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Liste der Musikmarkt-Chartsongs (1959)
Die Musikmarkt-Charts, die zum 1. Juli 1959 den Vorgänger der Automatenmarkt-Charts ablösten, die von März 1954 bis Juni 1959 die monatlichen Chart-Erhebungen …
Inhalt5 Abschnitte
Gegenstand und Bedeutung der Liste
Die Liste erfasst vollständig die Singles, die sich von Juli bis Dezember 1959 in den Musikmarkt-Charts der Bundesrepublik platzieren konnten. Musikmarkt löste am 1. Juli 1959 die monatlichen Automatenmarkt-Charts ab, die von März 1954 bis Juni 1959 erschienen waren.
Die neue Erhebung orientierte sich am vereinheitlichten US-amerikanischen Billboard-System. Dieses hatte im August 1958 die zuvor getrennten Kategorien Best Selling, Jukebox und Disc Jockey zu einer offiziellen Top 100 zusammengeführt. Anders als die Automatenmarkt-Charts berücksichtigte Musikmarkt bei der Berechnung nicht nur den Tonträgerverkauf, sondern auch Notenverkauf und Airplay, also den Einsatz von Musik im Radio.
Regeln und Umfang der Chart-Erhebung
Die Zahl der Chartplätze wurde 1959 schrittweise erweitert: Im Juli begann Musikmarkt mit einer Top 20, im September folgte eine Top 30. Im November umfasste die Liste 64, im Dezember 70 Plätze. Nach kurzen Phasen mit Top 60 und Top 40 setzte sich ab Juli 1960 eine feste Top 50 durch, die bis Dezember 1964 verwendet wurde. Ab dem 1. Januar 1965 erschienen die Charts jeweils am 01. und 15. eines Monats als zweiwöchige Top 40.
Für 1959 galten besondere Zählregeln: A- und B-Seiten einer Single wurden getrennt gewertet. Auch Cover-Versionen, also Neuaufnahmen bereits vorhandener Titel, konnten eigene Chartplätze erhalten. Ab Januar 1960 wurden Originalsong und Bearbeitungen unabhängig von Interpret, Sprache oder Instrumentalversion auf einem gemeinsamen Chartrang zusammengefasst. Diese Regel galt bis zur Umstellung auf das zweiwöchige System am 1. Januar 1965.
Verteilung nach Sprache und Labels
Von insgesamt 94 Titeln waren 70 deutschsprachig. Das entspricht einem Anteil von 74,5 %.
Bei den Labels stellte Polydor mit 31 Titeln die meisten Charttitel. Es folgten Electrola mit 15, Philips mit 8, Columbia mit 7 und Decca mit 6 Titeln. Ariola und Telefunken kamen jeweils auf 5, London auf 4 sowie Metronome und RCA auf jeweils 3 Titel. Brunswick stellte 2 Titel; Atlantic, Heliodor, MGM, Odeon und Sonet waren jeweils mit einem Titel vertreten.
Charteinstiege und typische Titel
Im Juli starteten die ersten 20 Titel der neuen Liste. Dazu gehörten Freddy Quinns „Die Gitarre und das Meer“, Caterina Valentes „Tschau Tschau Bambina...!“, Chris Barber's Jazz Band mit „Petite fleur“, Dalidas „Am Tag, als der Regen kam“ und Peter Kraus' „Sugar-Baby“. Im weiteren Jahr kamen sowohl deutschsprachige Schlager als auch internationale Pop-, Rock’n’Roll-, Country- und Instrumentaltitel hinzu.
Viele Einträge waren deutschsprachige Fassungen internationaler Originale oder stammten aus Filmen. Beispiele sind die mehreren Versionen von „My Happiness“, „Charly Brown“, „The Three Bells“ und „Morgen (One More Sunrise)“. Wegen der damaligen Regeln konnten solche Versionen getrennt in den Charts stehen.
Wichtige spätere Neueinstiege waren im November „Kriminal-Tango“ des Hazy Osterwald-Sextetts, Rocco Granatas „Marina“, Freddy Quinns „Unter fremden Sternen“, The Browns mit „The Three Bells“ und Bobby Darins „Mack the Knife“. Im Dezember kamen unter anderem Peter Kraus' „Tiger“, Ralf Bendix’ Version von „Kriminal-Tango“, „Red River Rock“ von Johnny and the Hurricanes sowie „Sleep Walk“ von Santo & Johnny hinzu.
Aussagekraft der Single-Tabelle
Die Tabelle dokumentiert zu jedem Titel Interpret, Autorinnen und Autoren, Charteinstieg, Zahl der Monate in der Liste, Höchstplatzierung (HP), Labelnummer und Bemerkungen. Sie zeigt dadurch sowohl die Platzierung als auch die Verbindung vieler Songs zu Originalversionen, Filmen oder weiteren Coverversionen.
Beispielsweise erreichte Dalidas deutschsprachige Fassung von „Am Tag, als der Regen kam“ nach dem Einstieg am 01.07.1959 sechs Monate lang die Charts und Platz 1. Freddy Quinns „Die Gitarre und das Meer“ stieg ebenfalls am 01.07.1959 ein, blieb sechs Monate und erreichte Platz 1. „Petite fleur“ von Chris Barber's Jazz Band kam auf Platz 3, während „Kriminal-Tango“ des Hazy Osterwald-Sextetts nach seinem Einstieg am 01.11.1959 Platz 4 erreichte.
Die Tabelle macht außerdem sichtbar, dass ein Titel in verschiedenen Fassungen zugleich vertreten sein konnte: „Kriminal-Tango“ erschien etwa sowohl durch das Hazy Osterwald-Sextett als auch durch Ralf Bendix. Bei „Morgen (One More Sunrise)“ standen die Gesangsversion von Ivo Robić und eine Big-Band-Instrumentalversion von Billy Vaughn jeweils in den Charts.