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Josephine Ortleb

Josephine Loulou Ortleb (* 25. November 1986 in Saarbrücken) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Als direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete des Wahlkreises …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Person und politische Bedeutung
  2. 2. Leben und Beruf
  3. 3. Politischer Werdegang
  4. 4. Gleichberechtigung
  5. 5. Arbeit und Erneuerung der Sozialdemokratie
  6. 6. Mitgliedschaften und Auszeichnung

Person und politische Bedeutung

Josephine Loulou Ortleb (* 25. November 1986 in Saarbrücken) ist eine deutsche Politikerin der SPD. Seit 2017 ist sie als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Saarbrücken Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2025 ist sie Vizepräsidentin des Bundestages. Zuvor war sie ab 2020 Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion.

Leben und Beruf

Ortleb wuchs in Alt-Saarbrücken auf. Von August 1997 bis Juli 2004 besuchte sie das Gymnasium am Schloss, anschließend von August 2004 bis Juni 2007 das Wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium in Saarbrücken. Nach dem Abitur studierte sie von Oktober 2008 bis Februar 2009 Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln und von Oktober 2009 bis September 2010 Politikmanagement an der Hochschule Bremen.

Im August 2012 schloss sie die Höhere Berufsfachschule für das Hotel-, Gastronomie- und Fremdenverkehrsgewerbe in Saarbrücken ab. Im Januar 2014 bestand sie die Prüfung zur Restaurantfachfrau. Im Juni 2014 folgten die Prüfungen zur staatlich geprüften Gastronomin und zur Fachwirtin im Gastgewerbe. 2021 wurde sie Mutter eines Sohnes.

Politischer Werdegang

Ortleb trat 2007 der SPD bei und war zeitweise Landesgeschäftsführerin der Jusos Saar. Bei den Kommunalwahlen im Mai 2014 wurde sie für den SPD-Ortsverein St. Johann, dessen stellvertretende Vorsitzende sie war, in den Saarbrücker Stadtrat gewählt.

Im November 2016 wurde sie im Wahlkreis 296 (Saarbrücken) als Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2017 nominiert. Zusätzlich kandidierte sie auf dem zweiten Platz der saarländischen Landesliste. Bei der Wahl am 24. September 2017 erhielt sie 32,1 % der Erststimmen und setzte sich knapp gegen den CDU-Kandidaten Bernd Wegner mit 31,4 % durch.

Im 19. Deutschen Bundestag war Ortleb ordentliches Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Stellvertretend arbeitete sie im Ausschuss für Tourismus, in der Projektgruppe 3 der Enquete Berufliche Bildung und in der Enquete-Kommission Berufliche Bildung. Am 16. Dezember 2020 wurde sie als Nachfolgerin von Dagmar Ziegler Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion.

Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie im Wahlkreis Saarbrücken unter anderem gegen die damalige Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an. Am 16. September erklärte sie wegen der Frühgeburt ihres Sohnes, ihren Wahlkampf vorzeitig einzustellen. Trotzdem gewann sie den Wahlkreis mit 36,9 % der Erststimmen deutlich vor Kramp-Karrenbauer, die 25,1 % erhielt.

Im Sommer 2023 bewarb sich Ortleb um die SPD-Kandidatur für das Amt der Regionalverbandsdirektorin im Regionalverband Saarbrücken. Sie verlor die parteiinterne Wahl gegen Carolin Lehberger und wurde nicht weiter unterstützt. Deshalb trat sie bei der Wahl 2024 im Regionalverband Saarbrücken nicht an.

Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 gewann Ortleb ihren Wahlkreis erneut mit 32,4 % der Stimmen. Vor der konstituierenden Sitzung des 21. Deutschen Bundestages nominierte ihre Fraktion sie als Stellvertreterin der Bundestagspräsidentin. Am 25. März 2025 wurde sie gewählt.

Gleichberechtigung

Ortleb versteht den Kampf für die Gleichstellung der Frau als wichtigen Teil ihrer politischen Arbeit. Dazu zählen die gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben, der Schutz vor Gewalt und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.

Von 2013 bis 2018 war sie Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Saarbrücken; seit Januar 2018 ist sie Landesvorsitzende. Als politische Schwerpunkte nennt sie die Repräsentanz von Frauen, den Kampf gegen Sexismus und überkommene Rollenbilder sowie die Stellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Sie engagiert sich außerdem als Mitglied bei Aldona e. V. und Pro Familia e. V.

Arbeit und Erneuerung der Sozialdemokratie

Bei den Arbeitnehmerrechten fordert Ortleb die Abkehr von sachgrundlosen Befristungen und von Minijobs als billiger Alternative zur Vollarbeitszeit. Außerdem sollen Teilzeitbeschäftigungen während Erziehungspausen oder der Pflege von Angehörigen möglich sein. Nach solchen Betreuungspausen soll ein uneingeschränktes Rückkehrrecht zur Vollzeitbeschäftigung bestehen.

Ortleb gehörte zu zwölf jungen SPD-Mitgliedern, die 2017 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt wurden und in vier Thesenpapieren Vorschläge für parteiinterne Neuausrichtungen veröffentlichten. Zu den darin genannten Anregungen zählen die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde, ein „Chancenkonto“ von 20.000 Euro pro Arbeitnehmer sowie die Abkehr vom „Dogma der Schwarzen Null“.

Mitgliedschaften und Auszeichnung

Ortleb ist Mitglied der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und der Arbeiterwohlfahrt. Außerdem ist sie Landesvorsitzende von Pro Familia. Für ihr kommunalpolitisches Engagement erhielt sie 2015 den Helene-Weber-Preis.

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