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Regelmäßiges Verb
Ein regelmäßiges Verb (regelmäßiges Zeitwort) ist ein Verb, dessen Beugungsformen vollständig mit den üblichen Grammatikregeln aus der Nennform abgeleitet …
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Definition und Einteilung
Ein regelmäßiges Verb ist ein Verb, dessen Beugungsformen vollständig nach den üblichen Grammatikregeln aus der Nennform, dem Infinitiv, abgeleitet werden können. Ist das nicht möglich, handelt es sich um ein unregelmäßiges Verb. Alle natürlichen Sprachen besitzen eine unterschiedlich große Anzahl unregelmäßiger Verben.
Im einfachsten Fall gibt es nur eine Verbalklasse, eine Stammform und einen Regelsatz zur Bildung der finiten Verbformen. Finite Verbformen sind nach Person, Zahl, Zeit und gegebenenfalls weiteren grammatischen Merkmalen bestimmt. Komplexere Verbalsysteme können mehrere Flexionsklassen, Stammformen und Arten von Bildungsregeln enthalten.
Wenn eine Sprache mehrere Verbklassen besitzt, gilt meistens die Klasse mit den meisten Mitgliedern als regelmäßig. Dabei ist nicht entscheidend, wie häufig ihre einzelnen Verben tatsächlich verwendet werden.
Spracherwerb und Verarbeitung
Die Psycholinguistik untersucht unter anderem, wie Menschen regelmäßige und unregelmäßige Verben verarbeiten. Kleinkinder übertragen häufig regelmäßige Muster auf unregelmäßige Verben und bilden dadurch Formen wie „geesst“ statt „gegessen“. Dies gilt als Hinweis darauf, dass Kinder Grammatik außerhalb der Schule nicht einfach als ausdrücklich formulierte Regeln lernen. Sie verallgemeinern meist unbewusst beobachtete sprachliche Muster und ergänzen später weitere Muster.
Der Artikel überträgt diese Beobachtung auch auf den modernen Fremdsprachenunterricht. So werde im Englischen die von Kleinkindern zunächst verwendete Form „she work“ zunehmend nicht sofort zu „she works“ korrigiert. Eine frühe Korrektur könne das Lernen wichtigerer Verwendungen der Endung „s“ stören: als Pluralzeichen in „dads“ und als Genitivzeichen in „dad's“.
Als typische Reihenfolge nennt der Artikel zunächst „two dads“, „dad chair“ und „she work“. Nachdem dieser Gebrauch gefestigt ist, komme „dad's chair“ hinzu; zuletzt werde auch „she works“ verwendet. Die Aussage, diese linguistische Erkenntnis sei den meisten Lehrkräften weiterhin unbekannt, wird im Artikel erhoben, aber nicht näher belegt.
Präteritum im Deutschen
In der deutschen Grammatik werden regelmäßige Verben meistens mit den schwachen Verben gleichgesetzt. Entscheidend ist, wie ihre Stammformen für das Präteritum und das Partizip II gebildet werden.
Beim Präteritum dient das Suffix {-t-} als Kennzeichen des schwachen Verbs. Die jeweilige Personalendung folgt danach. Für die 1. und 3. Person Singular im Präteritum ergeben sich beispielsweise:
• kauf-en → kauf-t-e • lern-en → lern-t-e • sag-en → sag-t-e • befrei-en → befrei-t-e
Bildung des Partizips II
Das Partizip II schwacher Verben erhält das Dentalsuffix {-t}, das an den Wortstamm angehängt wird. Normalerweise steht zusätzlich das Präfix {ge-} vor dem Stamm, etwa:
• unk-en → ge-unk-t • setz-en → ge-setz-t • glaub-en → ge-glaub-t
Bei Verben fremder Herkunft auf „-ieren“ entfällt {ge-}, beispielsweise pass-ier-en → pass-ier-t.
Auch bei Verben mit einer Vorsilbe hängt die Bildung von der Betonung ab. Wird der Wortstamm betont, entfällt {ge-}:
• ver-such-en → ver-such-t • be-weg-en → be-weg-t • ent-leer-en → ent-leer-t
Wird dagegen die Vorsilbe betont, erscheint {-ge-} zwischen Vorsilbe und Stamm; es wird dann als Infix bezeichnet:
• ab-sag-en → ab-ge-sag-t • auf-führ-en → auf-ge-führ-t • aus-frag-en → aus-ge-frag-t
Nach Darstellung des Artikels wird die regelmäßige Bildung der Stammformen bei schwachen Verben lediglich durch diese unterschiedlichen Regeln für {ge-} im Partizip unterbrochen.
Verbreitung regelmäßiger Verben
Im Deutschen gibt es deutlich mehr regelmäßige als unregelmäßige Verben. Neubildungen und aus anderen Sprachen übernommene Verben werden fast immer regelmäßig gebeugt, zum Beispiel „chillen“, „bomben“, „recherchieren“ und „röntgen“.
Trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit kommen regelmäßige Verben in Texten seltener vor als starke Verben. Der Grund ist, dass viele besonders häufig gebrauchte Verben stark sind. Der Artikel weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass der Abschnitt über regelmäßige Verben im Deutschen nicht ausreichend mit Belegen ausgestattet ist; seine Angaben sind daher entsprechend vorsichtig einzuordnen.