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Ostantarktika
Es enthält den Südpol und liegt überwiegend, aber nicht vollkommen, in der östlichen Hemisphäre der Erde. Karte der Antarktis mit Ostantarktika ... Geographie und …
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Überblick und Lage
Ostantarktika ist der durch das Transantarktische Gebirge von Westantarktika getrennte Teil der Antarktis. Es enthält den geografischen Südpol und liegt überwiegend, aber nicht vollständig, in der östlichen Erdhalbkugel. Mit einer Landfläche von rund 10,4 Millionen km² nimmt Ostantarktika den weitaus größten Teil des antarktischen Festlands ein und ist größer als Australien. Es besitzt damit kontinentale Ausmaße, während Westantarktika eher einem Subkontinent oder einer riesigen Halbinsel entspricht.
Im Norden ist Ostantarktika überall vom Südlichen Ozean umgeben. Vom Südpol aus reicht das Festland größtenteils bis ungefähr zum südlichen Polarkreis. Eine Ausnahme bildet die Küste des Königin-Maud-Lands, die weiter südlich, ungefähr am 70. südlichen Breitengrad, liegt. Gegenüber Westantarktika wird das Gebiet durch die Küsten des Weddellmeers und des Rossmeers sowie durch die südlich daran anschließenden Schelfeise begrenzt. Schelfeis ist eine mit dem Festlandeis verbundene Eisfläche, die auf dem Meer schwimmt. Weddell- und Rossmeer schneiden tief in den Kontinent ein. Dadurch entsteht zwischen der Zentralantarktis im Osten und Marie-Byrd-Land im Westen eine Landenge, welche die Abgrenzung auf dem Festland bildet.
Entstehung des Eisschilds
Die ersten größeren Eiskappen Ostantarktikas entstanden während einer schnellen weltweiten Abkühlung am Übergang vom Eozän zum Oligozän vor 33,9 bis 33,7 Millionen Jahren. Ein wichtiger Auslöser war die Bildung der heute etwa 480 Seemeilen breiten Drakestraße zwischen Südamerika und Antarktika. Sie verbindet den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean.
Bis in das spätere Eozän bestand zwischen Antarktika und Südamerika eine Landverbindung. Als sich die Drakestraße öffnete und vertiefte, entstand der Antarktische Zirkumpolarstrom. Dieser Meeresstrom umfließt Antarktika und schnitt den Kontinent von der Zufuhr wärmeren Meerwassers ab, wodurch er thermisch isoliert wurde. Die Vereisung des südpolaren Festlands setzte bei einem CO₂-Schwellenwert von ungefähr 600 ppm ein. ppm bezeichnet hier den Anteil von CO₂-Teilchen pro einer Million Luftteilchen. Anfangs wurde die Vereisung außerdem durch zyklische Veränderungen der Erdbahnparameter gesteuert. Dieser Vorgang markiert den Beginn des Känozoischen Eiszeitalters.
Extremes Klima
Ostantarktika besitzt insgesamt ein noch lebensfeindlicheres Klima als Westantarktika. Die Temperaturen sind niedriger, und eisfreie Gebiete, wie sie beispielsweise an den Küsten der Antarktischen Halbinsel vorkommen, fehlen praktisch vollständig. Entlang eines Gebirgsrückens zwischen den Hochebenen Dome A und Dome F erfasste der Satellit Landsat 8 im Jahr 2013 Temperaturen von minus 93 Grad Celsius und darunter. Damit liegt dort der kälteste Ort der Erde.
Auch der Pol der Unzugänglichkeit befindet sich in Ostantarktika. Damit ist der hoch auf dem Eispanzer gelegene Punkt des Kontinents gemeint, der am weitesten von jeder Küste entfernt ist. Ein wichtiger Unterschied zu Westantarktika besteht darin, dass der ostantarktische Eisschild überwiegend auf Festland ruht, das über dem Meeresspiegel liegt.
Globale Erwärmung und Eismasse
Die Entwicklung des ostantarktischen Eisschilds unter dem Einfluss der globalen Erwärmung ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Für Westantarktika gilt der Eisverlust als unstrittig. Eine Studie vom Januar 2019 nimmt auch für ostantarktische Regionen ein beschleunigtes Abschmelzen an. Eine Publikation der European Geosciences Union kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass der Ostantarktische Eisschild derzeit relativ stabil sei und keinen bedeutenden Masseverlust aufweise.
Eine im Juni 2018 veröffentlichte Untersuchung von etwa 80 Erdsystem- und Geowissenschaftlern wertete Langzeitmessungen aus den Jahren 1992 bis 2017 aus. Danach nahm die Eismasse Ostantarktikas entgegen dem Gesamttrend um 5 Milliarden Tonnen pro Jahr zu. Als Erklärung wird angeführt, dass die stärkere Verdunstung über den Ozeanen zu mehr Schneefall in Ostantarktika führt. Der Masseverlust des westantarktischen Eisschilds überwog diesen Zuwachs jedoch deutlich; im Artikel wird er mit 7 Milliarden Tonnen pro Jahr angegeben.
Paläoklimatologische Analysen, also Untersuchungen des Klimas vergangener Erdzeitalter, zeigen, dass die hoch gelegenen Kerngebiete des Ostantarktischen Eisschilds während des Miozänen Klimaoptimums vor 17 bis 15 Millionen Jahren nur vergleichsweise wenig von der Erwärmung betroffen waren. Demnach wäre dort erst bei einer CO₂-Konzentration von 1000 ppm oder mehr mit einem großflächigen Abschmelzen zu rechnen.
Großlandschaften
Zu den bedeutenden Großregionen Ostantarktikas zählen Königin-Maud-Land, Enderbyland, Mac-Robertson-Land, das Amerikanische Hochland, Wilkesland und Adélieland. Weitere prägende Landschaften sind das Transantarktische Gebirge, das Ost- und Westantarktika voneinander trennt, sowie das hoch gelegene Polarplateau.