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Musikmarkt
Der Musikmarkt war eine Fachzeitschrift der Musikwirtschaft. Das Magazin erschien bis Juli 2016 in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie zahlreichen …
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Gegenstand und Bedeutung
Der Musikmarkt war eine deutschsprachige Fachzeitschrift der Musikwirtschaft. Sie richtete sich vor allem an Fachleute der Tonträger- und Live-Entertainment-Branche und informierte über aktuelle Musikcharts, Branchenereignisse, Künstler sowie neue Produkte. Das Magazin erschien in Deutschland, Österreich, der Schweiz und zahlreichen weiteren Ländern. Die Erstausgabe erschien am 15. Juli 1959, die letzte Ausgabe Anfang Juli 2016; als Einstellungsdatum ist der 1. Juli 2016 angegeben.
Gegründet wurde das Magazin vom Musikmanager Hans R. Beierlein. Bis 2004 erschien es im Keller Verlag in Starnberg. Danach übernahm die Musikmarkt GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft des Keller Verlags, die Herausgabe. Als Chefredakteur wird Stefan Zarges genannt. Die Zeitschrift erschien unter dem Webauftritt www.musikmarkt.de.
Inhalte und Branchenaufgaben
Ein zentraler Bestandteil waren die jeweils aktuellen deutschen Charts, zuletzt die Top 100 der Album- und Singlecharts. Daneben veröffentlichte Musikmarkt weitere nationale und internationale Hitlisten, und zwar wöchentlich und monatlich. Als Beispiel nennt der Artikel die deutschen Top-30-Jazz-Charts.
Zum redaktionellen Angebot gehörten außerdem Nachrichten aus der Tonträger- und Live-Entertainment-Branche, Interviews sowie Vorstellungen neuer CDs und DVDs. Damit verband das Magazin Chartinformationen mit Nachrichten und Produktinformationen für die Musikwirtschaft.
Ab 2005 war Musikmarkt gemeinsam mit dem Verband der Deutschen Konzertdirektionen e. V. Mitsponsor bei der jährlichen Vergabe des Musikpreises dieses Verbandes. Der Preis wurde abwechselnd an Künstler aus dem Bereich der U-Musik und der E-Musik verliehen. 2006 initiierte Musikmarkt gemeinsam mit dem Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft den Branchenpreis Live Entertainment Award. Musikmarkt leitete bis 2013 dessen Jury und blieb bis zur Einstellung Medienpartner der Veranstaltung.
Entwicklung der Erscheinungsweise
Zunächst erschien die Zeitschrift monatlich. Ab Januar 1970 wurde sie halbmonatlich herausgegeben. Ab März 1975 enthielt jede Ausgabe die wöchentlichen Charts, sodass zwei Chartlisten pro Ausgabe veröffentlicht wurden. Ab 1995 erschien die Zeitschrift wöchentlich. In den Angaben zur Erscheinungsweise wird sie als wöchentlich, jeweils freitags, beschrieben.
Die zeitliche Darstellung enthält eine Besonderheit: Bei der Entwicklung der Hitparade wird zusätzlich angegeben, dass der Musikmarkt mit Beginn des Jahres 1971 auf eine wöchentliche Veröffentlichung, jeweils montags, umstellte. Diese Angabe bezieht sich auf die Chartveröffentlichung und steht neben der späteren Angabe zur wöchentlichen Zeitschriftenausgabe ab 1995.
Die letzte Ausgabe trug das Datum 1. Juli 2016. Eine Abbildung der Titelseite dieser letzten Ausgabe wird im Artikel erwähnt.
Entwicklung und Ermittlung der Charts
Bereits mit der ersten Ausgabe im Juli 1959 löste Der Musikmarkt die Zeitschrift Der Automatenmarkt als offizieller Herausgeber der westdeutschen Hitparade ab. Die frühen Charts berücksichtigten mehrere Erfolgsfaktoren: den Erfolg in Musikboxen, den Verkauf von Noten, den Einsatz im Radio (Airplay), den Verkauf von Tonträgern – damals vor allem Schallplatten – sowie Aufführungen durch Live-Musikkapellen. Die Liste bezog sich auf die Bundesrepublik Deutschland, West-Berlin und Österreich.
Der Artikel nennt als erste Nummer 1 der Musikmarkt-Hitparaden im Juni 1959 den Titel Die Gitarre und das Meer von Freddy Quinn. Zugleich wird die Erstausgabe des Magazins mit dem 15. Juli 1959 angegeben; die zeitliche Zuordnung der ersten Nummer 1 und der ersten Ausgabe wird daher im Artikel nicht vollständig widerspruchsfrei dargestellt. Der Titel war zu dieser Zeit auch im Automatenmarkt Spitzenreiter.
Anfangs schwankte der Umfang der Hitparade zwischen 20 und 70 Plätzen. Ab Anfang 1960 erschien sie meist mit 50 Plätzen; gelegentlich umfasste sie etwas mehr, höchstens 54 Plätze. Anfang 1965 wurde die Liste auf 40 Plätze verkürzt. Dafür erschien sie nun zweimal monatlich, am 1. und am 15. eines Monats, und basierte ausschließlich auf Plattenverkäufen. Seit dieser Zeit gab es Chart-Poster, die in Plattengeschäften ausgehängt wurden.
Mit Beginn des Jahres 1971 wurde die Hitparade wöchentlich veröffentlicht, jeweils montags, und wieder auf 50 Plätze erweitert. Ab September 1977 übernahm die Firma Media Control die Ermittlung dieser wöchentlichen Top 50.
Das Webportal musikmarkt.de
musikmarkt.de war das Webportal des Magazins. Im Juni 2010 wurde die Website optisch und inhaltlich vollständig überarbeitet. Nach diesem Relaunch bot sie unter anderem ein Künstlerlexikon, eine Chartsgalerie und das Musikmarkt-Branchenhandbuch. Dieses Handbuch war ein Adressführer mit Kontaktdaten von Konzertagenturen, Tonstudios, Plattenfirmen und weiteren Einrichtungen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich.
Der letzte Musikmarkt-Newsletter erschien am 8. Juli 2016. Darin wurde mitgeteilt, dass die Website noch bis zum 31. Juli 2016 genutzt werden könne. Ende 2017 wurde sie endgültig stillgelegt. Teilbestände der Redaktion, das Fotoarchiv und eine Ordnersammlung zum Eurovision Song Contest wurden im Zentrum für Populäre Kultur und Musik eingelagert.