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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Melodica

Die Melodica ist ein handliches Harmonikainstrument, das mittels Hineinblasen zum Klingen gebracht wird und über eine Klaviatur gespielt wird.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufbau und Funktionsweise
  2. 2. Bezeichnung und verwandte Namen
  3. 3. Verwendung in populärer Musik und Jazz
  4. 4. Ähnliche Instrumente

Aufbau und Funktionsweise

Die Melodica ist ein handliches Harmonikainstrument. Sie wird durch Hineinblasen zum Klingen gebracht und über eine Klaviatur gespielt. Der Ton entsteht, weil Atemluft eine Stimmzunge in Schwingung versetzt.

Die Luft wird nur in eine Richtung durch das Instrument geführt. Die Spielerin oder der Spieler bläst entweder direkt durch das Mundstück oder verwendet einen Luftschlauch, der anstelle des Mundstücks angebracht wird. Durch das Drücken einer Taste öffnet sich ein Ventil zu einer Ton-Kanzelle. In dieser befindet sich die Stimmzunge. Der Luftstrom regt sie zum Schwingen an und erzeugt den jeweiligen Ton.

Meist sind die Tasten wie bei einem Klavier angeordnet. Häufig besteht die Klaviatur aus weißen und schwarzen Tasten, wie bei den meisten Tasteninstrumenten. Eine Ausnahme bilden unter anderem diatonisch gestimmte Instrumente für Kinder. „Diatonisch“ bedeutet hier, dass nicht der vollständige Halbtonumfang der Melodica zur Verfügung steht.

Auf der Unterseite befindet sich ein Griff zum Halten. Daneben liegt die Wasserklappe. Dieses Ventil ermöglicht es, Kondenswasser abzulassen, das sich aus der Atemluft im Instrument bilden kann. Wegen ihrer einfachen Spieltechnik eignet sich die Melodica auch als Einsteigerinstrument für Kinder.

Bezeichnung und verwandte Namen

Die Bezeichnung „Melodica“ geht auf den Instrumentenhersteller Hohner zurück. Hohner verbreitete und popularisierte das Instrument ab den 1950er-Jahren. Der Name setzte sich anschließend als allgemeine Gattungsbezeichnung für diesen Instrumententyp durch.

Andere Hersteller boten gleichartige oder ähnliche Instrumente unter den Namen Mélodion, Pianica oder Clavietta an. Ein ähnliches Instrument aus der DDR ist die Triola.

Nicht alle Instrumente mit ähnlichen Namen sind funktionell mit der modernen Melodica verwandt. Die historischen Instrumente Melodion von Dietz und Melodika von Riffelsen unterscheiden sich grundlegend von ihr. Auch „Melodeon“ bezeichnet nicht die moderne Melodica, sondern wird unter anderem für das diatonische Akkordeon und für das Harmonium verwendet.

Verwendung in populärer Musik und Jazz

Die Melodica wird in vielen Bereichen populärer Musik als Melodie- oder Begleitinstrument eingesetzt. Beispiele finden sich in Reggae, Pop, Rock, Folk-Rock und Jazz.

Bekannte Verwendungen sind unter anderem UB40s „Kingston Town“, Augustus Pablos „Java“ von 1972, „Zeven dagen lang“ der niederländischen Gruppe bots und Oasis’ „Champagne Supernova“ aus dem Jahr 1995. Auch in „Wovon sollen wir träumen“ von Frida Gold, in „Everything Counts“ von Depeche Mode und in „It’s Raining Again“ von Rodger Hodgson, dem früheren Mitglied von Supertramp, ist die Melodica zu hören. Die Gorillaz, The Cat Empire, AnnenMayKantereit, Walk Off the Earth und Joe Jackson verwenden sie ebenfalls in einzelnen oder mehreren Stücken.

Die US-amerikanische Rockband The Hooters benannte sich nach ihrem Markenzeichen, der Hohner Melodica. Billy Preston spielte das Instrument in den 1970er Jahren live auf der Bühne. In der „Late Show with Stephen Colbert“ spielt der Bandleader Jon Batiste die Melodica während des Intros. Udo Jürgens verwendete sie in seiner Interpretation von „Cottonfields“; die Band Erdmöbel parodierte das Instrument 2015 auf ihrem gleichnamigen Weihnachtslied.

Auch im Jazz hat die Melodica einen festen Platz. Don Cherry, Monty Alexander, Michail Alperin und Hermeto Pascoal gehören zu den Musikern, die zu ihrer stärkeren Verbreitung in diesem Bereich beigetragen haben. Der Keyboarder John Medeski ist häufig an einer Melodica beziehungsweise an einem 44-Tasten-Melodion zu hören.

Ähnliche Instrumente

Es gibt moderne und historische Instrumente, die der Melodica unterschiedlich stark ähneln:

  • Die Accordina besitzt statt Tasten Knöpfe, die wie beim Knopfakkordeon angeordnet sind. Eine abgebildete Accordina hat 44 Knopftasten und stammt aus französischer Fertigung.
  • Die Triola ist ein einfaches Spielzeug- und Anfängerinstrument. Sie ist diatonisch gestimmt und verfügt daher nicht über den vollständigen Halbtonumfang der Melodica.
  • Die historische Harmonetta von Hohner hat sechseckige Knöpfe, die eine „Wabentastatur“ bilden, und Durchschlagzungen. Sie erinnert nur entfernt an die Melodica.
  • Das historische Couesnophon sieht äußerlich wie ein Saxophon aus. Seine Mechanik ähnelt jedoch der einer Tasten-Melodica, ebenso sein Klang.

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