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Liste von Kreuzfahrerburgen
Diese Burgen erlebten nahezu alle eine wechselvolle Geschichte von Belagerungen, Eroberungen und Rückeroberungen, oft innerhalb weniger Jahre oder Jahrzehnte.
Inhalt4 Abschnitte
Gegenstand und Bedeutung
Die Liste erfasst Burgen, die im Zusammenhang mit den Kreuzzügen ins Heilige Land von Kreuzfahrern errichtet oder besetzt wurden. Sie liegen vor allem im heutigen Syrien, an der kleinasiatischen und levantinischen Mittelmeerküste sowie im angrenzenden Hinterland.
Kennzeichnend ist die sogenannte Kreuzfahrerarchitektur. Sie verbindet europäische, byzantinische, armenische und arabische Bauelemente. Ursache dieser Mischung waren die häufigen Belagerungen, Eroberungen und Rückeroberungen. Da die Burgen oft innerhalb weniger Jahre oder Jahrzehnte den Besitzer wechselten, wurden sie von unterschiedlichen Herrschern immer wieder umgebaut. Die Burgen beeinflussten auch die europäische Militärarchitektur, unter anderem die edwardischen Burgen in Wales, etwa Caerleon und Harlech, sowie Château Gaillard in Frankreich.
Aufbau der Übersicht
Die Tabelle ordnet die Burgen nach ihrem fränkischen Namen und nennt außerdem die Lage, arabische sowie hebräische oder aramäische Namen, sonstige Bezeichnungen, den zuständigen Ritterorden, die Bauzeit und den Übergang an muslimische Herrscher. Dadurch werden sowohl die verschiedenen kulturellen Namen als auch die wechselnden politischen Besitzverhältnisse sichtbar.
Vertreten sind besonders die Johanniter, die Templer und der Deutsche Orden. Teilweise wechselte eine Burg zwischen mehreren Orden, etwa Cafarlet, das ab 1213 den Johannitern und ab 1255 den Templern zugeordnet wird, oder Montfort, das zunächst mit den Templern und ab 1220 mit dem Deutschen Orden verbunden war. Bei manchen Einträgen fehlt eine Angabe zum Ritterorden, zur Bauzeit oder zum Übergang an Muslime.
Geografische Verteilung und Beispiele
Die Auswahl reicht von Burgen im Raum Jerusalem, Jaffa, Galiläa und am Jordan über die Küstengebiete bei Akkon, Tyros, Sidon, Haifa, Caesarea und Tripolis bis zu Anlagen im heutigen Syrien, in der Türkei, auf Zypern und auf Inseln vor der Küste.
Zu den bedeutenden Beispielen gehören:
- Akkon: Die Zitadelle in der Altstadt wurde in den Zeiträumen 1104–1187 und 1191–1291 von Kreuzfahrern gehalten. Als Übergänge an Muslime nennt die Tabelle 1187 und 1291; als Ritterorden werden die Johanniter angegeben.
- Krak des Chevaliers: Die Burg liegt zwischen Tartus und Homs und heißt arabisch Qalʿat al-Hosn beziehungsweise Hisn al-Akrad. Als Baujahr steht 1031 in der Tabelle; die Johanniter werden ab 1142 genannt, der Übergang an Muslime erfolgte 1271.
- Margat: Die Burg Marqab liegt im Djebel al Ansariye oberhalb von Buluniya an der Küstenstraße von Tartus nach Latakia. Sie wird mit den Johannitern verbunden, 1062 datiert und 1285 an Muslime übergeben.
- Montfort: Die Anlage liegt nordöstlich von Akkon am Kesiv in Galiläa. Genannt werden die Bauphasen in den 1180er Jahren sowie 1226–1229 und der Übergang an Muslime im Jahr 1271.
- Chastellet: Die Templerburg an der Jakobsfurt am Jordan wurde 1177/78 errichtet und bereits 1179 an Muslime übergeben.
- Safed: Die Burg in Galiläa wird auf 1102 datiert. Die Templer werden ab 1240 genannt; als Übergänge erscheinen 1188 und 1266.
Zeitliche Entwicklung und wechselnde Herrschaft
Die Datierungen reichen vom 10. und 11. Jahrhundert bis ins späte 13. Jahrhundert. Einige Anlagen bestanden bereits vor der Kreuzfahrerzeit oder wurden von Kreuzfahrern übernommen, andere entstanden erst während der Kreuzzüge. Die Tabelle nennt deshalb nicht nur einzelne Baujahre, sondern auch Zeiträume und mehrere Eroberungen.
Beispiele für besonders wechselvolle Verläufe sind Arsur nördlich von Jaffa mit den Übergängen 1187 und 1265, Tortosa zwischen Tripolis und Latakia mit dem Übergang 1291 sowie Toron zwischen Tyros und Banyas mit den Übergängen 1187 und 1266. Bei Montferrand werden Übergänge in den Jahren 1105, 1115 und 1137 verzeichnet; bei Vaux Moise 1144 und 1188.
Die Angaben sind nicht überall eindeutig. Für Chastel Blanc werden als Baujahre 1102 oder 1142 genannt. Bei Merle steht als möglicher Übergang neben 1187 und 1264 ein Fragezeichen. Auch andere Einträge enthalten ungefähre Angaben wie „vor 1099“, „um 1132“ oder „Ende 12. Jhd.“. Die Übersicht dokumentiert damit sowohl bekannte Daten als auch Unsicherheiten und Lücken der Überlieferung.