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Michael Adam (Politiker)
Michael Adam (* 9. Dezember 1984 in Zwiesel) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war vom 1. Dezember 2011 bis 30. November 2017 Landrat des Landkreises …
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Überblick
Michael Adam (* 9. Dezember 1984 in Zwiesel) ist ein deutscher Politiker der SPD aus Bayern. Er war vom 1. Mai 2008 bis 30. November 2011 Bürgermeister des Marktes Bodenmais und danach vom 1. Dezember 2011 bis 30. November 2017 Landrat des Landkreises Regen. Am 8. Oktober 2023 wurde er erneut zum Bürgermeister von Bodenmais gewählt. Am 29. Juli 2026 erklärte er seinen Rücktritt zum 31. Dezember 2026.
Politisch ist Adam vor allem durch frühe Wahlerfolge in der Kommunalpolitik bekannt geworden: 2008 wurde er mit 23 Jahren jüngster amtierender Bürgermeister Deutschlands und jüngster bayerischer Bürgermeister überhaupt. 2011 wurde er zum jüngsten Landrat Deutschlands gewählt. Seine politische Arbeit spielte sich vor allem im Bayerischen Wald, im Landkreis Regen und innerhalb der bayerischen SPD ab.
Politischer Aufstieg
Adam stammt aus einer sozialdemokratischen Familie und ist seit Dezember 2004 Mitglied der SPD. Er übernahm verschiedene Ämter in der Partei und in parteinahen Organisationen. Dazu gehörten unter anderem der Vorsitz des Juso-Unterbezirks Regen, des Juso-Bezirksverbands Niederbayern, des SPD-Ortsvereins Bodenmais und des SPD-Bezirksvorstands Niederbayern. Außerdem war er Mitglied des SPD-Landesvorstands Bayern, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Regen sowie Mitglied des bayerischen Schwuso-Landesvorstands.
Bei der Kommunalwahl 2008 trat Adam in Bodenmais gegen den seit 18 Jahren amtierenden CSU-Politiker Fritz Wühr an. Die Gemeinde befand sich damals mit gemeindenahen Organisationen in einer schwierigen finanziellen Lage und stand kurz vor der Zwangsverwaltung. In der Stichwahl am 16. März 2008 erhielt Adam 56 % der Stimmen. Seine Wahl wurde auch überregional beachtet; in schwulen Medien wurde sie über Deutschland hinaus thematisiert. Einige deuteten ihn als Symbol eines politischen Wandels in Bayern. Zugleich wurde Adam 2008 auch in den Kreistag des Landkreises Regen gewählt.
Für die Bundestagswahl 2009 wurde Adam am 25. Oktober 2008 von der SPD-Wahlkreiskonferenz Straubing als Kandidat im Wahlkreis Straubing nominiert. Bei seiner ersten Kandidatur stand er an vorletzter Stelle der Landesliste. Er erreichte 22,4 %, während Ernst Hinsken von der CSU 55,4 % erhielt. Adam kündigte danach an, sich weiter um ein Bundestagsmandat bemühen zu wollen.
Landrat und erneute Bürgermeisterwahl
Nach dem Tod des Regener Landrats Heinz Wölfl kündigte Adam im August 2011 seine Kandidatur als SPD-Bewerber für das Landratsamt an. Bei der Wahl am 13. November 2011 erhielt er 42,66 % der Stimmen und lag damit vor den vier anderen Kandidaten. In der Stichwahl am 27. November 2011 gewann er mit 57,32 % und wurde jüngster Landrat Deutschlands.
Als Landrat brachte Adam laut Artikel mehrere Projekte im Landkreis Regen voran. Genannt werden die Planung und der Bau des ersten Abschnitts der Umgehungsstraße für Kirchberg im Wald, die Gründung einer Kreisentwicklungsgesellschaft, die Fortführung der Regener Eishalle, die Erweiterung der Kreiskrankenhäuser um ein medizinisches Versorgungszentrum und der Wiederbetrieb der Geburtenstation in Zwiesel.
Am 17. März 2017 teilte Adam mit, bei der Landratswahl am 24. September 2017 nicht erneut anzutreten. Als Grund nannte er, sein nicht abgeschlossenes Studium wieder aufnehmen zu wollen. Er schied zum 1. Dezember 2017 aus dem Amt. Seine Nachfolgerin wurde Rita Röhrl, ebenfalls SPD. Bei der Bürgermeisterwahl in Bodenmais im Oktober 2023 erhielt Adam im ersten Wahlgang 66 % der Stimmen. Es gab zwei Gegenkandidaten; die Wahlbeteiligung lag bei 68,7 %.
Kontroversen
Adam war mehrfach Gegenstand politischer und medialer Kontroversen. Im November 2012 kritisierte er im Internet die Führung der bayerischen SPD, besonders den Vorsitzenden Florian Pronold und den SPD-Landesverband. Markus Rinderspacher wies die Kritik deutlich zurück. Adam hielt inhaltlich an seinen Aussagen fest, bedauerte aber, dass sie öffentlich wurden.
Bei der Bundestagswahl 2013 erklärte Adam, er habe seine Zweitstimme der CSU gegeben. Er begründete dies damit, dass die bayerische SPD-Führung ein „verheerendes Bild“ abgebe und er führende Personen der Landesliste „persönlich für nicht wählbar“ halte. Er wollte damit nach eigener Aussage ein Zeichen setzen.
Im November 2013 berichtete eine bundesweite Boulevard-Zeitung über intime Treffen Adams in seinem Dienstzimmer. Adam räumte insgesamt sechs sexuelle Kontakte in Dienstgebäuden ein, sowohl im Landratsamt Regen als auch während seiner Zeit als Bürgermeister im Rathaus von Bodenmais. Außerdem gab er die Einnahme eines verschreibungspflichtigen Medikaments in diesem Zusammenhang zu. Er betonte, sein Handeln sei nicht rechtlich verboten gewesen. Der Regierungspräsident von Niederbayern sah keine Veranlassung für dienstrechtliche Schritte.
Im Juli 2014 trat Adam der Bürgerbewegung zum Schutz des bayerischen Waldes e. V. bei. Diese griff seit Jahren den Nationalpark Bayerischer Wald, besonders dessen Führung, stark an. In Nationalpark-Kommunen löste Adams Mitgliedschaft Kritik aus, weil er zugleich Präsident des Tourismusverbandes Ostbayern und Vorsitzender des kommunalen Nationalpark-Ausschusses war. Adam begründete den Beitritt mit Sorge um den Hochlagenwald. Der Regener Kreisrat kritisierte, seine Anträge seien nicht mit dem kommunalen Nationalpark-Ausschuss abgesprochen gewesen.
Im Juli 2015 verhängte Adam einen Aufnahmestopp für Asylbewerber im Landkreis Regen. Er verwies auf eine Empfehlung der bayerischen Staatsregierung, nach der nur ein Prozent der Bevölkerung Asylbewerber sein sollten; diese Grenze sei im Landkreis Regen überschritten. Er kündigte an, bei weiteren Zuweisungen einen Reisebus zu bestellen und die Menschen auf das Gelände des Landtags bringen zu lassen. Einen Tag später erklärten das bayerische Sozialministerium und die Regierung von Niederbayern den Aufnahmestopp für unzulässig.
Im September 2016 gestand Adam während eines Kuraufenthalts Alkoholprobleme ein und kündigte an, künftig auf Alkohol zu verzichten. Er verwies auf Belastungen im Amt, wenig Freizeit, wenig Schlaf sowie auf Nikotin, Medikamente und unregelmäßige, schlechte Ernährung. Körperlich nannte er Diabetes, psychisch ein Zeitproblem für emotionale Reifung. Nach einer Schlägerei im Februar 2025 erhob die Staatsanwaltschaft Deggendorf im Sommer 2025 Anklage gegen Adam wegen Körperverletzung. Am 10. Juni 2026 wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt.
Privates und Veröffentlichungen
Adam wurde zusammen mit seiner Zwillingsschwester als Kind einer zahnärztlichen Assistentin und eines Schweißers geboren. Ab September 1990 besuchte er die Grundschule Bodenmais und wechselte 1994 auf das Gymnasium Zwiesel, wo er 2004 das Abitur machte. Mit 17 Jahren sagte er, er wolle Bundeskanzler werden. Mit 18 Jahren hatte er sein Coming-out gegenüber seinen Eltern.
Von Juli 2004 bis März 2005 leistete Adam Wehrersatzdienst in der Silberbergklinik Bodenmais. Dort betreute er unter anderem alleinreisende Kinder und Jugendliche während mehrwöchiger Kuraufenthalte. Zum Wintersemester 2005 begann er an der Universität Regensburg ein Studium der Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre, das ab 2008 vorläufig ruhte. Von November 2005 bis Mai 2008 arbeitete er neben dem Studium als studentischer Mitarbeiter für die Bundestagsabgeordnete Bruni Irber. Nach seinem Ende als Landrat nahm er an der Universität Passau das Studium Governance and Public Policy – Staatswissenschaften auf.
Adam ist in vielen Vereinen seiner Heimatgemeinde Mitglied und übernahm mehrere Ehrenämter. Seit dem 1. September 2012 lebte er mit seinem langjährigen Freund in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft; die Trennung erfolgte 2017.
Als Publikationen nennt der Artikel mehrere im GRIN-Verlag erschienene Arbeiten: „Politikverflechtung im föderativen System der Bundesrepublik Deutschland vor und nach der Föderalismusreform von 2006“ (München 2006), „Kampf der Kulturen? Huntingtons These in der Diskussion“ (München 2007), „Die Freiheitsbegriffe von Aristoteles und Thomas Hobbes sowie deren Bedeutung im modernen Staat“ (München 2007) und „Entwicklung und Konsolidierung des Parteiensystems in der Russischen Föderation“ (München 2008).