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Landschaftssphäre
Die Landschaftssphäre ist eine teilnatürliche Erdsphäre und eine Möglichkeit, den Forschungsgegenstand der Wissenschaft namens Geographie zu bezeichnen: Sie …
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Bedeutung und Abgrenzung
Die Landschaftssphäre ist eine teilnatürliche Erdsphäre. Sie bezeichnet den Erdraum, in dem sich die Gegenstände befinden, mit denen sich die meisten geographischen Disziplinen überwiegend beschäftigen. Als maßgebliches Objekt geographischer Forschung wurde sie besonders von Ernst Winkler verstanden.
Sie umfasst den festländischen Erdraum beziehungsweise die landschaftliche Erdhülle: die Gesamtheit der terrestrischen Gebiete und Landschaften der Erde. Gemeint ist die terrestrische Erdoberfläche einschließlich der unmittelbar benachbarten Räume oberhalb und unterhalb dieser Oberfläche.
Im deutschen Sprachraum wird der Begriff dauerhaft vor allem in der Landschaftsökologie verwendet. Diese erforscht terrestrische Ökosysteme, also Landschaftsökosysteme. Wenig gebrauchte oder veraltete Synonyme sind geographische Substanz, geographisches Milieu und geographische Sphäre. Auch Chorosphäre sowie ein bestimmter Geosphäre-Begriff können weitgehend synonym sein.
Bestandteile und Wechselwirkungen
Anders als etwa Atmosphäre und Aquasphäre hat die Landschaftssphäre keinen einfach stofflich greifbaren Gegenstand. Die Atmosphäre umfasst die irdische Lufthülle, die Aquasphäre das irdische Flüssigwasser; die Landschaftssphäre beschreibt dagegen zunächst einen bestimmten Erdraum.
In diesem Raum durchdringen sich die terrestrische Ökosphäre und die terrestrische Anthroposphäre. Zur Anthroposphäre gehören die terrestrische Soziosphäre und Technosphäre. Die Ökosphäre umfasst die Biozönose mit terrestrischer Phytosphäre und Zoosphäre sowie die terrestrische Physiosphäre. Zu dieser zählen die erdbodennahe Atmosphäre (Troposphäre), die terrestrische und küstennahe Hydrosphäre mit Limnosphäre, küstennaher Ozeanosphäre sowie terrestrischer und küstennaher Kryosphäre und die terrestrische Reliefsphäre mit anschließender Lithosphäre, Dekompositionssphäre im engeren Sinn beziehungsweise Pedosphäre.
Die Landschaftssphäre schließt Menschen, ihren Lebensraum und ihre Lebenswirklichkeit ebenso ein wie andere terrestrische Lebewesen und die Lebensgrundlagen beider Gruppen: Rohstoffe und Physiosystem. Kennzeichnend sind die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen den Bestandteilen dieser Erdsphären. Sie bilden ein komplexes Wirkungsgefüge, den Landschaftshaushalt, der Landschaften formt. Entwicklung, Dynamik, Prozesse und räumliche Struktur dieser Landschaften machen die Landschaftssphäre zum zentralen Forschungsgegenstand der Landschaftsökologie.