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Leibniz-Reihe

Mit ihr wird nicht zuletzt die Kreiszahl π {\displaystyle \pi } {\displaystyle \pi } mit der Reihenlehre verbunden. Diese Reihe wurde von Gottfried Wilhelm …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Formel
  2. 2. Herleitung über ein Integral
  3. 3. Fehler und langsame Annäherung
  4. 4. Beschleunigte Reihe
  5. 5. Analoge Reihen

Grundidee und Formel

Die Leibniz-Reihe ist eine alternierende Reihe, also eine unendliche Summe mit wechselnden Plus- und Minuszeichen. Sie verbindet die Reihenlehre mit der Kreiszahl π:

∑ₖ₌₀^∞ (-1)ᵏ/(2k+1) = 1 − 1/3 + 1/5 − 1/7 + 1/9 − … = π/4.

Ihre Konvergenz, also die Annäherung der Partialsummen an einen festen Grenzwert, folgt unmittelbar aus dem Leibniz-Kriterium. Die Konvergenz ist logarithmisch und daher sehr langsam.

Herleitung über ein Integral

Für jedes k gilt 1/(2k+1) = ∫₀¹ x²ᵏ dx. Damit lässt sich die Reihe in ein Integral umformen:

∑ₖ₌₀^∞ (-1)ᵏ/(2k+1) = ∫₀¹ [∑ₖ₌₀^∞ (-x²)ᵏ] dx.

Die Summe in der Klammer ist eine geometrische Reihe. Sie ergibt 1/(1+x²). Daher gilt:

∫₀¹ 1/(x²+1) dx = [arctan(x)]₀¹ = arctan(1) = π/4.

So folgt die Leibniz-Formel aus der geometrischen Reihe und dem Integral der Funktion 1/(1+x²).

Fehler und langsame Annäherung

Nach n Summanden ist das Restglied, also der Fehler gegenüber π/4,

Rₙ = ∑ₖ₌₀ⁿ⁻¹ (-1)ᵏ/(2k+1) − π/4 = −∑ₖ₌ₙ^∞ (-1)ᵏ/(2k+1).

Nach der Fehlerabschätzung des Leibniz-Kriteriums gilt |Rₙ| ≤ 1/(2n+1); genauer sogar |Rₙ| < 1/(4n). Mit n Summanden erhält man s Nachkommastellen mit einem Fehler kleiner als 0,5 in der s-ten Nachkommastelle, wobei s(n) = lg(2n) ist. Umgekehrt werden für s sinnvolle Nachkommastellen ungefähr n(s) = 1/2 · 10ˢ Summanden benötigt.

Für π gilt π = 4 · ∑ₖ₌₀^∞ (-1)ᵏ/(2k+1). Die mit 4 multiplizierten Partialsummen nähern sich π abwechselnd von unten und oben an. Beispielsweise liefert n = 1 000 000 den Wert 3,1415916535897930 beziehungsweise bei Einbezug des nächsten Terms 3,1415936535887932; ihr Mittelwert ist 3,1415926535892931. Die Reihe ist deshalb auch nach Umformungen nicht zur effizienten Berechnung von π geeignet.

Beschleunigte Reihe

Die Eulersche Reihentransformation liefert aus der Leibniz-Reihe eine schneller konvergierende Reihe:

π/4 = 1/2 · (1 + 1/(1·3) + (1·2)/(1·3·5) + … + (1·2·…·n)/(1·3·5·…·(2n+1)) + …).

Analoge Reihen

Ein bekanntes Analogon ist die alternierende harmonische Reihe:

∑ₖ₌₀^∞ (-1)ᵏ/(k+1) = 1 − 1/2 + 1/3 − 1/4 + … ≈ 0,6931471805599453 = ln(2).

Sie entsteht analog durch ∫₀¹ 1/(x+1) dx.

Ein kubisches Analogon lautet:

∑ₖ₌₀^∞ (-1)ᵏ/(3k+1) = 1 − 1/4 + 1/7 − 1/10 + … ≈ 0,835648848264721 = (√3/9)π + (1/3)ln(2).

Ein quartisches Analogon lautet:

∑ₖ₌₀^∞ (-1)ᵏ/(4k+1) = 1 − 1/5 + 1/9 − 1/13 + … ≈ 0,866972987339911 = (√2/8)π + (√2/4)arsinh(1).

Auch diese Herleitungen beruhen darauf, die Summanden als Integrale zu schreiben und die dabei auftretende geometrische Reihe zu einer gebrochen-rationalen Funktion zusammenzufassen.

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