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Erhu

Erhu (chinesisch 二胡, Pinyin èrhú) ist eine zweisaitige, mit dem Bogen gestrichene Röhrenspießlaute, die in der chinesischen Musik gespielt wird.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grunddefinition und Bedeutung
  2. 2. Aufbau des Instruments
  3. 3. Spielweise und Klangerzeugung
  4. 4. Verbreitung und verwandte Instrumente

Grunddefinition und Bedeutung

Die Erhu (chinesisch 二胡, Pinyin èrhú) ist eine zweisaitige, mit einem Bogen gestrichene Röhrenspießlaute. Sie wird in der chinesischen Musik gespielt und gehört zur Familie der Huqin, zu der auch andere chinesische Spießgeigen zählen. Ihr mutmaßlicher Ursprung wird mit der Mongolei in Verbindung gebracht. Vorläufer der Spießgeigen gelangten bereits während der Tang-Dynastie nach China. Während der Song-Dynastie wurde die Erhu zunächst in Südchina populär und wird deshalb auch Nanhu genannt.

Im 19. Jahrhundert wurde die Erhu zum Hauptinstrument der chinesischen Nationaloper und zu einem Soloinstrument in der Unterhaltungsmusik. Auch in der heutigen chinesischen Musik zählt sie weiterhin zu den populärsten Instrumenten.

Aufbau des Instruments

Die Erhu besitzt zwei Metallsaiten. Früher wurden auch Saiten aus Seide verwendet. Die Saiten verlaufen mit großem Abstand zum Hals von den Wirbeln über einen Steg bis zu einem unten aus dem Korpus herausragenden Halsfortsatz. Der Steg steht mittig auf einer Membran aus Schlangenhaut und überträgt die Schwingungen auf den kleinen Schallkörper.

Der Schallkörper besteht aus roten Harthölzern der Gattung Pterocarpus. Der Hals ist ein Rundstab. Bei einfacheren Instrumenten wird dafür Bambus verwendet, bei besseren Instrumenten ebenfalls Rotholz. Eine am oberen Halsbereich befestigte Stimmschlinge aus Schnur legt die musikalisch nutzbare Saitenlänge fest.

Die Saiten sind im Abstand einer Quinte auf a′–d′ gestimmt. Diese Tonhöhen entsprechen den mittleren beiden Saiten der Violine.

Spielweise und Klangerzeugung

Die Bogenhaare bestehen aus Rosshaar und werden bei der Erhu zwischen den beiden Saiten hindurchgeführt. Der Bogen selbst ist aus Bambus. Die Musikerin oder der Musiker sitzt auf einem Stuhl und stützt die senkrecht gehaltene Erhu auf einem Oberschenkel ab.

Um die a′-Saite zu streichen, wird der Bogen hochgedrückt; für die d′-Saite wird er niedergedrückt. Die Finger der linken Hand berühren beide Saiten, drücken sie aber nicht bis zum Hals nieder. Daher benötigt die Erhu weder ein Griffbrett noch Bünde. Durch unterschiedlich starkes Niederdrücken der Saiten lassen sich verschiedene Glissando- und Vibratoeffekte erzeugen. Beim leichten Aufsetzen der Finger können Flageoletttöne entstehen.

Verbreitung und verwandte Instrumente

Röhrenspießgeigen verbreiteten sich von China unter anderem in die Himalayaregion, nach Thailand und nach Kambodscha. Die zweisaitige Piwang der tibetischen Volksmusik ist in Bhutan unter dem Namen Chiwang bekannt. In Thailand entspricht dem röhrenförmigen Korpus der Erhu die Sor Duang. Die chinesische Schalenspießgeige Yehu besitzt einen Kokosnusskorpus und wurde in Thailand zur Sor U.

Eine der Erhu ähnliche Fiedel mit nur einer Saite gibt es auch in Malawi. Bei den Chewa heißt dieses für Afrika ungewöhnliche Instrument Kaligo. Die ugandische Röhrenspießgeige Endingidi geht vermutlich auf chinesische Vorbilder zurück, die im 19. Jahrhundert mit arabischen Zwischenhändlern ins Landesinnere Ostafrikas gelangten. Die Beziehung zur Ravanahattha ist unklar. Dieses Instrument wird in der nordindischen Volksmusik gespielt und ist auf Abbildungen des 19. Jahrhunderts als zweisaitige Röhrenspießgeige dargestellt.

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