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Rapid Support Forces

Die RSF entstanden 2013 und bestehen größtenteils aus der arabisch-nationalistischen Dschandschawid-Miliz, die im Darfur-Konflikt auf Seiten der sudanesischen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Entstehung
  2. 2. Einsätze im Ausland und Grenzschutz
  3. 3. Machtkämpfe und Gewalt im Sudan
  4. 4. Vorwürfe ausländischer Unterstützung

Überblick und Entstehung

Die Rapid Support Forces (RSF; arabisch قوات الدعم السريع, Quwwāt ad-daʿm as-sarīʿ, deutsch „Schnelle Unterstützungskräfte“) sind eine paramilitärische Gruppe im Sudan. Paramilitärisch bedeutet, dass sie militärisch organisiert, aber keine reguläre Streitkraft sind. Bis zum Sturz von Präsident Umar al-Baschir im Jahr 2019 unterstanden sie dessen Kommando; danach waren sie an der Militärregierung beteiligt. Ihr Kommandeur ist Generalleutnant Mohammed Hamdan Daglo.

Die RSF entstanden 2013 und bestehen größtenteils aus Angehörigen der arabisch-nationalistischen Dschandschawid-Miliz. Diese kämpfte im Darfur-Konflikt auf der Seite der sudanesischen Regierung und wird für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. Analysten schätzen die Stärke der RSF im Sudan auf 70.000 bis 100.000 Kämpfer.

Seit dem 15. April 2023 versuchen die RSF, die Kontrolle über das Staatsgebiet des Sudan zu erlangen. Dazu greifen sie an zahlreichen strategisch wichtigen Orten Einrichtungen der sudanesischen Streitkräfte und der Regierung an.

Einsätze im Ausland und Grenzschutz

Die RSF waren auch außerhalb des Sudan im Einsatz. Im Zweiten Libyschen Bürgerkrieg unterstützten sie im Juli 2019 die Libyan National Army (LNA) unter Khalifa Haftar in Tobruk bei ihrer Offensive im Westen Libyens. Rund 1000 RSF-Kämpfer befanden sich damals in Libyen.

Im Jemenkrieg kämpfen die RSF gemeinsam mit der sudanesischen Armee auf der Seite Saudi-Arabiens gegen die Huthi-Rebellen. General Daglo erklärte im April 2019, dass die sudanesischen Truppen auch nach dem Sturz Umar al-Baschirs im Jemen bleiben würden, bis „die Ziele der Allianz erreicht sind“.

Seit der europäischen Flüchtlingskrise ab 2015 arbeitete die Europäische Union im Rahmen des Khartum-Prozesses mit mehreren afrikanischen Staaten, darunter dem Sudan, zusammen. Ziel war es, illegale Migration nach Europa und Menschenschmuggel zu bekämpfen. Die RSF waren am Grenzschutz beteiligt, der durch finanzielle Mittel der EU unterstützt wurde. Sie sollten Migranten daran hindern, über Libyen nach Europa weiterzureisen.

Machtkämpfe und Gewalt im Sudan

Im Frühjahr 2019 beteiligten sich die RSF am Militärputsch, der Präsident Umar al-Baschir stürzte. Danach wurde General Daglo stellvertretender Vorsitzender des Militärrates, der zunächst die Regierungsgeschäfte übernahm.

Am 3. Juni 2019 wurden bei einem Massaker vor dem Hauptquartier der Armee mehr als hundert Demonstrierende getötet und über 300 weitere verletzt. Hauptsächlich die RSF werden für diese Tat verantwortlich gemacht. RSF-Kämpfer sollen außerdem zahlreiche Frauen und Männer vergewaltigt haben.

Der seit dem 15. April 2023 laufende Versuch der RSF, die Kontrolle über den Sudan zu gewinnen, führte zu Angriffen auf die regulären Streitkräfte und staatliche Einrichtungen. Im Mai 2024 begannen die RSF mit der Belagerung von Al-Fāschir. Ein Teil der Bevölkerung konnte fliehen, doch zu Beginn der Belagerung hielten sich noch etwa 300.000 Menschen in der Stadt auf. Im August 2025 warnte das Welternährungsprogramm (WFP), die von humanitärer Hilfe abgeschnittenen Bewohner kämpften aufgrund der Hungersnot ums Überleben. Manche müssten Abfälle und Tierfutter essen, um nicht zu verhungern.

Im Oktober 2025 eroberten die RSF Al-Faschir im Rahmen des Darfur-Konflikts. In einem Krankenhaus der Stadt wurden offenbar mehr als 460 Menschen getötet. Am 1. Dezember 2025 nahmen die RSF außerdem die Stadt Babanusa ein.

Vorwürfe ausländischer Unterstützung

Mehreren ausländischen Akteuren wird vorgeworfen, die RSF direkt oder indirekt unterstützt zu haben. Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden wiederholt einer solchen Unterstützung bezichtigt.

Auch Einrichtungen innerhalb der Europäischen Union sollen die RSF in der Vergangenheit indirekt finanziert haben. Nach Angaben des Deutschlandfunks flossen Gelder europäischer Organisationen und EU-Botschaften, darunter der deutschen Botschaft, an das wirtschaftliche Umfeld der RSF. Als Beispiel wird das Unternehmen „Shield Protective Solutions“ genannt, das dem Bruder des RSF-Kommandeurs untersteht. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit soll diese Kooperation auch nach Ausbruch des Krieges im Sudan fortgesetzt haben. Der Artikel gibt diese Angaben als Vorwürfe beziehungsweise Medienberichte wieder, nicht als abschließend bewiesene Tatsachen.

Al Araby TV berichtete zudem über Verbindungen zwischen Mohammed Hamdan Daglo und dem russischen privaten Militärunternehmen Wagner. Geleakte Dokumente weisen demnach auf Unterstützung hin: Wagner soll die Truppen Daglos ausgebildet und mit Ausrüstung versorgt haben, darunter gepanzerte Fahrzeuge und Kampfhubschrauber. Während Daglos Russlandbesuch 2018 soll das Unternehmen außerdem Sicherheitsdienste für ihn erbracht haben.

Nach Einschätzung des Robert Lansing Institute besteht Wagners wichtigste Aufgabe in der Region darin, den von den RSF beherrschten Goldbergbau zu schützen und zu kontrollieren sowie Konkurrenten in der Goldindustrie Süd-Darfurs zu bekämpfen. Das Institut geht davon aus, dass Russland sudanesisches Gold unter Umgehung der offiziellen Exportbestimmungen nach Russland bringt. Dadurch verliere der sudanesische Staatshaushalt Milliarden USD.

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