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Roulette

Roulette [ruˈlɛt] (französisch roulette; deutsch „Röllchen“) ist ein weltweit verbreitetes, traditionelles Glücksspiel, das vor allem in Spielbanken …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Ablauf
  2. 2. Tisch und Spielmaterial
  3. 3. Wettarten und Auszahlungen
  4. 4. Ansagespiele und besondere Einsätze
  5. 5. Zéro, Bankvorteil und Maximum
  6. 6. Amerikanisches Roulette und Varianten

Grundidee und Ablauf

Roulette ist ein weltweit verbreitetes Glücksspiel, das vor allem in Spielbanken gespielt wird. Gesetzt wird auf Zahlen oder Eigenschaften von Zahlen. Welche Zahl gewinnt, entscheidet eine Kugel, die in einem Roulettekessel in eines der nummerierten Fächer fällt.

Beim klassischen französischen Roulette hat der Kessel 37 Fächer: die Zahlen 1 bis 36 in Rot und Schwarz sowie die grüne Null, das Zéro. Ein einzelnes Spiel heißt Coup. Der Croupier fordert mit „Faites vos jeux!“ zum Setzen auf. Nach „Rien ne va plus“ sind keine Einsätze mehr erlaubt. Wenn die Kugel liegen bleibt, nennt der Croupier Gewinnzahl, Farbe und weitere gewinnende einfache Chancen. Danach werden verlorene Einsätze eingezogen und gewonnene Einsätze ausgezahlt.

Tisch und Spielmaterial

Französisches Roulette wurde klassisch an Doppeltischen gespielt. In der Mitte eines langen grünen Tisches, des Tapis, liegt der Roulettekessel, auch Cylindre genannt. Links und rechts befinden sich die Einsatzfelder, das Tableau. Früher betreuten acht Angestellte einen solchen Tisch.

Heute sind Einfachtische verbreitet. Dort befindet sich der Kessel an einem Tischende, es gibt ein Tableau in der Mitte, und meist arbeiten vier Croupiers am Tisch. Die Einsätze werden mit Jetons gemacht. Der Croupier benutzt einen Rechen, den Rateau, um auf die Gewinnzahl zu zeigen und Einsätze zu bewegen.

Wettarten und Auszahlungen

Die wichtigsten Wetten sind einfache Chancen und mehrfache Chancen. Einfache Chancen teilen die Zahlen 1 bis 36 in Gruppen zu je 18 Zahlen ein: Rouge und Noir für Rot und Schwarz, Impair und Pair für ungerade und gerade Zahlen sowie Manque und Passe für 1 bis 18 und 19 bis 36. Bei Gewinn wird 1 : 1 ausgezahlt.

Mehrfache Chancen beziehen sich auf bestimmte Zahlen oder Zahlengruppen. Plein bedeutet Einsatz auf eine einzelne Zahl und zahlt 35 : 1. Cheval setzt auf zwei benachbarte Zahlen und zahlt 17 : 1. Transversale pleine setzt auf drei Zahlen einer Querreihe und zahlt 11 : 1. Carré setzt auf vier angrenzende Zahlen und zahlt 8 : 1. Transversale simple setzt auf sechs Zahlen und zahlt 5 : 1. Dutzende und Kolonnen umfassen jeweils zwölf Zahlen und zahlen 2 : 1.

Gewinnende Einsätze werden zusätzlich zur Auszahlung zurückgegeben. Die Quoten werden so berechnet, als gäbe es nur 36 Zahlen: Man teilt 36 durch die Anzahl der besetzten Zahlen und zieht 1 ab. Bei einem Carré ergibt das 36/4 − 1 = 8.

Ansagespiele und besondere Einsätze

Ansagespiele sind Wetten, die oft mündlich beim Croupier angekündigt werden. Bei Kesselspielen setzt man auf Zahlen, die im Roulettekessel nebeneinander liegen, nicht unbedingt auf dem Tableau.

Beim Spiel mit Nachbarn, den Voisins, kann eine Zahl mit bis zu vier Nachbarn auf jeder Seite gespielt werden. „7 mit den zwei Nachbarn“ bedeutet zum Beispiel Einsätze auf 18, 29, 7, 28 und 12. Das Zéro-Spiel umfasst sieben Zahlen um die Null: 12, 35, 3, 26, 0, 32 und 15. Die Große Serie, auch Voisins du Zéro, umfasst siebzehn Zahlen und wird mit neun Jetons gespielt. Die Kleine Serie, auch Tiers du Cylindre, umfasst zwölf Zahlen, also ein Drittel des Kessels. Les orphelins, die „Waisenkinder“, sind die acht Zahlen, die zu keiner dieser beiden Serien gehören.

Finalen sind Einsätze auf Zahlen mit gleicher Endziffer. Bei der Finale 3 setzt man auf 3, 13, 23 und 33. Auch Chevaux-Finalen sind möglich, zum Beispiel 2/5, 12/15, 22/25 und 32/35.

Zéro, Bankvorteil und Maximum

Das Zéro ist entscheidend für den Vorteil der Spielbank. Fällt die Kugel auf die Null, gewinnen Einsätze auf die Null und Kombinationen mit der Null. Andere mehrfache Chancen wie Transversalen, Dutzende und Kolonnen verlieren. Einsätze auf einfache Chancen werden beim klassischen französischen Roulette gesperrt: Sie gehen „en Prison“.

Bei der Prison-Regel wird ein gesperrter Einsatz im nächsten Coup wieder frei, wenn die ursprünglich gesetzte einfache Chance gewinnt; der Spieler erhält dann aber keinen Gewinn. Verliert die Chance, ist der Einsatz verloren. Der Spieler kann stattdessen mit „Partagez la masse, s’il vous plaît“ die Hälfte des Einsatzes zurückfordern, wenn der Einsatz genau halbierbar ist. Manche Casinos haben diese Regel gestrichen; dort verlieren einfache Chancen bei Zéro sofort.

Bei mehrfachen Chancen beträgt der Bankvorteil wegen der Null 1/37 = 2,70 %, die Ausschüttungsquote also 97,30 %. Bei einfachen Chancen mit Prison-Regel beträgt der Bankvorteil 1/37 · 1/2 = 1,35 %, die Ausschüttungsquote 98,65 %. Ohne Prison-Regel beträgt er auch dort 2,70 %. Das Maximum begrenzt den Höchstgewinn, den die Spielbank pro Gewinn auszahlen muss. Bei einem Tischminimum von 10 € liegt der Höchsteinsatz für einfache Chancen im Allgemeinen beim 1200-Fachen des Minimums, also 12.000 €.

Amerikanisches Roulette und Varianten

Amerikanisches Roulette wird schneller gespielt als die klassische französische Variante. Die Tische sind kleiner, die Spieler setzen meist selbst, und Ansagen sind nicht nötig. Die Bezeichnungen auf dem Tableau sind englisch. Die Gewinnzahl wird nicht mit dem Rateau angezeigt, sondern mit einer kleinen Figur namens Dolly markiert. In europäischen Spielbanken wird beim American Roulette meist ein Kessel mit 37 Zahlen verwendet; fällt die Null, wird bei einfachen Chancen die Hälfte der Einsätze eingezogen.

In den USA unterscheidet sich das Spiel deutlich, weil der Kessel zusätzlich zur Null eine Doppel-Null, das Double zero, besitzt. Er hat damit 38 Zahlen: 0, 00 und 1 bis 36. Bei Zero oder Double zero gewinnen nur Einsätze auf diese Felder oder passende Kombinationen; andere mehrfache Chancen und alle einfachen Chancen verlieren. Wegen der Doppel-Null beträgt der Bankvorteil in den USA 2/38 = 5,26 %. Die Wette auf 0/00/1/2/3, First Five, wird 6 : 1 ausgezahlt und hat mit 7,89 % den höchsten Bankvorteil.

Genannte Roulette-Varianten sind Boule, das mechanische Pferderoulette Petits chevaux, Sandown, Glücksrad und Multicolore. Russisches Roulette wird ebenfalls erwähnt. Englisches Roulette ist ein anderer Name für das Kartenglücksspiel Hoggenheimer.

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