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Klangfarbenmelodie
Klangfarbenmelodie ist ein Terminus, den Arnold Schönberg am Schluss seiner Harmonielehre aufwarf, um eine Folge von „Klangfarben, deren Beziehung …
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Begriff und Bedeutung
Klangfarbenmelodie bezeichnet eine musikalische Idee Arnold Schönbergs: Nicht nur Tonhöhen können wie eine Melodie geordnet werden, sondern auch Klangfarben. Am Schluss seiner Harmonielehre beschrieb Schönberg eine Folge von „Klangfarben, deren Beziehung untereinander mit einer Art Logik wirkt, ganz äquivalent jener Logik, die uns bei der Melodie der Klanghöhen genügt“. Klangfarbe meint dabei den charakteristischen Klang eines Tons oder Instruments, also zum Beispiel den Unterschied zwischen Geige, Flöte oder Horn bei gleicher Tonhöhe.
Wichtig ist an diesem Begriff, dass die Klangfarbe nicht nur schmückende Begleitung ist, sondern selbst ein ordnendes musikalisches Element werden kann. Eine Klangfarbenmelodie entsteht, wenn Wechsel der Klangfarbe so gestaltet sind, dass sie wie eine eigene musikalische Linie wirken.
Kompositorische Beispiele und Entwicklung
Schönberg setzte die Idee kompositorisch im dritten Stück seiner Fünf Orchesterstücke op. 16 aus dem Jahr 1909 um. Dieses Stück trug ursprünglich den Titel Farben. Es gilt im Artikel als direkte Realisierung einer Klangfarbenmelodie.
Frühere Ansätze finden sich bereits in Richard Wagners Vorspiel zum Rheingold von 1869. Dort wird eine statische Es-Dur-Fläche nicht vor allem durch neue Harmonien oder Melodien belebt, sondern durch Instrumentation, also durch wechselnde Klangfarben. Im Impressionismus wurde Klangfarbenmelodie in der Orchesterbehandlung zu einem verbreiteten Gestaltungsmittel.
Unterschiedliche Funktionen
Bei Schönberg steht die Idee der Eigenständigkeit der Klangfarbe im Vordergrund: Klangfarbe kann ähnlich wichtig werden wie Tonhöhe. Bei Anton Weberns Orchestrierung von Bachs „Ricercar zu 6 Stimmen“ aus dem Musikalischen Opfer von 1935 hat die Klangfarbenmelodie eine andere Funktion. Dort verdeutlicht sie die Tonhöhenstruktur der Komposition. Die Struktur der Töne erscheint dadurch zugleich als Farbstruktur.
In der Neuen Musik seit den 1960er Jahren wurde Klangfarbe endgültig zu einem eigenständigen Arbeitsfeld. Der Artikel betont jedoch, dass der Begriff Klangfarbenmelodie dabei nicht unbedingt ausdrücklich genannt oder analytisch beschrieben wurde.