen liegen näher am Äquator, Dornstrauchsavannen meist nahe den Wendekreisen und Wüsten.

• Feuchtsavanne: in Afrika, Asien, Australien, Indien und Südamerika; 7–8 humide Monate und 1000–1500 mm mittlerer Jahresniederschlag. Typisch sind bis zu 6 m hohe immergrüne Gräser, ein leicht geschlossener Feuchtsavannenwald, Galeriewälder an Flüssen und Regenfeldbau.

• Trockensavanne: in Afrika, Asien und Australien; 4,5–7 humide Monate und 500–1000 mm mittlerer Jahresniederschlag. Sie besitzt brusthohe Gräser und einen leichten Baumbestand.

• Dornstrauchsavanne: in Afrika, Asien, Mexiko und Südamerika; 2–4 humide Monate und 250–500 mm mittlerer Jahresniederschlag. Kennzeichnend sind bis zu 30 cm hohe Gräser und Dornwald. Anpassungen an Trockenheit sind etwa Laubabwurf während der Trockenzeit, geringerer Baumwuchs und mehr wasserspeichernde Pflanzen.

Savannen sind besonders in Afrika verbreitet; bekannt ist die Serengeti. Weitere Vorkommen liegen in Indien, Australien und im nördlichen Südamerika. Der afrikanische Savannengürtel verläuft halbkreisförmig von Sudan- und Sahelzone in Westafrika über die ostafrikanischen Savannen bis zum südafrikanischen Veld. Von ihnen zu unterscheiden sind die ariden Graslandschaften der gemäßigten Breiten, etwa die Steppen Osteuropas und Zentralasiens, die Prärien Nordamerikas und die subtropische Pampa Südamerikas.

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