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Leuna-Chemie-Stadion
Das Leuna-Chemie-Stadion (Eigenschreibweise: LEUNA-CHEMIE-STADION) ist ein Fußballstadion in der Stadt Halle an der Saale, Sachsen-Anhalt.
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Überblick und Ausstattung
Das Leuna-Chemie-Stadion (Eigenschreibweise: LEUNA-CHEMIE-STADION) ist ein Fußballstadion in Halle (Saale), Sachsen-Anhalt. Seit 2011 trägt der Hallesche FC dort seine Heimspiele aus. Das Stadion wurde am 17. September 2011 eröffnet und hieß von 2011 bis 2021 Erdgas Sportpark.
Eigentümerin ist die Stadt Halle; Betreiberin ist die Stadion Halle Betriebs GmbH. Das Stadion befindet sich in der Kantstraße 2, 06110 Halle (Saale), bei den Koordinaten 51° 27′ 55″ N, 11° 57′ 43″ O. Es bietet 15.057 überdachte Plätze: 8850 Stehplätze, 6155 Sitzplätze, acht Logen, 320 Business-Sitze, 30 Behindertenplätze und 22 Plätze für Begleitpersonen.
Die Spielfläche ist 105 × 68 m groß und besteht aus Naturrasen mit Rasenheizung. Der Rasen liegt zwei Meter tiefer als das umgebende Gelände. Die Rasenheizung bezieht ihre Wärme aus dem halleschen Fernwärmenetz. Flutlichtanlage und Photovoltaikanlage der Stadtwerke Halle sind in das Stadiondach integriert. Die Baukosten betrugen etwa 17 Mio. €.
Neubau und Namenswechsel
Das Stadion entstand auf dem Gelände des alten Kurt-Wabbel-Stadions, das im Sommer 2010 abgerissen wurde. Erhalten blieben die unter Denkmalschutz stehende Außenmauer und die Torbögen des 1936 errichteten Kurt-Wabbel-Stadions. Ebenfalls bewahrt wurden die Arbeiterstandbilder, die 1951 von der Thingstätte in den Brandbergen an das Stadion umgesetzt worden waren. Während der Bauzeit wich der Hallesche FC in das Stadion im Bildungszentrum aus.
Der erste Spatenstich erfolgte am 4. September 2010 durch Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD), den Finanzminister des Landes Jens Bullerjahn (SPD) und den Bauminister Karl-Heinz Daehre (CDU). Die Stadt Halle übernahm rund 11 Mio. € der Kosten, das Land Sachsen-Anhalt etwa 6 Mio. €.
Beim Richtfest am 8. April 2011 erhielt der Neubau offiziell den Sponsornamen Erdgas Sportpark. Namensgeber war das Energieversorgungsunternehmen VNG – Verbundnetz Gas. Der Sponsorenvertrag brachte 500.000 Euro pro Jahr ein und lief zehn Jahre. Am 17. September 2011 wurde das Stadion bei einem Tag der offenen Tür öffentlich vorgestellt. Das sportliche Eröffnungsspiel fand am 20. September 2011 statt: Der Hamburger SV besiegte den Halleschen FC mit 4:1 (1:1). Das erste Tor schoss der Hamburger Sören Bertram; für den HFC traf Steven Ruprecht zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Bertram wechselte 2013 zum HFC.
Am 9. Oktober 2020 wurde am Stammplatz des ein Jahr zuvor bei einem rechtsterroristischen Anschlag ermordeten HFC-Fans Kevin S. eine Gedenktafel enthüllt. Im Juni 2021 wurde die Infraleuna GmbH, ein Infrastrukturunternehmen, neue Namensgeberin. Das Stadion heißt seitdem Leuna-Chemie-Stadion. Der Abbau des Schriftzugs Erdgas Sportpark begann am 6. Juli 2021. Infraleuna zahlt für die Sponsorrechte jährlich 200.000 Euro.
Länderspiele und besondere Spiele
Im Stadion fanden mehrere Spiele deutscher Nationalmannschaften statt.
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft spielte dort am 29. November 2012 vor 5123 Zuschauern gegen Frankreich 1:1. In der Qualifikation zur Frauenfußball-Europameisterschaft 2017 gewann Deutschland am 18. September 2015 vor 4378 Zuschauern gegen Ungarn mit 12:0. Ein WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am 7. April 2018 endete vor 4564 Zuschauern mit einem 4:0-Sieg der deutschen Frauen.
Die deutsche U-21-Fußballnationalmannschaft der Männer trat zweimal im Sportpark an. Im Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2013 besiegte sie Griechenland am 29. Februar 2012 vor 6193 Zuschauern mit 1:0. In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2015 gewann die U 21 am 5. September 2014 gegen Irland vor 3969 Zuschauern mit 2:0.
Am 5. September 2019 bestritt außerdem die deutsche U-20-Nationalmannschaft der Männer ein Testspiel gegen Tschechien. Deutschland gewann vor 1441 Zuschauern mit 4:2.
Erhaltene Bauteile und Ansichten
Die Bilddokumentation zeigt die alte Stadionmauer des Kurt-Wabbel-Stadions, unter anderem in einer Nachtaufnahme vom Juni 2014. Zu sehen sind außerdem sechs Arbeiter-Statuen von Alfred Vocke aus dem Jahr 1934 an der alten Stadionmauer (März 2016).
Weitere Ansichten zeigen den Innenraum der Arena von Nord nach Süd, die Südtribüne, die östliche Gegentribüne und den Stehplatzrang im Norden; diese Aufnahmen stammen jeweils aus dem April 2018. Dokumentiert ist auch das ehemalige Logo des Erdgas Sportparks, das bis zum 30. Juni 2021 verwendet wurde, sowie eine Abendaufnahme des Leuna-Chemie-Stadions vom Februar 2022.