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John Robert McNeill
John Robert McNeill (* 6. Oktober 1954 in Chicago) ist ein US-amerikanischer Historiker mit Forschungsschwerpunkt Umweltgeschichte.
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Forschung und akademischer Werdegang
John Robert McNeill (geboren am 6. Oktober 1954 in Chicago) ist ein US-amerikanischer Historiker und Professor für Geschichte an der Georgetown University in Washington, D.C. Sein wichtigstes Forschungsgebiet ist die Umweltgeschichte. Außerdem lehrt und erforscht er Weltgeschichte und internationale Geschichte. Die Umweltgeschichte steht dabei im Zentrum seiner Bücher, herausgegebenen Sammelwerke und zahlreichen Fachaufsätze.
McNeill erwarb 1975 einen Bachelor-Abschluss am Swarthmore College in Pennsylvania. An der Duke University machte er 1977 den Master-Abschluss und 1981 den Ph.D. Von 1981 bis 1983 war er dort Assistant Professor. Danach lehrte er am Goucher College und ab 1985 an der Georgetown University. Von 1990 bis 1993 war er Associate Professor; seit 1993 ist er ordentlicher Professor an der Georgetown University.
Neben seiner Universitätsarbeit wirkte McNeill in historischen Forschungskommissionen und Komitees mit. Von 2011 bis 2013 war er Präsident der American Society for Environmental History, 2019 Präsident der American Historical Association. Außerdem begutachtet er Beiträge für mehrere wissenschaftliche Fachzeitschriften und gehört zum Herausgeberkreis von The Anthropocene Review.
Zentrale Bücher und Themen
McNeills Bücher behandeln Umweltgeschichte auf regionaler, globaler und weltgeschichtlicher Ebene. Something New Under the Sun: An Environmental History of the 20th-Century World erschien 2000; die deutsche Ausgabe trägt den Titel Blue Planet. Die Geschichte der Umwelt im 20. Jahrhundert und erschien 2003. Das Werk untersucht die Umweltgeschichte des 20. Jahrhunderts und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Gemeinsam mit William Hardy McNeill veröffentlichte er 2003 The Human Web: A Bird’s-eye View of World History. Das Buch bietet einen Überblick über die Weltgeschichte. The Mountains of the Mediterranean World: An Environmental History erschien 1992 und The Atlantic Empires of France and Spain: Louisbourg and Havana, 1700–1763 bereits 1985.
Mosquito Empires: Ecology and War in the Greater Caribbean, 1640–1914 erschien 2010 und verbindet ökologische Entwicklungen mit der Geschichte von Kriegen im erweiterten karibischen Raum. Gemeinsam mit Peter Engelke schrieb McNeill The Great Acceleration: An Environmental History of the Anthropocene since 1945, das 2016 erschien. The Webs of Humankind: A World History wurde 2021 in zwei Bänden veröffentlicht. Sea and Land: An Environmental History of the Caribbean erschien 2022.
Die beiden Bücher Something New Under the Sun und The Human Web wurden unter anderem ins Deutsche, Italienische, Französische, Niederländische, Spanische, Finnische, Schwedische, Ungarische, Chinesische, Japanische und Koreanische übersetzt.
Herausgegebene Werke
McNeill gab zahlreiche Werke zur globalen Umweltgeschichte, Weltgeschichte und zur Verbindung von Gesellschaft und Natur heraus. Dazu gehören Global Environmental History: An Introductory Reader und A Companion to Global Environmental History, beide 2012 erschienen. Weitere Schwerpunkte bilden Environmental Histories of the Cold War (2010), Environmental History: As If Nature Existed (2010) sowie Rethinking Environmental History: World-System History and Global Environmental Change (2007).
Außerdem gab McNeill Soils and Societies: Perspectives from Environmental History (2006) und Environmental History in the Pacific World (2001) heraus. Gemeinsam mit mehreren Mitherausgebern war er an der Berkshire Encyclopedia of World History (2005) und an der dreibändigen Encyclopedia of World Environmental History (2003) beteiligt. Zu seinen früheren Herausgeberschaften zählt Atlantic American Societies from Columbus to Abolition (1992). Die Herausgeberschaften zeigen, dass sein Arbeitsfeld sowohl globale Umweltveränderungen als auch Böden, den Kalten Krieg, den Pazifikraum, die atlantischen Gesellschaften und die Weltgeschichte umfasst.
Auszeichnungen und Fachaufsätze
Für seine Bücher erhielt McNeill mehrere Auszeichnungen. Mosquito Empires wurde mit dem Albert J. Beveridge Award und dem PROSE Award ausgezeichnet. Something New Under the Sun erhielt den World History Association Book Prize 2001 und wurde von der Zeitung The Times in eine Liste der besten wissenschaftlichen Bücher aufgenommen, die jemals geschrieben wurden. 2017 wurde McNeill in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Für 2018 wurde ihm der mit 200.000 US-Dollar dotierte A.H.-Heineken-Preis für Geschichte zugesprochen. 2021 wurde er auswärtiges Mitglied der Academia Europaea.
Seine ausgewählten Zeitschriftenbeiträge befassen sich unter anderem mit dem Anthropozän, dem Verhältnis von Menschheitsgeschichte und Böden sowie den Grundlagen der Umweltgeschichte. In dem Beitrag The Anthropocene: Are Humans Now Overwhelming the Great Forces of Nature von 2007, den McNeill mit Will Steffen und Paul J. Crutzen veröffentlichte, wird die Frage behandelt, ob Menschen inzwischen die großen Kräfte der Natur überwältigen. Der Beitrag The Anthropocene is functionally and stratigraphically distinct from the Holocene erschien 2016 unter Beteiligung von Colin N. Waters et al. In Breaking the Sod: Humankind, History, and Soil (2004) schrieb McNeill mit Verena Winiwarter über Menschheit, Geschichte und Boden. Sein Beitrag Observations on the Nature and Culture of Environmental History erschien 2003.