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Paschen (Musik)

Unter Paschen (zu Patschen, ‚Schlagen, Klatschen') versteht man gemeinsames rhythmisches Klatschen der Burschen und Männer im österreichisch-bayrischen Raum …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kern und Verbreitung
  2. 2. Entstehung und Brauch
  3. 3. Musikalischer Ablauf
  4. 4. Rollen und Rhythmus
  5. 5. Klanggestaltung und Verwandtes

Kern und Verbreitung

Paschen ist gemeinsames rhythmisches Klatschen von Burschen und Männern im österreichisch-bayrischen Raum. Es ist eine eigenständige musikalische Praxis, bei der mehrere Personen zusammen ein genau abgestimmtes Klatschmuster ausführen.

Am weitesten verbreitet ist Paschen im Salzkammergut. Dort unterscheiden sich der steirische, der oberösterreichische und der salzburgische Teil des Salzkammergutes deutlich in Rhythmik, Aufbau und Leitmusik.

Entstehung und Brauch

Das hochstilisierte Klatschen entwickelte sich vermutlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer eigenen Kunstform. Seine Entstehung steht wahrscheinlich mit dem Brauchleben ländlicher Burschengemeinschaften in Verbindung. Traditionell paschen bis heute nur Männer.

Eine erste Transkription stammt vom Volksliedforscher Josef Pommer aus Fuschl im Jahr 1891.

Musikalischer Ablauf

Traditionell wird Paschen als Mittelteil zu einem gesungenen, oft spöttischen Gstanzl verwendet. Ein Gstanzl ist ein kurzes volkstümliches Lied oder Liedvers. Paschen kommt außerdem im Rahmen von Volkstänzen wie Landler oder Steirer vor, sowie allgemein beim Singen geeigneter Volkslieder.

Häufig wechselt Paschen mit Jodeln und Juchitzern ab. Jodeln ist textloser Brust- und Falsettgesang; Juchitzer sind melodiöse Schreie. Ein typischer Aufbau kann sein: Singen – einmal Paschen – Singen – zweimal Paschen – Singen – Jodeln – dreimal Paschen.

Rollen und Rhythmus

Beim Paschen gibt es einen Vorpascher. Er gibt die Kommandos und leitet die anderen Pascher in der Rhythmik an.

Die rhythmische Struktur kann sehr kompliziert sein. Sie erfordert Begabung, jahrelange Übung und gutes Zusammenspiel. Bis zu sechs oder noch mehr unterschiedliche Funktionen können gleichzeitig vorkommen, deshalb braucht gutes Paschen mehrere Leute.

Der Vorpascher klatscht den Grundrhythmus. Der Zuahipascher klatscht die Synkopen dazwischen; Synkopen sind Betonungen oder Klatscher, die zwischen den erwarteten Hauptschlägen liegen. Dritter und eventuell Sechsterer klatschen im Dreiertakt, meist synkopierend, dreimal beziehungsweise insgesamt alle sechs Achteln. Ein Achterer klatscht im Zweiertakt acht Sechzehntel. Diese Funktionen können auch mehrfach besetzt sein.

Klanggestaltung und Verwandtes

Für den Klang werden häufig Flachhandklatschen und Hohlhandklatschen gezielt kombiniert. Beim Hohlhandklatschen entsteht durch die gewölbte Hand ein anderer Klang als beim flachen Klatschen. Der Wechsel geschieht auf Zuruf des Paschers, zum Beispiel mit dem Kommando „hohl!“.

Eine verwandte Tradition ist das in Spanien als palmas bezeichnete Klatschen zu Gesängen und Tänzen der Flamencomusik. Es ähnelt dem Paschen in der rhythmischen und klanglichen Komplexität der Ausführung.

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