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Mojave-Wüste

Sie umfasst 113.300 Quadratkilometer auf dem Gebiet der US-Bundesstaaten Kalifornien und Nevada sowie Ausläufer bis nach Utah und Arizona. Die Wüste bildet ein …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Entstehung
  2. 2. Lage und Landschaft
  3. 3. Klima und Wasser
  4. 4. Pflanzen, Tiere und Schutzgebiete
  5. 5. Energie, Straßen und Luftfahrt

Überblick und Entstehung

Die Mojave-Wüste ist eine 113.300 Quadratkilometer große Wüste im Westen Nordamerikas. Sie liegt hauptsächlich in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Nevada und reicht mit Ausläufern bis nach Utah und Arizona. Als typisches amerikanisches Wüstenbecken wird sie unter anderem von den Tehachapi-Bergen, den San Gabriel Mountains und den San Bernardino Mountains begrenzt.

Sie ist eine Regenschattenwüste: Gebirge halten feuchte Wolken auf, sodass diese an den Bergen abregnen und für das dahinterliegende Land kaum Wasser übrig bleibt. Vor allem die hohen Gipfelketten der Sierra Nevada tragen zur Entstehung dieses Regenschattens bei. Am westlichen Rand verlaufen mit der San-Andreas-Verwerfung und der Garlock-Störungszone die beiden größten kontinentalen Störungszonen Kaliforniens.

Lage und Landschaft

Die Mojave-Wüste bedeckt den Südosten Kaliforniens, den Süden Nevadas, den Nordwesten Arizonas und den Südwesten Utahs. Im Norden grenzt sie an das Great Basin, im Süden an die Sonora-Wüste. Der Colorado River durchquert ihren Osten; im Westen bildet die Sierra Nevada eine Grenze. Die Wüste gehört zur Basin and Range Province, einer Landschaftsregion mit Becken und Gebirgszügen.

Zu den wichtigsten Städten gehören Las Vegas in Nevada sowie Victorville, Barstow und Needles in Kalifornien. In der Wüste liegen außerdem verlassene Siedlungen, sogenannte Geisterstädte. Die bekannteste ist Calico in Kalifornien, wo früher Silber abgebaut wurde. Weitere Geisterstädte entstanden während des Baus der Route 66 und des ehemaligen U.S. Highways 91.

Klima und Wasser

In der Mojave-Wüste fallen höchstens 150 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Mit dem Death Valley befindet sich dort einer der heißesten Orte der Erde: Im Juli und August liegen die Durchschnittstemperaturen bei über 45 °C.

Die wichtigste Wasserquelle ist der Mojave River. Er endet im Mojave Sink, einem abflusslosen Becken, aus dem kein Wasser über einen Fluss zum Meer weitergeleitet wird. Zum Schutz der Wüstenlandschaft wurde unter anderem die Mojave National Preserve eingerichtet.

Pflanzen, Tiere und Schutzgebiete

Eine typische Pflanze ist die Josua-Palmlilie (Yucca brevifolia), auf Englisch „Joshua Tree“. Dieses Agavengewächs ist in der Mojave-Wüste weit verbreitet und gab dem Joshua-Tree-Nationalpark seinen Namen. Neben verschiedenen Säugetieren leben dort zahlreiche Reptilien, darunter die Kalifornische Gopherschildkröte sowie die Mojave- und die Texas-Klapperschlange.

Im Westen kommen Mohngewächse der Gattung Arctomecon vor. Arctomecon humilis zählt zu den am stärksten bedrohten Arten der Vereinigten Staaten.

Zu den Schutzgebieten des Bundes gehören unter anderem die Mojave National Preserve, das Mojave Trails National Monument, das Sand to Snow National Monument, das Desert National Wildlife Refuge, die Red Cliffs National Conservation Area und die Red Rock Canyon National Conservation Area. Auch Teile des Death-Valley-Nationalparks und der Lake Mead National Recreation Area liegen in der Region. Weitere Schutzgebiete wurden von den Bundesstaaten ausgewiesen, darunter der Arthur B. Ripley Desert Woodland State Park und das Big Morongo Canyon Preserve.

Energie, Straßen und Luftfahrt

Die Nähe zur Metropolregion Los Angeles und eine relativ gleichmäßige Sonneneinstrahlung von mehr als 2.100 kWh/kWp pro Jahr machen die Mojave-Wüste besonders geeignet für erneuerbare Energie. Seit den 1980er Jahren entstanden dort zu Testzwecken verschiedene Solarkraftwerke mit zusammen 354 MW Leistung. Dadurch war die Mojave jahrzehntelang die weltweit bedeutendste Solarregion, verlor diese Stellung jedoch infolge der Förderung der Photovoltaik in Deutschland.

Steigende Kosten fossiler Brennstoffe und technischer Fortschritt machten die Solartechnik Ende 2010 zunehmend konkurrenzfähig. Seitdem wurden weitere Photovoltaik- und solarthermische Kraftwerke geplant und gebaut. Auch Großkraftwerke mit mehr als 250 MW wurden projektiert; sie benötigten nur noch Subventionen von weniger als 30 Prozent der Baukosten. 2014 nahm das Sonnenwärmekraftwerk Ivanpah mit knapp 400 MW Nennleistung den Betrieb auf.

Wichtige Verkehrswege sind die touristisch bekannte Route 66, der ehemalige U.S. Highway 91, der U.S. Highway 395 sowie die Interstates 15 und 40. Der Mojave Air & Space Port ist besonders als Stellplatz für stillgelegte zivile Flugzeuge, also als Flugzeugfriedhof, bekannt.

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