Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kreuzung (Genetik)

Kreuzung ist ein Begriff aus der Genetik. Bei Pflanzen und Tieren wird einerseits die geschlechtliche Fortpflanzung zwischen zwei genetisch verschiedenen, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung der Kreuzung
  2. 2. Natürliche Vermischung und Pilze
  3. 3. Kreuzungsbarrieren und Genpool
  4. 4. Bedeutung für die Vererbungslehre

Bedeutung der Kreuzung

Eine Kreuzung ist in der Genetik die geschlechtliche Fortpflanzung zwischen zwei genetisch verschiedenen, aber relativ nahe verwandten Arten, Unterarten oder Sorten bei Pflanzen beziehungsweise Rassen bei Tieren. Auch das daraus entstehende Ergebnis heißt Kreuzung. Der Nachkomme von Individuen unterschiedlicher Arten, sehr selten sogar unterschiedlicher Gattungen, Unterarten oder Zuchtlinien wird Hybride genannt.

Kreuzungen werden besonders in der Zucht und in Kreuzungsexperimenten kontrolliert durchgeführt. Menschen nutzen sie seit Jahrtausenden, um neue Arten, Pflanzensorten oder Rassen von Nutztieren zu erzeugen.

Natürliche Vermischung und Pilze

Entsteht die Vermischung unterschiedlicher genetischer Linien ohne gezielte Zucht, wird sie meist Hybridisierung genannt. Die dabei entstehenden Hybride können gemischte Merkmalsausprägungen besitzen, also intermediäre Eigenschaften zwischen den Ausgangslinien.

Eine Hybridisierung kann selten oder außergewöhnlich sein und danach zu einer Rückkreuzung mit einer Elternart führen. Dadurch wird genetisches Material von der zweiten Linie auf die erste übertragen; dieser Vorgang heißt Introgression.

Bei Pilzen bedeutet Kreuzung abweichend davon jede sexuelle Vermehrung, bei der haploide Individuen verschiedener Kreuzungstypen diploide Sporen bilden. Haplloid bedeutet, dass ein einfacher Chromosomensatz vorliegt. Es kann bei Pilzen deutlich mehr kompatible Kreuzungstypen geben als die sonst üblichen zwei Geschlechter.

Kreuzungsbarrieren und Genpool

Innerhalb einer biologischen Art sind Kreuzungen in der Regel problemlos möglich. Zwischen verschiedenen Arten heißen sie interspezifische Kreuzungen. Dabei treten häufig Kreuzungsbarrieren auf: Sie erschweren oder verhindern die Fortpflanzung. Beispielsweise kann eine Kreuzung nur in einer Richtung gelingen, wenn die weiblichen Keimzellen der einen Art und die männlichen Keimzellen der anderen Art beteiligt sind, während die umgekehrte Kombination erfolglos bleibt.

Solche Barrieren bewirken reproduktive Isolation. In Populationsgenetik und Evolutionsbiologie werden sie Isolationsmechanismen genannt. Populationen, zwischen denen keine Kreuzungsbarrieren bestehen, bilden einen gemeinsamen Genpool.

Bedeutung für die Vererbungslehre

Gregor Mendel zeigte 1865 erste Gesetzmäßigkeiten der Vererbung von Eigenschaften. Aus seinen Kreuzungsexperimenten mit Erbsenpflanzen schloss er, dass sich die Vererbung von Merkmalen durch mathematische Mengenverhältnisse beschreiben lässt. Seine mendelschen Vererbungsregeln sind weiterhin anwendbar und gelten als Grundlage der Genetik.

Thomas Hunt Morgan erweiterte Kreuzungsversuche durch Experimente mit der Taufliege Drosophila melanogaster. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse baute sein Mitarbeiter und Schüler Alfred Sturtevant 1913 die erste Genkarte auf.

Weiterlesen

Namibia Namibia ist aufgrund des großen Flächenanteils der namensgebenden Wüste Namib das nach der Mongolei und Australien am drittdünnsten besiedelte Land der Welt. Genetik Der heute weitaus bedeutendste Teilbereich der Genetik ist die Molekulargenetik, die sich mit den molekularen Grundlagen der Vererbung befasst. Aus ihr ging die … Geschlechtliche Fortpflanzung Die geschlechtliche oder sexuelle Fortpflanzung ist eine Variante der Fortpflanzung von Eukaryoten (Lebewesen mit Zellkern), bei der im Wechsel Zellkerne … Art (Biologie) Jede biologische Art ist ein Resultat der Artbildung. Bislang gelang keine allgemeine Definition der Art, welche die theoretischen und praktischen Anforderungen … Pilze Die Pilze (Fungi) sind ein Reich eukaryotischer Lebewesen. Sie sind wie die Pflanzen (Plantae), zu denen sie lange gerechnet wurden, sesshaft, können jedoch … Experiment Im Unterschied zur bloßen Beobachtung oder der Demonstration eines Effekts werden im Experiment Einflussgrößen verändert. Experimente werden in vielen Bereichen … Population (Biologie) Als Population wird in den Biowissenschaften die Gesamtheit aller Individuen, in der Regel derselben Art, bezeichnet, die in einem bestimmten Verbreitungsgebiet … Isolation (Biologie) Isolation bezieht sich in der Biologie auf die sogenannte reproduktive Isolation, dies ist die Unterbrechung des Genflusses zwischen Populationen derselben … Populationsgenetik Die Populationsgenetik ist der Zweig der Genetik, der Vererbungsvorgänge innerhalb biologischer Populationen untersucht. Sie ermittelt die relative … Evolutionsbiologie Die Evolutionsbiologie ist ein Teilbereich der Biowissenschaften. Sie untersucht das Evolutionsgeschehen im Laufe der Erdgeschichte bis heute sowie die … Isolationsmechanismen Isolationsmechanismen beschreiben in der Evolutionstheorie Eigenschaften von Organismen verschiedener Arten oder Populationen, die bei sexueller … Gattung (Biologie) Die Gattung (auch das Genus) bezeichnet in der Biologie (einschließlich Virologie und Palichnologie) eine Rangstufe innerhalb der Hierarchie der biologischen …