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Regionale Geographie

Die regionale Geographie oder spezielle Geographie ist jener Teil der Geographie, welcher sich mit bestimmten Teilgebieten der festen Erdoberfläche ( …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Arbeitsweise
  2. 2. Abgrenzung zur allgemeinen Geographie
  3. 3. Inhalte, Teilgebiete und heutige Perspektive

Gegenstand und Arbeitsweise

Die regionale Geographie, auch spezielle Geographie, untersucht bestimmte Teilgebiete der festen Erdoberfläche, der Landschaftssphäre. Ihr Untersuchungsgegenstand ist jeweils eine Region, etwa ein Land oder eine Landschaft. Sie beschreibt und erklärt Regionen nicht nur als Flächen auf einer Karte, sondern erfasst ihre räumlichen Elemente, Strukturen, Prozesse und Funktionsweisen. Dabei sind besonders die Wechselwirkungen zwischen Geofaktoren wichtig. Geofaktoren sind Einflüsse und Bedingungen, die einen Raum prägen.

Die regionale Geographie kann idiographisch oder typologisch arbeiten. Idiographisch bedeutet, dass eine einzelne, konkret abgegrenzte Region untersucht wird. Typologisch bedeutet, dass Regionen nach gemeinsamen Merkmalen geordnet und verglichen werden. Carl Ritter bezeichnete ein klar abgegrenztes Untersuchungsobjekt der speziellen Geographie als „geographisches Individuum“.

Abgrenzung zur allgemeinen Geographie

Die Unterscheidung zwischen allgemeiner, theoretischer Geographie und spezieller, auf einzelne Objekte bezogener Geographie nahm bereits Bernhardus Varenius im 17. Jahrhundert vor. Sein Werk Geographia generalis erschien 1650 und enthielt auch eine umfassende hierarchisch-typologische Klassifikation. Johann Gottfried Gregorii verfasste 1708 die Geographia Novissima Generalis, Specialis, Et Specialissima.

Der Meyers (4. Auflage, 1885 bis 1892) unterscheidet zwei Ordnungsweisen: Die spezielle Geographie ordnet Stoff nach Erdräumen, die allgemeine Geographie ordnet Objekte und Erscheinungen unabhängig von Erdräumen in Kategorien. Beide beschäftigen sich mit denselben Gegenständen. Die spezielle Geographie untersucht aber einzelne konkrete Räume oder Objekte, während die allgemeine Geographie gemeinsame Merkmale zu allgemeinen Begriffen zusammenfasst.

Ein Beispiel sind Hochgebirge: Die spezielle Geographie behandelt einzelne Gebirge oder Gebirgssysteme wie Alpen, Pyrenäen, Himalaja und Andes. Die allgemeine Geographie bildet daraus den Begriff „Hochgebirge“ und beschreibt gemeinsame Merkmale, etwa inneren Bau, äußeres Relief, Dimensionen sowie klimatische und biologische Kennzeichen.

Inhalte, Teilgebiete und heutige Perspektive

Zum Fachgebiet gehören Kenntnisse über Landschaften und Landschafts(teil)systeme sowie über deren dynamische Veränderungen in Raum und Zeit, mit oder ohne menschlichen Einfluss. Untersucht werden Landschaften auf verschiedenen Skalenniveaus. Außerdem betrachtet die regionale Geographie soziale, demographische und ökonomische Strukturen und ihren Wandel auf unterschiedlichen Maßstabsebenen.

Sie gliedert sich in Länderkunde und Landschaftskunde. Länderkunde ist die spezielle Geographie politischer Räume und im weiteren Sinn humangeographischer Räume; sie wird auch Spezielle Humangeographie genannt. Landschaftskunde untersucht Naturräume beziehungsweise im weiteren Sinn physisch-geographische Räume; sie heißt auch Spezielle Landschaftsgeographie oder Spezielle physische Geographie.

Die moderne Geographie betont jedoch weniger die Trennung dieser Teilgebiete als ihre Synthese. Ziel ist das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen menschgemachten und „natürlichen“ Räumen. Klassisch steht die geographische Mesoebene im Mittelpunkt, also Staaten und ähnlich große Landschaftsräume. Zunehmend werden aber auch kleinere Einheiten wie Gemeinden oder einzelne Kleinlandschaften untersucht. Zugleich erweitert sich die Perspektive bis zur gesamten Welt, die als ein geographisches Individuum im Ritterschen Sinne betrachtet werden kann.

Wie andere geographische Fachgebiete besitzt die regionale Geographie einen vergleichenden und einen angewandten Zweig. Sie arbeitet heute mit Geoinformatik und damit eng mit der Kartographie zusammen. Zu einzelnen Teilfachgebieten gibt es ebenfalls spezielle Zweige, beispielsweise spezielle Biogeographie oder spezielle Bevölkerungsgeographie eines Raumes. Weitere Ansätze sind die Dynamische Länder-/Landschaftskunde zur historischen und zukünftigen Raumentwicklung sowie die Problemorientierte Länder-/Landschaftskunde als Teil der angewandten Geographie. Die regionale Geographie liefert außerdem wissenschaftliche Grundlagen für die politisch und soziologisch orientierte Regionalplanung.

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