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Partita

Als Partita (von italienisch partire = teilen, zerteilen, abteilen) wird in der Musik einerseits eine Folge von instrumentalen Tanzsätzen bezeichnet, …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutungen
  2. 2. Partita als Variationssatz
  3. 3. Partita als Folge von Tanzsätzen

Grundbedeutungen

Partita bezeichnet in der Musik zwei unterschiedliche, miteinander verbundene Formen: eine Folge instrumentaler Tanzsätze oder eine Folge von Variationen. Im ersten Sinn ist Partita ein Alternativbegriff zur barocken Suite. Im zweiten Sinn werden eine Melodie oder eine Basslinie wiederholt und dabei auf verschiedene Arten verändert.

Die Bedeutungen entwickelten sich aus der Praxis, musikalisches Material wiederholt zu verwandeln. Deshalb kann Partita entweder einen einzelnen Variationssatz als Formteil oder gelegentlich die gesamte Variationenreihe beziehungsweise das vollständige Werk meinen.

Partita als Variationssatz

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts und im 17. Jahrhundert bezeichnete Partita zunächst vor allem das Gestaltungsprinzip der variierenden Wiederholung. Eine kurze Melodie oder eine Basslinie wird mehrmals wiederholt; jede Wiederholung erscheint jedoch in veränderter Gestalt. Die einzelnen verzierten oder umgearbeiteten Abschnitte heißen Parti.

Eine frühe Verwendung findet sich in Vincenzo Galileis Libro d’intavolatura di liuto von 1584. Dort spricht er von einer „Romanesca undecima con cento parti“ und einem „passamezzo sesto con parti“. Die Parti sind hier variierte Teile einer zuvor vorgestellten kurzen Melodie und gehören zu einer Gesamtkomposition.

Partiten wurden zunächst häufig für Zupf- oder Tasteninstrumente komponiert. Sie stehen in engem Zusammenhang mit Ostinato-Variationen, bei denen eine gleichbleibende Basslinie die Grundlage bildet. Dazu gehören Folia, Romanesca und Chaconne. Wenn dagegen eine Melodie als Vorlage dient, verwendete man im 17. Jahrhundert meist volkstümliche Melodien. Beispiele sind Girolamo Frescobaldis Partite 8 sopra l’Aria di Ruggiero und Partite 6 sopra l’aria di Monicha sowie Johann Jakob Frobergers Partita auff die Mayerin.

Auch Variationskompositionen, die „Partita“ nicht im Titel tragen, können den Begriff innerhalb des Werkes als Synonym für „Variation“ verwenden, etwa Frescobaldis Aria detta la Frescobalda.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde das deutsche Kirchenlied zu einer weiteren Grundlage. Daraus entstand die Choralpartita: Auf ein Choralthema folgen figurierte, also musikalisch ausgestaltete Variationen. Sie wurde zum prominentesten Vertreter der Variations-Partita. Beispiele sind Johann Pachelbels Choralpartita Was Gott tut, das ist wohlgetan (P 379) sowie Johann Sebastian Bachs Choralvariationen Christ, der du bist der helle Tag (BWV 766) und Ach, was soll ich Sünder machen (BWV 770).

Partita als Folge von Tanzsätzen

Als sich Melodie-Variationen zunehmend an verbreiteten Tanzsatz-Typen wie Allemande, Courante und Sarabande orientierten, erhielt Partita eine zusätzliche Bedeutung. Die Variationen übernahmen dabei musikalische Charakteristiken dieser Tänze. Partita bezeichnete nun nicht mehr nur eine einzelne Variation innerhalb eines Gesamtwerks, sondern das Gesamtwerk aus mehreren tanzsatzartigen Einzelsätzen.

Bereits Frescobaldi richtete Variationen an Tanzcharakteren aus. Beispiele aus seiner Aria detta la Frescobalda sind die „Terza Parte: Gagliarda“ und die „Quinte Parte: Corrente“.

In diesem Sinn entspricht Partita dem Begriff Suite. Beide bezeichnen eine Folge verschiedener Tanzsätze und können daher dasselbe Werk meinen. Der Suiten-Begriff stammt aus der französischen Musik, während Partita italienischen Ursprungs ist. Johann Sebastian Bach verwendete Partita häufig im Sinn von Suite; dafür stehen seine Clavierübung und seine Partiten für Violine solo.

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