Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Novalis – Die blaue Blume

Novalis – Die blaue Blume ist ein deutscher Kinofilm aus dem Jahr 1993 über den Dichter Friedrich von Hardenberg (1772–1801), besser bekannt als Novalis, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Film und Bedeutung
  2. 2. Sterbetraum und Konflikte
  3. 3. Sophie und die Blaue Blume
  4. 4. Bildgestaltung und Drehorte
  5. 5. Musik und Auszeichnung

Film und Bedeutung

„Novalis – Die blaue Blume“ ist ein 93-minütiger deutscher Kinofilm aus dem Jahr 1993 über den Dichter Friedrich von Hardenberg (1772–1801), der unter dem Namen Novalis bekannt wurde. Der deutschsprachige Film ist ab 16 Jahren freigegeben. Regie und Drehbuch stammen von Herwig Kipping; produziert wurde er als Koproduktion des DEFA-Studios für Spielfilme Potsdam-Babelsberg und der Thomas Wilkening Filmgesellschaft mbH. Er gilt als letzte Produktion der DEFA und wurde am 4. Mai 1994 auf dem Schweriner Filmfest uraufgeführt.

Der metaphernreiche, essayistische Spielfilm stellt Novalis’ inneres Erleben und seine Entwicklung zum Dichter in den Mittelpunkt. Zentral ist die Blaue Blume, ein Symbol der Romantik für Sehnsucht, Liebe und das metaphysische Streben nach dem Unendlichen.

Sterbetraum und Konflikte

Friedrich von Hardenberg erlebt sein Leben und Wirken noch einmal in einer Art Sterbetraum. Sein Vater unterdrückt ihn, ruft ihn zur Ordnung und erinnert ihn an seine Verantwortung, das Geschlecht zu erhalten. Friedrich versucht zunächst verzweifelt, sich den weltlichen Dingen zuzuwenden, und übernimmt ein öffentliches Amt. Gleichzeitig will sein Onkel, der Großkreuz, ihm eine neue „Poesie des Krieges“ vermitteln. Am Ende verweigert Friedrich sich sowohl dem Amt als auch dieser Vorstellung von Dichtung.

Er wird von Fragen nach Liebe, Nähe, dem deutschen Wesen und der Schwere des Lebens gequält. Diese Konflikte zeigen seinen Gegensatz zu den Erwartungen seiner Familie und der Gesellschaft.

Sophie und die Blaue Blume

Die Begegnung mit der zwölfjährigen Sophie von Kühn verändert Friedrich. Sie wird zu seiner Muse, also zur Quelle seiner dichterischen Inspiration. Dadurch beginnt seine Entwicklung zu einem befreiten Dichter und Denker. Es folgen Euphorie und die Erforschung des Metaphysischen, also dessen, was über die unmittelbar erfahrbare Wirklichkeit hinausgeht.

Sophie stirbt; eine Vermählung der beiden findet nur im Traum statt. Für Friedrich wird die Blaue Blume zum Sinnbild ihrer ewigen Liebe. Sie symbolisiert die romantische Vorstellung, dass eine Vereinigung im Ideal selbst über den Tod hinaus möglich ist.

Bildgestaltung und Drehorte

Gedreht wurde an Originalschauplätzen im Land Brandenburg, auf der Insel Rügen und im Berliner Olympiastadion sowie in großen Kulissen des Studios Babelsberg in Potsdam. Günther Petzold war für die Ausstattung verantwortlich; Hans Clausing und Klaus Wrede übernahmen die Bau-Ausführung, Frank Zschiesche die Glasmalerei.

Der Film verwendet zahlreiche optische Spezialeffekte. Kameramann Tony Loeser und Szenenbildner Günter Petzold entwickelten dafür eine Trickkonzeption auf der Grundlage traditioneller, direkt vor der Kamera erzeugter Filmtricks. Für ein Bildzitat aus Arnold Böcklins Gemälde „Die Toteninsel“ kam die Vorsatzmodelltechnik zum Einsatz: Eine Modellinsel wurde drei Meter vor der Kamera auf zwei Stangen befestigt, während im Hintergrund ein Potsdamer See zu sehen war. Durch den freien Blick zum Wasser konnte der Tod auf einem Kahn zur Insel fahren.

Musik und Auszeichnung

Herwig Kipping stellte die Musik aus bekannten Werken unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zusammen. Verwendet wurden unter anderem Beethovens 9. Sinfonie, Mozarts 21. Klavierkonzert, Debussys „Syrinx“, Bachs „Johannis-Passion“, der „Kaiserwalzer“ von Johann Strauss (Sohn), Motive aus „War Master“ von Bolt Thrower und Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“. Eva-Maria Hagen sang „Und wenn ich tot bin“, ein Lied von Wolf Biermann.

Die Filmbewertungsstelle verlieh „Novalis – Die blaue Blume“ das Prädikat „wertvoll“.

Weiterlesen