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Manuel Hagel

Manuel Hagel (* 1. Mai 1988 in Ehingen (Donau)) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit Mai 2026 Innenminister des Landes Baden-Württemberg sowie …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung, Beruf und Privates
  3. 3. Aufstieg in der CDU
  4. 4. Kommunalpolitik und Landtag
  5. 5. Politische Positionen
  6. 6. Öffentliche Kritik und Einordnung

Überblick und Bedeutung

Manuel Hagel (* 1. Mai 1988 in Ehingen (Donau)) ist ein deutscher Politiker der CDU. Seit Mai 2026 ist er Innenminister des Landes Baden-Württemberg und stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett Özdemir. Damit gehört er zur Landesregierung und ist für ein zentrales Ministerium verantwortlich.

Seit 2016 ist Hagel Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg. Von 2021 bis 2026 war er Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Von 2016 bis 2021 war er Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, seit 2023 ist er Landesvorsitzender der Partei. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 war er Spitzenkandidat der CDU.

Ausbildung, Beruf und Privates

Hagel besuchte die Realschule in Ehingen und erwarb 2005 die Mittlere Reife. Von 2005 bis 2008 machte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Ulm. Danach arbeitete er bis 2009 als Privatkundenberater in Blaubeuren. Von 2009 bis 2014 war er Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Ulm in Gerhausen und ab 2011 zusätzlich stellvertretender Filialdirektor in Blaubeuren. Von 2014 bis zu seinem Einzug in den Landtag 2016 war er Filialdirektor in Ehingen.

Parallel bildete er sich im Bankwesen weiter: 2009 schloss er eine Weiterbildung zum Bankfachwirt ab, von 2010 bis 2011 eine Weiterbildung zum Bankbetriebswirt an der Sparkassenakademie Baden-Württemberg in Neuhausen auf den Fildern. 2014 schloss er außerdem ein Programm als Bankbetriebswirt an der Frankfurt School of Finance & Management ab.

Im Dezember 2025 geriet Hagel in Kritik, weil er den Grad der Weiterbildung teils ohne den Zusatz „Frankfurt School of Finance & Management“ verwendete. Dadurch konnte der Eindruck entstehen, er habe studiert und einen Universitätsabschluss erworben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüfte einen Anfangsverdacht auf Titelmissbrauch, sah aber keinen Anlass für Ermittlungen.

Hagel ist römisch-katholisch, war Ministrant, ist verheiratet und Vater dreier Söhne. In Ehingen engagiert er sich unter anderem in Stiftungsräten und ist Mitglied verschiedener örtlicher Vereine sowie der überparteilichen Europa-Union Baden-Württemberg.

Aufstieg in der CDU

Hagel trat 2006 in die CDU ein. Seit 2010 gehört er dem Kreisvorstand der CDU Alb-Donau-Ulm an. Von Oktober 2019 bis Dezember 2023 war er Vorsitzender dieses Kreisverbandes, der mit 1800 Mitgliedern zu den größten CDU-Kreisverbänden in Baden-Württemberg zählt.

Auch in der Jungen Union, der Jugendorganisation von CDU und CSU, war Hagel aktiv. Von 2010 bis 2013 war er Kreisvorsitzender der Jungen Union Alb-Donau-Ulm, von 2013 bis 2014 Bezirksvorsitzender der Jungen Union Württemberg-Hohenzollern. Ab 2014 war er stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Baden-Württemberg, bis er Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg wurde.

2015 wurde Hagel erstmals in den CDU-Landesvorstand gewählt. Am 13. Juni 2016 wurde er Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg. Mit 28 Jahren war er damals der jüngste Generalsekretär einer baden-württembergischen Partei. 2021 gab er dieses Amt ab, als er Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion wurde; seine Nachfolgerin wurde Isabell Huber. Am 18. November 2023 wurde Hagel auf dem Landesparteitag in Reutlingen mit 91,5 Prozent der Stimmen zum Landesvorsitzenden der CDU Baden-Württemberg gewählt und folgte damit auf Thomas Strobl.

Kommunalpolitik und Landtag

Seit der Kommunalwahl 2009 gehört Hagel dem Gemeinderat von Ehingen an. Von 2014 bis 2020 war er dort Fraktionsvorsitzender der CDU, die die absolute Mehrheit stellt. 2019 verteidigte die CDU unter seiner Fraktionsführung die absolute Mehrheit. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats 2019 wurde Hagel einstimmig zum stellvertretenden Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Ehingen gewählt. Seit 2014 ist er außerdem Mitglied des Kreistags des Alb-Donau-Kreises. Bei der Kommunalwahl 2024 wurde er erneut in den Gemeinderat Ehingen und in den Kreistag gewählt.

Bei der Landtagswahl 2016 zog Hagel im Wahlkreis Ehingen mit 36,3 % der Stimmen direkt in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Das war bei dieser Wahl das beste Ergebnis eines direkt gewählten CDU-Abgeordneten in Baden-Württemberg. Er arbeitete unter anderem in den Ausschüssen Inneres, Digitalisierung und Migration sowie Ländlicher Raum und Verbraucherschutz.

Bei der Landtagswahl 2021 gewann Hagel erneut den höchsten Stimmenanteil unter allen CDU-Wahlkreiskandidaten und zog mit 35,9 % wieder in den Landtag ein. Im Mai 2021 wurde er Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Von Juni 2023 bis Mai 2026 war er Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz.

Im Mai 2025 wurde Hagel zum Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl 2026 gewählt. Bei der Wahl zog er mit 47,1 % der Stimmen erneut in den Landtag ein; wieder war dies der höchste Stimmenanteil unter den CDU-Wahlkreiskandidaten. Landesweit lag die CDU jedoch 0,5 Prozentpunkte hinter den Grünen mit deren Ministerpräsidentenkandidat Cem Özdemir. Anfang Mai 2026 wurde Hagel als Fraktionsvorsitzender von Tobias Vogt abgelöst. Am 13. Mai 2026 wurde er Minister des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg sowie stellvertretender Ministerpräsident. In dieser Funktion vertritt er das Land Baden-Württemberg auch bei der Europäischen Union. Seit 2026 ist er zudem erster stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der L-Bank.

Politische Positionen

2017 forderte Hagel, die Regelung zur doppelten Staatsangehörigkeit in Deutschland abzuschaffen. Doppelte Staatsangehörigkeit bedeutet, dass eine Person zugleich die Staatsangehörigkeit von zwei Staaten besitzen kann.

Nach der Bundestagswahl 2017 verfasste Hagel das Papier „Wach auf CDU“. Darin distanzierte er sich von der Politik Angela Merkels und löste eine heftige Debatte im CDU-Landesverband aus. Außerdem erstellte er die „Schöntaler Erklärungen“ 2017, 2018 und 2019. Im April 2018 war er Hauptredner bei einem Treffen des damaligen Vereins Werteunion.

Öffentliche Kritik und Einordnung

Ende Februar 2026 wurde ein Videoausschnitt aus dem Jahr 2018 erneut öffentlich diskutiert. Darin schilderte Hagel in der Sendung „Auf ein Bier mit …“ des Regionalsenders Regio TV einen Besuch an einer Realschule. Er sagte über einen Termin mit einem Anteil von 80 Prozent Mädchen: „also da gibt es für einen 29-jährigen Abgeordneten schlimmere Termine als diesen“. Außerdem beschrieb er eine Schülerin mit Vornamen, braunen Haaren und „rehbraune[n] Augen“.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer veröffentlichte den Ausschnitt kurz vor der Landtagswahl 2026 erneut auf Instagram und kritisierte, dass das Aussehen einer minderjährigen Schülerin thematisiert werde, obwohl eigentlich ihre Frage im Mittelpunkt stehen sollte. Hagel nannte seine Bemerkung später in einer Diskussionsrunde des SWR-Fernsehens einen Fehler und „Mist“. Cem Özdemir kritisierte den Inhalt der ursprünglichen Aussagen, nahm Hagel aber zugleich in Schutz und sagte, er sei sicher, Hagel würde das heute nicht mehr so formulieren. Verschiedene Journalistinnen bewerteten die Debatte unterschiedlich: Valerie Höhne schrieb in der Süddeutschen Zeitung kritisch über Hagel; Livia Gerster nannte die Debatte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine „Miniatur des alltäglichen Sexismus“, sah die öffentliche Bewertung aber als unverhältnismäßig; Carolina Schwarz kritisierte in der taz Hagels Reaktion. Eine Auswertung der Stuttgarter Zeitung zeigte, dass Hagel nach Bekanntwerden des Videos leicht an Beliebtheit verlor, besonders bei Wählern von Parteien rechts der Mitte.

Im Wahlkampf vor der Landtagswahl 2026 wurde außerdem ein Schulbesuch Hagels mit dem ARD-Mittagsmagazin medial problematisiert. Kritisiert wurde, dass er den Treibhauseffekt falsch erklärte und einer Lehrerin das Wort abschnitt. In den Jahren 2016, 2017 und 2018 wurde Hagel in der Liste „Capital Top 40 unter 40“ im Bereich Politik und Staat aufgeführt.

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