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Wie es euch gefällt

Wie es euch gefällt (frühneuenglisch As you Like it) ist ein Theaterstück von William Shakespeare, das vermutlich 1599 verfasst wurde.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Werk und Grundkonflikt
  2. 2. Handlung
  3. 3. Vorlage und Gestaltung
  4. 4. Entstehung und Textüberlieferung
  5. 5. Aufführungen und Ausgaben

Werk und Grundkonflikt

Wie es euch gefällt (frühneuenglisch As you Like it) ist eine Komödie von William Shakespeare, die allgemein auf 1599 datiert wird. Im Zentrum steht die Flucht aus einem konfliktreichen Hof in den Wald von Arden. Dort werden Machtverhältnisse, Identitäten und Liebesbeziehungen neu verhandelt. Der Wald ist zugleich Ort der Prüfung und der Rehabilitation: Am Ende werden Familienkonflikte gelöst, mehrere Paare finden zusammen und Herzog Senior erhält sein Herzogtum zurück.

Wichtige Themen sind das Verhältnis von Spiel und Realität, Sein und Schein, Liebe, Geschlechterbeziehungen sowie die Frage, ob ein alternatives Leben in der Natur möglich ist. Besonders prägend ist das Rollenspiel: Rosalind verkleidet sich als junger Mann, und die Figuren führen teils vor, wie Rollen gewechselt oder abgelegt werden. Dadurch wird das Stück auch zu einem Theater über das Theater.

Handlung

Herzog Friedrich entmachtet seinen älteren Bruder Herzog Senior. Senior geht mit treuen Gefolgsleuten in den Wald von Arden; seine Tochter Rosalind bleibt zunächst am Hof bei Celia, Friedrichs Tochter. Nach dem Tod Rowland de Bois’ erhält dessen ältester Sohn Oliver das Haupterbe. Orlando, der jüngste Sohn, bekommt nur tausend Kronen und keine angemessene Ausbildung. Oliver plant, Orlando durch den Hofringer Charles verletzen zu lassen. Orlando gewinnt jedoch den Ringkampf und verliebt sich in Rosalind, die seine Gefühle erwidert.

Weil Herzog Friedrich Orlando missgünstig ist, flieht Orlando in den Wald. Auch Rosalind wird verbannt. Sie reist mit Celia und dem Narren Probstein zu ihrem Vater: Rosalind tritt als junger Mann namens „Ganymede“ auf, Celia als Mädchen namens Aliena. Im Wald hat Herzog Senior Orlando aufgenommen. Orlando hängt Liebesgedichte für die vermeintlich verlorene Rosalind an Bäume. Die als Ganymede verkleidete Rosalind prüft seine Gefühle und verspricht, seinen Liebeskummer zu heilen, wenn er sie so umwerbe, als sei sie Rosalind.

Parallel entstehen weitere Liebeskonstellationen: Probstein und die Ziegenhirtin Käthchen wollen heiraten. Der Schäfer Silvius liebt Phöbe, doch Phöbe verliebt sich in Ganymede und schreibt dem vermeintlichen Mann einen Liebesbrief. Friedrich schickt Oliver aus, Orlando zu suchen. Oliver wird im Wald von Orlando gerettet, als eine Schlange und danach eine Löwin ihn bedrohen. Das Erlebnis verändert Oliver; die Brüder versöhnen sich. Oliver und Celia verlieben sich und wollen am folgenden Tag heiraten.

Bei der Hochzeit gibt Ganymede sich als Rosalind zu erkennen. Phöbe wendet sich Silvius zu; auch Probstein und Käthchen erscheinen. Hymen, der Gott der Heirat, vermählt vier Paare. Während des Hochzeitsfestes trifft die Nachricht ein, dass Friedrich auf dem Weg in den Wald einem religiösen Menschen begegnet sei, ein friedliebendes Leben beginnen wolle und Senior das Herzogtum zurückgebe.

Vorlage und Gestaltung

Shakespeares unmittelbare Vorlage war Thomas Lodges Schäferroman Rosalynde, or Euphues’ Golden Legacie. Diese pastorale Prosaromanze erschien erstmals 1590 und wurde mehrfach neu aufgelegt, darunter 1598. Shakespeare übernimmt das grobe Handlungsgerüst und die meisten Figuren, setzt aber andere Schwerpunkte, ergänzt Handlungselemente und fügt besonders den Melancholiker Jacques sowie den Narren Touchstone (Probstein) hinzu. Ob er auch Lodges wahrscheinliche Quelle, die Versdichtung The Tale of Gamelyn (um 1350), kannte, ist nicht sicher.

Eine Pastorale ist eine idealisierende Darstellung des Lebens von Hirten und der Natur. Shakespeare zeigt dieses Leben jedoch nicht als ungetrübte Idylle. Die drei Liebeswerbungen werden miteinander verbunden und ironisch gespiegelt. Probsteins unromantische Beziehung zu Käthchen stellt etwa die idealisierte pastorale Liebe durch sinnliche Begierde infrage. Jacques und Probstein kommentieren außerdem den Gegensatz zwischen Hofleben und Schäferdasein.

Der Titel As You Like It verspricht zunächst, dem Publikum zu geben, was ihm gefällt, doch die Erwartungen an eine gefällige Pastorale werden wiederholt gebrochen. Rosalinds Rollenspiel im Spiel und ihr Heraustreten aus der Rolle machen das Stück metadramatisch, also zu einem Werk, das seine eigene Form als Theater reflektiert. Das elisabethanische cross-casting – Frauenrollen wurden von männlichen Schauspielern gespielt – verstärkte diese Wirkung. Rosalinds Schlussbitte „to like as much of the play as please you“ (V,4,210 f.) verweist auf diese Mehrdeutigkeit.

Entstehung und Textüberlieferung

Die Entstehungszeit lässt sich auf den Zeitraum zwischen Herbst 1598 und Sommer 1600 eingrenzen. In Francis Meres’ Ende 1598 erschienenem Palladis Tamia, Wit’s Treasury wird das Stück noch nicht genannt; dies ist der Terminus a quo, also der frühestmögliche Zeitpunkt. Am 4. August 1600 wurden die Druckrechte im Stationers’ Register eingetragen; dies bildet den Terminus ad quem, den spätestmöglichen Zeitpunkt.

Weitere Hinweise sprechen für Herbst 1599 bis Sommer 1600: Das Lied It was a lover and his lass (V.3) steht auch in Thomas Morleys The First Book of Ayres (1600). Phöbe zitiert in III,5,82 Christopher Marlowes Hero and Leander, das 1598 in zwei Versionen erschien. Jacques’ Satz „All the world‘s a stage“ (II,7,139) spielt auf das Motto des 1599 eröffneten Globe Theatre an. Die Forschung akzeptiert deshalb überwiegend 1599 als Datierung.

Der Registereintrag von 1600 enthält den Sperrvermerk „…to be staied“. Sein Grund ist unbekannt; er könnte Raubdrucke erschweren, ein Vorhaben von Konkurrenten verhindern oder Druckrechte sichern und einen späteren Verkauf an einen Verleger vorbereiten. Trotz der Eintragung erschien keine Quarto-Ausgabe. Der erste Druck kam erst 1623 in der ersten Shakespeare-Gesamtausgabe, der First Folio, heraus. Diese Folio-Ausgabe ist die einzige maßgebliche Textquelle, gilt als weitgehend zuverlässig und vergleichsweise fehlerarm. Vermutlich beruhte sie auf einer professionell angefertigten Abschrift eines Soufflierbuchs oder einer Rohfassung von Shakespeares Manuskript.

Aufführungen und Ausgaben

As You Like It gehört bis heute zu den meistgespielten und meistgelesenen Shakespeare-Dramen. Eine dokumentierte erfolgreiche Bühnentradition beginnt im 18. Jahrhundert; Belege für frühere Aufführungen sind nicht überliefert. 1723 wurde Charles Johnsons Bearbeitung Love in a Forest am Theatre Royal Drury Lane gespielt. Die erste belegte Aufführung des Originalwerks am selben Theater folgte 1740. In Deutschland wurde Wie es euch gefällt erstmals 1775 durch die von Wieland inspirierte Biberacher Schauspielgruppe aufgeführt.

Die Rolle der Rosalind war besonders bedeutend und wurde unter anderem von Peggy Ashcroft (1932), Edith Evans (1936), Katharine Hepburn (1950) und Vanessa Redgrave (1961) gespielt. Neuere Inszenierungen kehren teilweise zum elisabethanischen cross-casting zurück, um die Mehrdeutigkeiten der Geschlechter hervorzuheben. Clifford Williams setzte 1967 ein ausschließlich männliches Ensemble ein; Katharina Thalbach inszenierte 1993 am Berliner Schillertheater ebenfalls ein reines Männerensemble, besetzte 2009 am Theater am Kurfürstendamm dagegen alle Rollen ausschließlich weiblich.

Als englische Studienausgaben nennt der Artikel unter anderem Ausgaben von Alan Brissenden (Oxford Shakespeare, 2008), Juliet Dusinberre (Arden Third Series, 2006) und Michael Hattaway (The New Cambridge Shakespeare, 2009). Deutsche Ausgaben sind Frank Günthers zweisprachige Ausgabe Wie es euch gefällt (2. Auflage 2014 [1996]) sowie die Englisch-Deutsche Studienausgabe von Ilse Leisi und Hugo Schwaller (2000).

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