Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Robert Spencer (Religionswissenschaftler)
... Religionswissenschaftler, Schriftsteller und Blogger. In seinen Büchern setzt er sich vor allem mit dem Islam und dem Dschihad auseinander. Er ist Gründer …
Inhalt4 Abschnitte
Person und Tätigkeit
Robert Bruce Spencer (* 27. Februar 1962 in Bedford, New Hampshire) ist ein US-amerikanischer Religionswissenschaftler, Schriftsteller und Blogger. Seine Veröffentlichungen befassen sich vor allem mit dem Islam und dem Dschihad. Bekannt ist er außerdem als Gründer und Leiter der Webseite Jihad Watch, eines von ihm geschaffenen Blogs, der als eine der wichtigsten Seiten des sogenannten Counterdschihad beschrieben wurde.
Spencer schloss 1986 sein Master-Studium in Religionswissenschaft an der University of North Carolina at Chapel Hill ab. Einen Doktor- oder Professorentitel strebte er nach eigenen Angaben nicht an, weil die Nahoststudien „hoch politisiert“ gewesen seien und sich von ehrlicher akademischer Arbeit entfernt hätten. Diese Begründung gibt seine eigene Einschätzung wieder und ist keine allgemein anerkannte Bewertung des Fachs.
Religiöse und politische Bezüge
Spencer war Mitglied des Christian-Islamic Forums, einer katholischen Gruppe, die sich die Missionierung von Muslimen zur Aufgabe gemacht hatte. Er gehört der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche an. Seine Großeltern wanderten nach Angaben des Artikels wegen religiöser Verfolgung von Christen aus dem Libanon, der damals Teil des Osmanischen Reiches war, in die Vereinigten Staaten aus.
Seine Ansichten über den Islam wurden unter anderem bei Radio Vatikan, in der New York Post, der Washington Times, Kanadas The National Post, FrontPageMag und WorldNet Daily veröffentlicht. 2007 nahm Spencer prominent an der Kölner Anti-Islamisierungs-Konferenz teil. Dort traf er Politiker des rechtspopulistischen Vlaams Belang, um nach eigener Aussage ein transatlantisches Bündnis zu begründen. 2008 wies er die Kritik daran zurück und erklärte, er unterstütze offiziell keine Parteien, auch nicht Vlaams Belang und die rechtsextreme British National Party.
Die gemeinsam mit Pamela Geller betriebene Organisation Stop Islamization of America (SIOA) wird von der Anti-Defamation League und dem Southern Poverty Law Center als sogenannte Hategroup eingestuft. Damit bezeichnen diese Organisationen SIOA als eine Gruppe, die zum Hass anstachelt. Diese Einstufung ist eine Bewertung durch die genannten Organisationen und nicht als unstrittige Selbstbeschreibung Spencers oder SIOAs dargestellt.
Rezeption und Kontroversen
Spencers Arbeit wurde von Dennis Prager gelobt, zugleich aber von der mehrfachen Premierministerin Pakistans Benazir Bhutto und der Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong kritisiert.
Am 20. Dezember 2006 gab die pakistanische Regierung bekannt, dass Spencers Buch The Truth About Muhammad verboten werde. Als Grund nannte sie ihre Ablehnung des in dem Buch präsentierten Materials. Im August 2010 bezeichnete die Washington Post Spencer und Pamela Geller als konservative Blogger, die Einfluss auf den Versuch genommen hätten, den Bau des Projekts 49–51 Park Place zu verhindern. Spencer und Geller bezeichneten das Vorhaben als „Ground Zero Moschee“.
Der norwegische Terrorist Anders Behring Breivik, der am 22. Juli 2011 77 Menschen tötete, berief sich in seinem 1.500-seitigen Manifest mehrfach auf Spencers Schriften. Im Juni 2013 verbot die britische Regierung Spencer und Geller die Einreise nach Großbritannien. Beide hatten bei einer Veranstaltung der English Defence League Reden halten wollen.
2017 unterstützte Spencer Donald Trumps Einreiseverbot für Bürger aus muslimisch geprägten Ländern und schlug vor, Saudi-Arabien und Pakistan in die Liste der verbotenen Länder aufzunehmen. Bereits 2015 hatte er gemeinsam mit Geller einen 18-Punkte-Plan zur „Erhaltung und Verteidigung freier Gesellschaften“ entworfen. Außerdem schrieb Spencer 2017 das Drehbuch für Gellers anti-muslimischen Film Can’t We Talk About This.
Schriften und Themenfelder
Spencer veröffentlichte mehrere Monographien über den Islam für die Free Congress Foundation. Dazu gehören An Introduction to the Qur’an, Women and Islam, An Islamic Primer, Islam and the West, The Islamic Disinformation Lobby, Islam vs. Christianity und Jihad in Context. Außerdem verfasste er Zeitschriftenbeiträge, darunter Islamic extremism is deeply rooted im Ottawa Jewish Bulletin, Band 68, Nr. 8, 2004, S. 9.
Zu seinen als Bestseller aufgeführten Büchern zählen The Politically Incorrect Guide to Islam (And the Crusades) von 2005 und The Truth About Muhammad: Founder of the World’s Most Intolerant Religion von 2006. Weitere Bücher behandeln unter anderem die Darstellung des Islam im Westen, Dschihad und islamisches Recht im Verhältnis zu Nichtmuslimen. Beispiele sind Islam Unveiled (2002), Onward Muslim Soldiers (2003), The Myth of Islamic Tolerance (2005), Religion of Peace? (2007), Stealth Jihad (2008) und The Complete Infidels’ Guide to the Koran (2009).
Spätere Veröffentlichungen befassen sich unter anderem mit der Obama-Präsidentschaft, den Ursprüngen des Islam, dem „Arabischen Winter“, ISIS, Iran, Islamophobie und der Redefreiheit. Zu diesen Werken gehören Did Muhammad Exist? (2012, mit Johannes J. G. Jansen), Not Peace But a Sword (2013), The Arab Winter Comes to America (2014), The Complete Infidel’s Guide to ISIS (2015), The Complete Infidel’s Guide to Iran (2016), Confessions of an Islamophobe (2017), The Complete Infidels’ Guide to Free Speech (and Its Enemies) (2017) sowie The Critical Qur’an Explained from Key Islamic Commentaries and Contemporary Historical Research (2022).