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Universität Regensburg

Die Universität Regensburg (UR) ist eine 1962 gegründete und in Regensburg angesiedelte bayerische Volluniversität mit rund 20.000 eingeschriebenen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Auftrag
  2. 2. Fakultäten und besondere Studienangebote
  3. 3. Gründung und Ausbau
  4. 4. Forschung und Förderung
  5. 5. Campus, Internationalität und gesellschaftliche Aufgaben

Profil und Auftrag

Die Universität Regensburg (UR) ist eine staatliche bayerische Volluniversität in Regensburg. Sie wurde 1962 gegründet und umfasst ein breites Fächerspektrum. Im Wintersemester 2025/26 waren 19.437 Studierende eingeschrieben; 2024 beschäftigte sie 3.426 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 2025 insgesamt 315 Professorinnen und Professoren. Präsident ist Udo Hebel. Für 2018 werden ein Jahresetat von 296,5 Millionen Euro und Drittmittel von 64,7 Millionen Euro angegeben.

Die Universität gliedert sich in zwölf Fakultäten und besitzt 199 Lehrstühle. Wegen ihrer Lage im Südosten Deutschlands versteht sie sich als wissenschaftliche Brücke zwischen Ost und West. Dafür stehen unter anderem das Europaeum, das Institut für Ostrecht, das Bohemicum als Zentrum für Tschechische Studien und das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS). Diese Ausrichtung zeigt sich auch im Universitätssiegel mit einer historisierenden Darstellung der Steinernen Brücke in Regensburg.

Ein besonderer Schwerpunkt ist die Lehrerbildung: Etwa ein Drittel der Studierenden ist in Lehramtsstudiengängen eingeschrieben. Laut ihrem Leitbild verbindet die Universität wissenschaftliche Freiheit mit Verantwortung gegenüber aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Sie will neben Fachwissen besonders interkulturelle Kompetenz, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie verantwortliches Handeln vermitteln.

Fakultäten und besondere Studienangebote

Die zwölf Fakultäten decken Katholische Theologie, Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Informatik und Data Science, Philosophie sowie Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften, Humanwissenschaften, Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, Mathematik, Physik, Biologie und Vorklinische Medizin sowie Chemie und Pharmazie ab. Zur Medizin gehören das Universitätsklinikum und weitere Krankenhäuser in Regensburg und Umgebung. Die Fakultät für Informatik und Data Science befindet sich an der Bajuwarenstraße. Sie wurde am 6. März 2020 gegründet, bietet seit dem Wintersemester 2023/2024 Bachelorstudiengänge in Informatik und Data Science an und vergab im Dezember 2024 erstmals einen Doktortitel.

In der Physik besteht seit dem Sommersemester 2015 gemeinsam mit der Universität Erlangen ein Forschungsstudiengang im Elitenetzwerk Bayern. Er steht Bewerberinnen und Bewerbern aller Universitäten nach dem zweiten oder dritten Fachsemester offen und führt über Bachelor und Master in ungefähr sieben Jahren direkt zur Promotion.

Die Universität ist außerdem an mehreren Angeboten des Elitenetzwerks Bayern beteiligt. Genannt werden die Elite-Studiengänge Honors-Wirtschaftswissenschaften, Physik Erlangen–Regensburg, Osteuropastudien und Advanced Synthesis and Catalysis (Syncat). Bei Honors-Wirtschaftswissenschaften und Syncat ist Regensburg Sprecheruniversität. Hinzu kommen die internationalen Doktorandenkollegs Evidence-Based Economics, Topologische Isolatoren und Receptor Dynamics: Emerging Paradigms for Novel Drugs.

Eine besondere Einrichtung ist die International Real Estate Business School (IREBS) im Vielberth-Gebäude. Sie umfasst ein Institut für Immobilienwirtschaft, eine Immobilienakademie, acht rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Lehrstühle und Professuren sowie elf Honorar- und Gastprofessuren. An mehreren Standorten in Deutschland und Wien bildet sie Führungsnachwuchs und Fachkräfte weiter. Im Ranking Real Estate Academic Leadership von 2021 belegte sie unter Immobilien-Instituten Platz 1 in Deutschland, Platz 2 in Europa und Platz 17 weltweit.

Weitere Besonderheiten sind das in Bayern einzigartige Zusatzstudium Sprecherziehung, eine studienbegleitende IT-Ausbildung und eine Fremdsprachen-Ergänzungsausbildung. Seit 2020 gehört die Universität außerdem dem iSchool-Konsortium führender Einrichtungen der Informationswissenschaft an.

Gründung und Ausbau

Ein erster Versuch, in Regensburg eine Universität zu gründen, reicht bis 1487 zurück. Herzog Albrecht IV. von Bayern und der Rat der Stadt beantragten damals die Zustimmung des Papstes. Obwohl diese erteilt wurde, scheiterte das Vorhaben an den wirtschaftlichen Möglichkeiten und politischen Konflikten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die bestehenden bayerischen Universitäten durch Kriegsschäden, Personalmangel und steigende Studierendenzahlen überlastet. Verschiedene Modelle wurden diskutiert, darunter 1948 eine gemeinsame Universität Bamberg–Regensburg. Widerstand kam unter anderem von bestehenden Universitäten, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und politischen Kräften, die knappe Mittel lieber für den Wiederaufbau verwenden wollten. Vorschläge von 1950 und 1952 führten noch nicht zur Gründung.

Als die Überfüllung der Hochschulen Ende der 1950er-Jahre erneut deutlich wurde, nahm die Bewegung für eine Regensburger Universität wieder Fahrt auf. Der Deutsche Wissenschaftsrat empfahl im November 1960 eine neue Universität im süddeutschen Raum zur Entlastung Münchens. Am 10. Juli 1962 beschloss der Bayerische Landtag mit nur zehn Gegenstimmen die Gründung einer voll ausgebauten Forschungs- und Lehruniversität in Regensburg. Sie sollte die bestehenden Hochschulen entlasten und sogenannte Begabungsreserven in Ostbayern erschließen. Der erste Gründungsrektor Götz Freiherr von Pölnitz musste 1965 wegen seiner Verstrickungen in den Nationalsozialismus zurücktreten.

Am 6. November 1967 begann der Lehrbetrieb mit 661 Studierenden und 35 Professoren an drei Fakultäten. Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche sowie die Philosophische Fakultät konnten bereits einen vollständigen Studienbetrieb anbieten. Die 1923 gegründete Philosophisch-theologische Hochschule und die 1958 gegründete Pädagogische Hochschule Regensburg wurden eingegliedert. Hans Schwemmer war der erste immatrikulierte Student.

Die Bauphase dauerte von der Grundsteinlegung 1965 bis 1978. Der Campus entstand überwiegend in Sichtbeton und Systembauweise, später traten jedoch starke Abnutzung und bauliche Mängel auf. 2008 sagte die Bayerische Staatsregierung für eine zehnjährige Sanierung insgesamt 400 Millionen Euro zu. Ergänzend entstanden Neubauten: Das 2009/10 errichtete Vielberth-Gebäude erhielt 2012 den erstmals vergebenen Deutschen Hochschulbaupreis, die zentrale Bushaltestelle den Deutschen Architekturpreis 2013. Das Regensburg Center for Ultrafast Nanoscopy (RUN) wurde nach Baubeginn 2020 am 8. Mai 2024 eröffnet.

Während des Bildungsstreiks besetzten am 17. November 2009 etwa 1.700 Studierende den Hörsaal H2, später zwei Hörsäle. Nach einer Unterbrechung über Weihnachten nahmen Studierende die Räume am 7. Januar 2010 erneut in Besitz und hielten sich zeitweise bis zum 2. März im Verwaltungsgebäude auf. Sie forderten unter anderem die Abschaffung der Anwesenheitspflicht und längere Studienzeiten. Eine weitere kurze Besetzung durch 60 Studierende fand am 16. November 2011 statt.

Forschung und Förderung

Die Forschungsschwerpunkte liegen in den Kultur-, Wirtschafts- und Informationswissenschaften sowie in den Life Sciences und Nano-Sciences. Life Sciences sind Wissenschaften vom Leben; Nano-Sciences untersuchen Strukturen und Vorgänge in sehr kleinen Größenordnungen. In den Geistes- und Kulturwissenschaften spielen Ost- und Südosteuropastudien eine zentrale Rolle. Eine Dokumentation der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wies der Regensburger Physik 2009 Platz 1 in Bayern und Platz 3 in Deutschland zu.

Die 2012 gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München gegründete Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien stärkt die regionale Spezialisierung. Das IOS wurde 2017 als erste Regensburger Einrichtung in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen; 2022 folgte das aus der Universität hervorgegangene Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie. Der Wissenschaftsrat empfahl im Frühjahr 2022 außerdem die Förderung des Center for Immunomedicine in Transplantation and Oncology (CITO), das immunmedizinische Grundlagenforschung betreibt.

Zu den DFG-geförderten Verbünden gehören Sonderforschungsbereiche zu höherer Mathematik, relativistischen Effekten in kondensierter Materie, der Niere, Krebsmetastasen, Photokatalyse sowie Immunreaktionen nach Stammzelltransplantationen. Weitere Gruppen arbeiten unter anderem zu medizinischer Chemie, emotionalen Störungen, vormodernen Städten, Kontinuumsmechanik, Krebs, Infektionskrankheiten, Gelenkverschleiß und Teilchenphysik. Der Exzellenzcluster Center for Chiral Electronics (CCE) soll im Januar 2026 gemeinsam mit Einrichtungen in Halle und Berlin starten. Seit Dezember 2024 informiert der UR Science Blog über laufende Forschung.

Das RUN untersucht mit neuartigen, höchstauflösenden Zeitlupenkameras ultraschnelle Quantenbewegungen von Atomen und Molekülen in biologischen Systemen und Nanomaterialien. Forschende aus Biologie und Vorklinischer Medizin, Chemie und Pharmazie sowie Physik arbeiten dabei zusammen. Die Erkenntnisse sollen künftig für Bio- und Quantentechnologien nutzbar werden.

Weitere Schwerpunkte bilden das Forum Mittelalter mit interdisziplinären Studienangeboten, Vorlesungen und Tagungen sowie die Biotechnologie. Im BioPark arbeiten Unternehmensgründungen neben universitären Einrichtungen, um die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern. Seit dem 1. Mai 2019 wird zudem ein Leibniz-WissenschaftsCampus zu Europa und Amerika in der modernen Welt gefördert.

Rankings ergeben je nach Methode unterschiedliche Platzierungen: Im normalisierten Nature Index lag die Universität für 2018 auf Platz 1 der deutschen Forschungseinrichtungen. Im CWTS Leiden Ranking 2018 und im QS World University Ranking 2016 erreichte sie die weltweiten Top 500, beim QS-Ranking konkret Rang 461–470. Im Shanghai-Ranking lag sie von 2018 bis 2021 auf den Plätzen 501–600, beim CWUR 2018 auf Rang 327 weltweit.

Campus, Internationalität und gesellschaftliche Aufgaben

Der geschlossene Campus liegt auf der Ziegetsdorfer Anhöhe rund zwei Kilometer südlich von Innenstadt, Altstadt und Hauptbahnhof. Er besitzt unter anderem einen Busbahnhof, einen Kindergarten und eine Kinderkrippe. Etwa einen Kilometer weiter südlich befindet sich jenseits der A3 das über eine Fußgängerbrücke erreichbare Universitätsklinikum. Zum Campusumfeld gehören außerdem das Bezirksklinikum mit der universitären Psychiatrie sowie mehrere Studentenwohnheime.

Die Universitätsbibliothek verfügt über rund 3,5 Millionen Bände, zahlreiche elektronische Zeitschriften, eine Zentralbibliothek und elf Teilbibliotheken. Der Campus ist weitgehend barrierefrei ausgebaut; entsprechend eingerichtete Wohnplätze stehen ebenfalls zur Verfügung. Das kulturelle Leben umfasst mehrere Orchester, Bigbands, Chöre, Jazz- und Bläsergruppen sowie ungefähr ein Dutzend studentische Theatergruppen mit eigener Bühne. Politische Hochschulgruppen, Fachschaften, religiöse Gemeinden, internationale Initiativen, studentische Medien, Kulturvereine und fachbezogene Vereinigungen ermöglichen studentische Mitwirkung und Freizeitaktivitäten. Kunstwerke sind über den gesamten Campus verteilt; Hermann Kleinknechts Skulptur Angehaltene Bewegung von 1976/77, meist „Die Kugel“ genannt, dient als Orientierungspunkt und Wahrzeichen.

Die Universität pflegt rund 320 Partnerschaften mit Hochschulen in Asien, Australien, Europa sowie Nord- und Südamerika; etwa 250 davon liegen in Europa. Mehr als ein Drittel der ausländischen Studierenden stammt aus Ost- und Südosteuropa. Regensburger Studierende wählen besonders häufig Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien als Ziele. Austauschmöglichkeiten bestehen außerdem unter anderem mit Hochschulen in den USA, Venezuela, Mexiko, Japan und Südkorea.

Zur Nachhaltigkeit gründete die Universität 2019 auf Initiative des Studentischen Sprecher*innenrats ein Green Office. Es unterstützt Studierende und Beschäftigte dabei, ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu bearbeiten. 2023 wurde ein Nachhaltigkeitsbeauftragter der Universitätsleitung eingesetzt; im November 2023 beschloss die Universität ihre Nachhaltigkeitsstrategie 2023–2027.

Eine Koordinationsstelle Chancengleichheit und Familie fördert unter anderem Wissenschaftlerinnen am Beginn ihrer Laufbahn. Durch die erfolgreiche Teilnahme an der zweiten Runde des Professorinnenprogramms erhielt die Universität eine Anschubfinanzierung für eine W3-Professur sowie Mittel für weitere Stipendien.

Die Universität für Kinder richtet sich an Acht- bis Dreizehnjährige. In jedem Sommersemester finden fünf bis sechs kindgerechte Vorträge von Professorinnen und Professoren der Universität und der Hochschule Regensburg statt.

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