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Mentaler Zahlenstrahl

Neben Aufgaben im Zahlenraum bis 100 gibt es auch Arbeitsblätter, die bis 1000 gehen. ... Hrsg.: Friedhelm Padberg (= Mathematik Primar- und Sekundarstufe ).

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Funktion
  2. 2. Entwicklung durch Zählen
  3. 3. Bedeutung beim Rechnen und geeignete Übungen

Bedeutung und Funktion

Der mentale Zahlenstrahl, auch „innerer Zahlenstrahl“ genannt, ist ein Begriff aus der Mathematikdidaktik. Er bezeichnet ein lineares inneres Abbild der positiven ganzen Zahlen. Dieses mentale Bild ermöglicht es, mathematische Operationen wie Addition und Subtraktion anschaulich und nachvollziehbar im Kopf auszuführen.

Der mentale Zahlenstrahl entsteht über einen längeren Lernprozess, der in der Entwicklung des Zählens beginnt. Das Triple-Code-Modell von Stanislas Dehaene aus dem Jahr 1992 ist ein neurokognitives Modell der Zahlenverarbeitung, das die Entwicklung des mentalen Zahlenstrahls umfassend erklärt.

Entwicklung durch Zählen

Sicheres Zählen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Rechenfertigkeit. Nach Klaus Hasemann sollte jedes Kind nach wenigen Schulwochen zumindest im Zahlenraum bis 20 sicher zählen können. Dazu gehören Vorwärts- und Rückwärtszählen, das Zählen ab beliebigen Zahlen sowie das Zählen in Zweierschritten.

Beim Zählen lernen Kinder, die Aufeinanderfolge der Zahlen vor ihrem „geistigen Auge“ zu sehen und Abstände sowie Beziehungen zwischen Zahlen wahrzunehmen. Auf dieser Grundlage beginnen sie, zählend zu rechnen. Das ist eine normale Entwicklungsstufe, die intensiv geübt werden muss.

Wilhelm Schipper betont, dass die Ablösung vom zählenden Rechnen am Ende des ersten beziehungsweise zu Beginn des zweiten Schuljahres nicht dadurch erreicht wird, dass zählende Verfahren verboten oder tabuisiert werden. Im Gegenteil: Das sichere Beherrschen des zählenden Rechnens ist eine gute Voraussetzung dafür, später davon unabhängigere Rechenstrategien zu entwickeln.

Das Zählen wurde früher teilweise als nahezu bedeutungslos für den Aufbau eines Zahlbegriffs angesehen. Seit den 1980er Jahren widerspricht jedoch eine große Zahl von Studien, vor allem aus dem englischsprachigen Raum, dieser Auffassung. Sie betrachten das Zählen als zentrale Voraussetzung für den Aufbau numerischer Konzepte.

Bedeutung beim Rechnen und geeignete Übungen

Beim addierenden und subtrahierenden Abzählen hilft eine bildliche Vorstellung der Zahlenreihe. Das Kind kann mentale Bewegungen auf dem Zahlenstrahl vorwärts oder rückwärts ausführen und überprüfen. Dadurch werden Zusammenhänge zwischen Rechenoperationen sichtbar und miteinander vernetzt. So können ein tiefes, tragfähiges Verständnis der Rechenoperationen und effektive Rechenstrategien entstehen.

Beim Vermitteln von Rechenfertigkeiten sollte an das vorhandene Vorwissen des Kindes angeknüpft werden. Neue Fakten werden vom kindlichen Gehirn vor allem dann aufgenommen, wenn sie in bereits vorhandenes Wissen integriert werden können.

Zum Aufbau des mentalen Zahlenstrahls eignet sich häufiges Zählen im Alltag, sowohl vorwärts als auch rückwärts. Dabei können ein Zahlenband oder ein Zollstock verwendet werden. Eine weitere Übung sind sogenannte Punktebilder: Werden beispielsweise die Zahlen von 1 bis 100 in der richtigen Reihenfolge verbunden, entsteht ein Bild, was für Kinder motivierend sein kann. Schwieriger und zugleich wichtig ist es, die Punkte rückwärts zu verbinden. Solche Aufgaben gibt es auch für den Zahlenraum bis 1000.

Lernvideos zu Mentaler Zahlenstrahl

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