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Marianne Elliott

Marianne Phoebe Elliott OBE (* 27. Dezember 1966 in London) ist eine britische Theaterregisseurin. Marianne Elliott 2022. Sie arbeitete insgesamt zwanzig …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Aufstieg
  3. 3. Prägende Theaterarbeiten
  4. 4. Bühne, Broadway und Film
  5. 5. Auszeichnungen und Privatleben

Überblick und Bedeutung

Marianne Phoebe Elliott OBE (* 27. Dezember 1966 in London) ist eine britische Theaterregisseurin. Sie arbeitete insgesamt zwanzig Jahre nacheinander am Royal Exchange Theatre in Manchester, am Royal Court Theatre und am Royal National Theatre in London. 2016 gründete sie mit dem Theaterproduzenten Chris Harper das Produktionsunternehmen Elliott & Harper, das 2024 zugunsten von Harpers alleiniger Firma beendet wurde.

Elliott wurde besonders durch neuartige Inszenierungen und erfolgreiche Buch- und Stückadaptionen bekannt. Zu ihren wichtigsten Arbeiten gehören die Originalproduktionen von War Horse (2007) und The Curious Incident of the Dog in the Night-Time (2012), die Wiederaufnahme von Angels in America (2017), die geschlechtergetauschte Neuinterpretation des Musicals Company (2018) sowie Death of a Salesman (2019) mit einer vollständig Schwarzen Besetzung. Diese Produktionen wechselten auch an den New Yorker Broadway und brachten ihr zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen ein.

Ausbildung und beruflicher Aufstieg

Elliott ist die Tochter der Schauspielerin Rosalind Knight und des Theaterregisseurs Michael Elliott, eines Mitgründers des Manchester Royal Exchange Theatre. Sie wurde in London geboren; im Alter von acht Jahren zog ihre Familie nach Stockport. Ihr Vater verließ die Familie während ihrer Jugend und starb 1984, als sie 17 Jahre alt war.

Nach einem Theaterstudium an der University of Hull arbeitete Elliott zunächst für die Fernseh-Castingdirektorin Doreen Jones. Obwohl das Theater in ihrer Familie sehr präsent war, entschied sie sich erst in ihren späten Zwanzigern für eine Laufbahn als Regisseurin. Im Open Air Theatre des Regent’s Park assistierte sie Brian Cox und John Doyle bei der Regie.

Jacob Murray bot ihr anschließend eine Stelle als Regieassistentin am Royal Exchange Theatre an. Dort wurde der künstlerische Leiter Greg Hersov ihr Mentor. Innerhalb von zehn Jahren arbeitete sie sich selbst zur künstlerischen Leiterin hoch. Zu ihren Inszenierungen gehörten As You Like It und die Weltpremiere von Port, ihre erste Zusammenarbeit mit dem Dramatiker Simon Stephens. Danach wechselte sie als Associate Director, also als Regisseurin mit leitender künstlerischer Funktion, an das Royal Court Theatre unter Ian Rickson.

Prägende Theaterarbeiten

Nicholas Hytner holte Elliott 2006 als Regisseurin an das Royal National Theatre. Dort begann sie mit Pillars of Community mit Damian Lewis im Lyttelton Theatre und inszenierte 2007 Saint Joan im Olivier Theatre.

Den größeren Durchbruch erzielte sie 2007 gemeinsam mit Tom Morris durch die Originalproduktion der Buchadaption War Horse. 2012 brachte sie zusammen mit Simon Stephens die Kinderbuchadaption The Curious Incident of the Dog in the Night-Time auf die Bühne. Die Produktion gewann die Rekordzahl von sieben Laurence Olivier Awards. 2017 gelang es ihr, Angels in America: A Gay Fantasia on National Themes mit Nathan Lane und Andrew Garfield am National Theatre zu inszenieren, obwohl die Rechte beim Old Vic Theatre lagen.

Die ersten Inszenierungen von Elliott & Harper waren Heisenberg von Simon Stephens und eine Neuinterpretation von Stephen Sondheims Company. In Company veränderte Elliott das Geschlecht einiger Rollen; Rosalie Craig und Jonathan Bailey übernahmen zentrale Rollen dieser Fassung. Auf Anfrage von Rebecca Miller, der Tochter Arthur Millers, inszenierte sie Death of a Salesman mit Wendell Pierce, Sharon D. Clarke und einer vollständig Schwarzen Besetzung. Bei der Vorbereitung prüfte sie, ob die im Text beschriebenen Handlungen und Lebensumstände für Schwarze Menschen in der dargestellten Zeit tatsächlich erreichbar gewesen wären.

Für 2026 werden zwei Wiederaufnahmen genannt: Im April inszenierte Elliott Christopher Hamptons Theaterfassung von Gefährliche Liebschaften mit Aidan Turner und Leslie Manville, im September Wer hat Angst vor Virginia Woolf? mit Gillian Anderson.

Bühne, Broadway und Film

Elliotts ausgewählte Arbeiten zeigen ihren Weg durch die bedeutenden britischen Theater. Am Royal Exchange Theatre inszenierte sie unter anderem I Have Been Here Before (1996), The Deep Blue Sea (1997), As You Like It (2001), Design for Living (2002) und Port (2002). Am Royal Court Theatre folgten The Sugar Syndrome (2003), Notes on Falling Leaves (2004) und Stoning Mary (2005).

Am Royal National Theatre entstanden unter anderem Pillars of Community (in der Werkliste mit 2005 angegeben), Thérèse Raquin (2006), Saint Joan und War Horse (beide 2007), All’s Well That Ends Well und Women Beware Women (beide 2009), The Curious Incident of the Dog in the Night-Time (2012), The Light Princess (2013), Husbands and Sons (2015), Angels in America (2017) und Gefährliche Liebschaften (2026). Weitere Londoner Produktionen waren Company am Gielgud Theatre (2018), Death of a Salesman am Young Vic Theatre und Piccadilly Theatre (2019), Cock am Ambassadors Theatre (2022) und The Unbelievers am Royal Court Theatre (2025).

Mehrere Produktionen gelangten an den Broadway: War Horse 2011, The Curious Incident of the Dog in the Night-Time 2015, Angels in America 2018 und Company 2021. Bei der Broadway-Produktion von Death of a Salesman 2022 war Elliott nur als Produzentin beteiligt.

Ihr Debüt als Spielfilmregisseurin gab sie mit Der Salzpfad (The Salt Path), einer Sachbuchadaption über das Ehepaar Winn. Die Idee dazu entstand 2020, als die COVID-19-Pandemie eine Broadway-Produktion auf Eis legte. Der Film hatte 2024 beim Toronto International Film Festival Premiere.

Auszeichnungen und Privatleben

Elliott erhielt für ihre Regiearbeiten zahlreiche britische und US-amerikanische Theaterpreise. Bei den Evening Standard Theatre Awards wurde sie 2006 für Pillars of Society als beste Regisseurin ausgezeichnet. Für War Horse gewann sie 2011 den Tony Award und den Outer Critics Circle Award für die beste Theaterregie; außerdem erhielt die Produktion bei den Drama Desk Awards einen Spezialpreis.

Für The Curious Incident of the Dog in the Night-Time gewann Elliott 2013 den Laurence Olivier Award sowie 2015 den Tony Award, den Drama Desk Award und den Outer Critics Circle Award für die beste Regie. Angels in America wurde 2018 bei den Tony Awards, Laurence Olivier Awards, Drama Desk Awards und Outer Critics Circle Awards jeweils als beste Wiederaufnahme ausgezeichnet; Elliott war bei allen vier Preisverleihungen zusätzlich für ihre Regie nominiert.

Für Company erhielt sie 2018 den Evening Standard Theatre Award und 2019 den Whatsonstage Award für die beste Regie. 2022 gewann sie den Tony Award und den Drama League Award für die beste Musicalregie. Für Death of a Salesman wurde sie 2019 bei den Evening Standard Theatre Awards nominiert und gewann 2020 den Laurence Olivier Award für die beste Regie; die Produktion war außerdem als beste Wiederaufnahme nominiert.

2018 nahm Königin Elisabeth II. Elliott als Officer in den Order of the British Empire auf. Elliott ist mit dem Schauspieler Nick Sidi verheiratet, den sie bei As You Like It kennenlernte. Das Paar hat eine Tochter.

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