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Musikexpress

Der Musikexpress ist eine monatlich erscheinende deutsche Zeitschrift, die hauptsächlich Rock- und Popmusik behandelt. Neben ausführlichen Interviews und …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Entwicklung der Zeitschrift
  3. 3. Auflage
  4. 4. Weitere Angebote und Aktivitäten
  5. 5. Online, Mode, Klubtour und Podcast
  6. 6. Einordnung und Auszeichnungen

Überblick

Der Musikexpress ist eine monatlich erscheinende deutsche Musikzeitschrift. Sie behandelt vor allem Rock- und Popmusik, aber auch Electro, Hip-Hop, Independent-Musik und weitere Bereiche der Popkultur. Zum Inhalt gehören ausführliche Interviews, Artikel über wichtige Musikerinnen und Musiker, Rezensionen von Tonträgern, Konzertberichte sowie Beiträge über Popliteratur, Pop Art, Kinofilme und DVDs.

Die Zeitschrift erscheint auf Deutsch und hat ihren Verlags- und Redaktionssitz in Berlin-Kreuzberg. Herausgeber ist die Mediahouse Berlin GmbH. Chefredakteur ist Sebastian Zabel, Geschäftsführerin Petra Kalb. Die Erstausgabe der deutschsprachigen Ausgabe erschien 1969. Die verkaufte Auflage lag im vierten Quartal 2018 bei 51.836 Exemplaren. Seit dem Umzug der Redaktion von München nach Berlin im Jahr 2010 erschien das Magazin zunächst beim Axel Springer Mediahouse Berlin; seit Juli 2023 firmiert die Verlagsgruppe als Mediahouse Berlin, nachdem Petra Kalb die Mehrheitsanteile der Axel Springer SE übernahm.

Jedem Heft lag lange eine CD bei, die thematisch zur jeweiligen Ausgabe passte; ausgenommen waren die Ausgaben 11/2024 und 02/2026. Seit April 2021 erhalten nur noch Abonnenten diese CD postalisch zusammen mit dem Heft. In unregelmäßigen Abständen gibt es außerdem Extras wie 7-Inch-Vinylsingles, Bücher, Kalender und DVDs.

Entwicklung der Zeitschrift

Der Musikexpress geht auf die niederländische Zeitschrift Muziek Expres zurück, die im Januar 1956 in Den Haag gegründet wurde. Sie diente ursprünglich dazu, Konzertveranstaltungen des holländischen Veranstalters Paul Acket zu bewerben. Anfang der 1960er Jahre druckte die Zeitschrift das Programm des illegalen Senders Radio Veronica ab, was ihre Auflage steigerte.

1969 bezog eine deutsche Redaktion Büros in Köln. Seit Juli 1969 erschien eine eigenständige deutschsprachige Version. Sie begann mit der Heft-Nummer 163 und kostete 1,50 DM. Diese deutsche Ausgabe hatte sich aus einem deutschen Textblatt entwickelt, das zuvor einer holländischen Druckversion beigelegt worden war. Seit 1971 erscheint der Musikexpress monatlich in Deutschland. Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2019 lag der Ausgabe 09/19 ein Reprint der deutschen Erstausgabe bei.

1974 verkaufte Paul Acket das niederländische Unternehmen Muziek Expres mit den Marken Muziek Expres und Popfoto an die VNU. Bis 1975 wurde die deutsche Redaktion noch in den Niederlanden geführt. Ab März/April 1975 wurde Jörg Troska Chefredakteur der deutschen Ausgaben von Popfoto und Musik Express in Köln. Im selben Jahr wurden Musik Express und Popfoto an Claus Grötzschel und Wolfgang Schrader verkauft, die geschäftsführende Gesellschafter der Hamburger Sounds-Verlag GmbH waren. Die Redaktionen zogen nach Hamburg zur Sounds-Redaktion. Ab 1976 gehörten beide Zeitschriften zum neu gegründeten M + P Zeitschriftenverlag.

1982 wurden Musik Express und Sounds an die Münchener Marquard Media Gruppe verkauft. Im Januar 1983 wurden sie unter dem Namen Musikexpress/Sounds zusammengeführt. 1984 erreichte Musikexpress/Sounds mit 181.327 Exemplaren die bislang höchste Auflage. Im Jahr 1989 erschien die letzte Ausgabe des holländischen Muziek Expres. 2000 übernahm der Axel-Springer-Verlag die Zeitschrift zusammen mit anderen Titeln der Marquard Medien; mit der September-Ausgabe 2000 wurde der Beiname Sounds abgelegt. Zum Jahreswechsel 2009/2010 zog der Musikexpress zusammen mit Rolling Stone und Metal Hammer nach Berlin um.

Heute gilt der Musikexpress als eine der ältesten deutschen Musikzeitschriften. Seine Schwerpunkte und sein Erscheinungsbild haben sich über die Jahrzehnte verändert. Die Redaktion beschäftigt sich heute besonders mit der popkulturellen Gegenwart, Musik aus Pop, Elektronik, HipHop und Indie-Rock sowie mit angrenzenden Themen wie Filme, Serien und Lifestyle.

Auflage

Die Auflage des Musikexpress ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Die verkaufte Auflage fiel von 90.227 Exemplaren im ersten Quartal 1998 auf 51.836 Exemplare im vierten Quartal 2018. Das entspricht einem Rückgang um 42,6 Prozent. Seitdem werden die Auflagenzahlen nicht mehr an die IVW gemeldet. Die IVW ist die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern; sie veröffentlicht geprüfte Zahlen zur Verbreitung von Medien.

Weitere Angebote und Aktivitäten

Neben dem monatlichen Heft entwickelte der Musikexpress mehrere weitere Aktivitäten. Im Februar 2004 erschien eine Sonderausgabe zu den Beatles, im August 2004 eine zu Led Zeppelin. Die 2001 veröffentlichte Liste der 50 besten deutschen Platten wurde unter dem Titel Made in Germany. Die 100 besten deutschen Platten auch als Buch veröffentlicht. Den Ausgaben 1/2012 und 2/2012 lagen Bücher mit allen Besprechungen der Platten des Monats von 1973 bis 2009 bei. Den Ausgaben 10/2020 und 12/2020 lagen Bücher mit Originalrezensionen aus den 70er- beziehungsweise 90er-Jahren bei.

Außerdem legte der Musikexpress einzelnen Heften Vinyl-Singles bei, unter anderem von The Strokes in Ausgabe 3/2011, Depeche Mode in 4/2017, Kraftwerk in 8/2017, Prince in 10/2019 und den Pet Shop Boys in 1/2020. Zum 50-jährigen Jubiläum veranstaltete das Magazin gemeinsam mit FKP Scorpio ein Indoor-Festival in Berlin mit Tame Impala, Blood Orange und Yeasayer.

Online, Mode, Klubtour und Podcast

Auf musikexpress.de erscheinen News, Reviews und Features. Außerdem gibt es dort Videos der ME-Sessions, also exklusive Studioauftritte verschiedener Bands. Online finden sich auch Kolumnen von Paula Irmschler, Linus Volkmann und Aida Baghernejad sowie Heftkolumnen von Jan Müller, Josef Winkler und Jan Kedves. Der Musikexpress betreibt zudem eigene Accounts auf Facebook, X und Instagram.

Von 2010 bis 2018 erschien halbjährlich me.Style, das Mode-Magazin des Musikexpress. Es hatte eine Druckauflage von 40.000 Exemplaren und zeigte die modischen Highlights der Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Saison. Seit 2005 verleiht der Musikexpress jährlich den Style Award. Damit werden Medienschaffende und Modelabels geehrt, die die Verbindung von Musik und Mode sichtbar machen. Weitere Ableger waren ME.Urban in den Jahren 2015/2016 und me.movies von 2013 bis 2018.

Seit 2010 veranstaltet der Musikexpress unregelmäßig die Musikexpress Klubtour. Sie führt durch Clubs mehrerer deutscher Städte und entstand aus einer Partyreihe des Musikexpress in München. Bei den Clubnächten treten DJs und Bands auf, darunter in den vergangenen Jahren Bonaparte, Isolation Berlin, Schnipo Schranke, Haiyti, DJ Hell und Juan Atkins.

Seit 2020 produzierten Managing Editor Stephan Rehm Rozanes und der ehemalige Online-Redaktionsleiter Fabian Soethof zwei Staffeln mit insgesamt 27 Folgen des Podcasts Never Forget. Der Podcast beschäftigt sich mit der Popkultur der 90er-Jahre und ist auf gängigen Streaming-Plattformen verfügbar.

Einordnung und Auszeichnungen

Der Musikexpress wurde in Medien auch kritisch betrachtet. Die Frankfurter Rundschau warf der Zeitschrift vor, sich seit spätestens Mitte der 1970er Jahre unentschlossen zwischen alternativen und kommerziell erfolgreichen Künstlern zu bewegen. Auch spätere Neuausrichtungen wurden skeptisch kommentiert, etwa die April-Ausgabe 2002 und der Relaunch im März 2009, bei dem stärker mode- und szeneaffine Themen sowie internetbezogene Inhalte einbezogen und die Gestaltung klarer strukturiert werden sollten.

Seit 1985 wählen die Leserinnen und Leser des Musikexpress das Album des Jahres. Seit 1988 gibt es zusätzlich eine Kritikerliste, in der nur die Autoren abstimmen. 1987 wurden die Alben des Jahres ohne feste Reihenfolge veröffentlicht, deshalb gab es in diesem Jahr keinen eindeutigen Gewinner. Beispiele für ausgezeichnete Alben sind Brothers in Arms von Dire Straits als Leserwahl 1985, Tracy Chapman von Tracy Chapman als Kritikerwahl 1988, Achtung Baby von U2 als Leserwahl 1991, Kid A von Radiohead als Kritikerwahl 2000, Blackstar von David Bowie als Leserwahl 2016, To Pimp a Butterfly von Kendrick Lamar als Kritikerwahl 2015 und Brat von Charli XCX als Kritikerwahl 2024.

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