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Nauruische Sprache

Vokale: a, ã, e, i, o, õ, u, ũ · Semivokal: j · Konsonanten: b, c, d, f, g, h, j, k, l, m, n, ñ, p, q, r, s, t, w, y, z.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Dialekte und Standardsprache
  3. 3. Schrift und Alphabet
  4. 4. Reform der Rechtschreibung
  5. 5. Aussprache
  6. 6. Wortschatz und Beispieltext

Überblick

Nauruisch, auf Nauruisch dorerin Naoero, ist eine mikronesische Sprache. Sie wird nur auf Nauru gesprochen und hat etwa 7.500 Sprecher. Nauruisch ist Amtssprache in Nauru. Die Sprachcodes sind ISO 639-1: na, ISO 639-2: nau und ISO 639-3: nau.

In der linguistischen Einordnung gehört Nauruisch zu den austronesischen Sprachen. Innerhalb dieser Sprachfamilie wird es unter anderem den malayo-polynesischen, ozeanischen, mikronesischen und eigentlichen mikronesischen Sprachen zugeordnet.

Dialekte und Standardsprache

Nach einem 1937 in Sydney veröffentlichten Bericht gab es auf Nauru bis 1888, also bis zum Beginn der deutschen Kolonialherrschaft, und bis zur Veröffentlichung der ersten nauruischen Texte viele Dialekte. Manche Unterschiede waren so groß, dass Menschen aus verschiedenen Distrikten offenbar Schwierigkeiten hatten, einander vollständig zu verstehen.

Durch den zunehmenden Einfluss ausländischer Sprachen und durch mehr gedruckte oder geschriebene Texte auf Nauruisch vermischten sich diese Dialekte allmählich zu einer Standardsprache. Dazu trugen auch die Wörterbücher und Übersetzungen von Alois Kayser und Philip Delaporte bei.

Heute gibt es praktisch keine starken Dialektunterschiede mehr. Nur im Distrikt Yaren wird noch ein Dialekt gesprochen, der sich aber kaum noch von der Standardsprache unterscheiden lässt.

Schrift und Alphabet

Die nauruische Schriftsprache verwendete ursprünglich 17 Buchstaben: die fünf Vokale a, e, i, o, u und zwölf Konsonanten b, d, g, j, k, m, n, p, q, r, t, w. Die Buchstaben c, f, h, l, s, v, x, y und z gehörten zunächst nicht zum Alphabet.

Mit dem wachsenden Einfluss anderer Sprachen kamen mehr Buchstaben hinzu. Genannt werden vor allem Deutsch, englisch-basierte Kreolsprachen wie Tok Pisin und Bislama sowie Kiribati. Außerdem wurden Vokale genauer unterschieden. Umlaute und ähnliche Laute wurden mit einer Tilde markiert, zum Beispiel õ und ũ.

Heute werden 28 lateinische Buchstaben verwendet. Dazu gehören die Vokale a, ã, e, i, o, õ, u, ũ, der Semivokal j und die Konsonanten b, c, d, f, g, h, j, k, l, m, n, ñ, p, q, r, s, t, w, y, z. Die Buchstaben v und x werden bis heute nicht verwendet.

Reform der Rechtschreibung

1938 versuchte ein nauruisches Sprachkomitee um Timothy Detudamo, die Sprache für Europäer und Amerikaner leichter verständlich zu machen. Geplant war zunächst, für verschiedene Vokallaute möglichst viele diakritische Zeichen einzuführen. Diakritische Zeichen sind Zusatzzeichen an Buchstaben, etwa Akzente oder Tilden, die eine besondere Aussprache anzeigen.

Schließlich sollte nur ein Akzent anstelle der bisherigen Tilde eingeführt werden. So sollten õ und ũ durch ò und ù ersetzt werden. Das ã wurde dem e gleichgesetzt. Außerdem wurde die Einführung von y beschlossen, um es von Wörtern mit englischem j zu unterscheiden: ijeiji sollte zum Beispiel iyeyi werden. Das ñ sollte durch ng ersetzt werden, um es vom spanischen Ñ zu unterscheiden. Die Doppelkonsonanten bu und qu sollten zu bw und kw werden. Das bisherige ts, das wie englisches j gesprochen wird, sollte durch j ersetzt werden; als Beispiel wird die Änderung von Baiti zu Beiji genannt. Außerdem sollte ein w am Wortende entfernt werden.

Diese Reformen setzten sich nur teilweise durch. Õ und ũ werden weiterhin mit Tilde geschrieben. Die Zeichen ã und ñ werden heute nur noch selten benutzt und häufig durch e und ng ersetzt. Die Schreibungen bw und kw haben sich durchgesetzt. Umstritten blieben j statt ts und y. Die Distrikte Baiti und Ijuw werden weiterhin nach alter Schreibweise geschrieben, obwohl sie nach der Reform Beiji und Iyu heißen würden. Das y hat sich jedoch weitgehend im Sinne der Reform durchgesetzt.

Aussprache

Die Vokale mit Tilde bezeichnen im Allgemeinen Umlaute: ã wird wie ä, õ wie ö und ũ wie ü ausgesprochen. Die Vokale können im Nauruischen mehrere Klangwerte haben.

Der Vokal a hat fünf verschiedene Klänge, unter anderem wie in englisch father, französisch madame, englisch quantity, französisch lâche und als ã wie in deutsch Mähne. Der Vokal e hat drei Klänge, zum Beispiel wie in englisch pet, pain und französisch épée. Der Vokal i hat zwei Klänge: wie in deutsch Sinn und als Mischklang aus ü und i. Der Vokal o hat drei Klänge, darunter wie in englisch roll, englisch son und als õ wie in deutsch Möhre oder französisch feu. Der Vokal u hat vier Klänge, darunter wie in englisch took, als ũ wie in deutsch Mühe, ein tieferer ü-Klang und ein Mischklang aus u und ü.

Bei den Konsonanten ist besonders ñ wichtig. Es steht für den Laut ng. Obwohl Wörter mit ñ heute eigentlich mit ng geschrieben werden sollten, wird das ältere ñ weiterhin häufig verwendet. Der Distrikt Meneng heißt auf Nauruisch deshalb sowohl Meneñ als auch Meneng.

Wortschatz und Beispieltext

Im nauruischen Wortschatz finden sich einige deutsche Lehnwörter, zum Beispiel Gott und firmament. Das wird im Artikel mit dem starken Einfluss deutscher Missionare erklärt. Im heutigen Nauruischen gibt es außerdem wegen der engen Verbindung Naurus zu Australien viele englische Wörter.

Beispiele aus dem Wortschatz sind anubumin für „Nacht“, aran für „Tag“, aròùrö für „Strand“, bagadugu für „Vorfahren“, ebe für „Arm“, ebok für „Wasser“, ianweron für „Himmel“, iao für „Licht“, iow für „Frieden“ und itũr für „Finsternis“ oder „Dunkelheit“. Die Grußformel (e)kamawir omo bedeutet „Mit freundlichen Grüßen“, tarawong (ka) bedeutet „Tschüss“ oder „Bis bald“.

Als Textbeispiel enthält der Artikel einen nauruischen Bibeltext aus Genesis 1,1–1,8. Darin kommen unter anderem die Wörter Gott, firmament, ianweron, iaõ, itũr und ebõk vor. Das Beispiel zeigt, wie die besondere Schreibung mit Tilden, ñ und nauruischen Lautformen in einem längeren Text aussieht.

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