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Johann Georg August Wirth

Gemeinsam mit Philipp Jakob Siebenpfeiffer organisierte er 1832 das Hambacher Fest. Johann Georg August Wirth. Inhaltsverzeichnis. 1 Leben; 2 Denkmal; 3 …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und politische Ziele
  2. 2. Ausbildung, Journalismus und Verfolgung
  3. 3. Denkmal in Hof
  4. 4. Ehrungen und Erinnerungsorte
  5. 5. Wichtige Schriften

Bedeutung und politische Ziele

Johann Georg August Wirth (* 20. November 1798 in Hof (Saale); † 26. Juli 1848 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Jurist, Schriftsteller und Politiker im Vormärz. Bekannt wurde er vor allem als engagierter Kämpfer für Pressefreiheit, bürgerliche Rechte, deutsche Einheit und Freiheit. Gemeinsam mit Philipp Jakob Siebenpfeiffer organisierte er Ende Mai 1832 das Hambacher Fest.

Wirth verstand die freie Presse als wichtiges Mittel gegen politische Unterdrückung. In seiner Deutschen Tribüne schrieb er: „Die freie Presse ist die Schutzwehr der Völker gegen die Tyrannei der Machthaber.“ Beim Hambacher Fest rief er zur Bildung eines Bundes der Patrioten auf und ließ neben den „vereinigten Freistaaten Deutschlands“ auch ein „conföderirtes republikanisches Europa“ hochleben.

Ausbildung, Journalismus und Verfolgung

Wirth besuchte zunächst das Gymnasium in Hof und wechselte 1811 an die Königliche Studienanstalt in Bayreuth. Von 1814 bis 1815 lernte er am damaligen Egidiengymnasium in Nürnberg, dem heutigen Melanchthongymnasium. Dort wurde er unter anderem von dem Rektor und Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel geprägt. Nach dem Abitur studierte Wirth an der Friedrich-Alexander-Universität Rechtswissenschaft. 1817 war er Mitgründer und Ausschussmitglied der Erlanger Burschenschaft (Arminia), trat Anfang Januar 1818 jedoch aus und wurde Senior des Corps Franconia. 1818 erhielt er von der Universität das Consilium abeundi. Er blieb zeitlebens Corpsstudent.

Wirth arbeitete zunächst als Rechtsanwalt in Schwarzenbach an der Saale und ab 1823 in der Bayreuther Kanzlei von Gottlieb Keim. Eine juristische Laufbahn als promovierter Jurist blieb ihm verwehrt, weil er die Promotionsgebühren nicht bezahlen konnte. Anfang 1831 gab er auf eigene Kosten in Bayreuth die Zeitschrift Kosmopolit heraus, in der er die „Rückschritte der bayerischen Regierung“ kritisierte und Pressefreiheit forderte. Im selben Jahr zog er nach München und übernahm zunächst die Redaktion der regierungstreuen Zeitschrift Das Inland. Bald änderte er seine politische Richtung und gründete die Deutsche Tribüne, die beim Volk bekannt und bei den Fürsten berüchtigt wurde.

Wegen seiner politischen Veröffentlichungen wurde Wirth zunehmend verfolgt. Er nutzte die Lücken der Zensur und setzte sich weiterhin für die Stärkung bürgerlicher Rechte ein. Auch im Rheinkreis wurde seine Arbeit durch politische Zensur behindert; im März 1832 verbot der damalige Bundestag seine Zeitung. Wirth wurde Vorstandsmitglied des 1832 gegründeten Deutschen Vaterlandsvereins zur Unterstützung der freien Presse.

Nach dem Hambacher Fest kam Wirth in Untersuchungshaft und wurde nach Zweibrücken gebracht. Im Gefängnis verfasste er Die politische Reform Deutschlands. Im Juni 1833 sprach ihn das Geschworenengericht im Assisenprozess in Landau frei. Er verteidigte sich in einer achtstündigen Rede und erklärte die Fürsten zu Hochverrätern. Im November 1833 verurteilte ihn das Zuchtpolizeigericht Zweibrücken wegen Beleidigung inländischer und ausländischer Behörden zur Höchststrafe von zwei Jahren Gefängnis. Während seiner Haft in Kaiserslautern schrieb er die Fragmente zur Kulturgeschichte der Menschheit.

Nach seiner Freilassung im Dezember 1835 sollte Wirth in Passau noch eine Kontumazstrafe, also eine Verurteilung durch Nichterscheinen vor Gericht, verbüßen. Er floh jedoch. Ende Dezember 1836 kam er nach Frankreich, 1839 nach Kreuzlingen im Thurgau in der Schweiz. Dort redigierte er die Deutsche Volkshalle und die Geschichte der Deutschen. 1847 zog er nach Karlsruhe. In den preußischen Fürstentümern wurde er in die deutsche Nationalversammlung gewählt, starb jedoch kurz darauf am 26. Juli 1848 in Frankfurt am Main. Er wurde auf dem Hauptfriedhof beigesetzt; die Grabrede hielt Robert Blum. Sein Nachfolger in der Nationalversammlung wurde Julius Fröbel.

Denkmal in Hof

Zum 150. Todestag Wirths errichtete die Stadt Hof (Saale) 1998 ein Denkmal. Die Skulptur Tribüne II des Bildhauers Andreas Theurer erinnert an Wirths Einsatz für die Pressefreiheit. Sie stellt eine am Boden liegende, wellenförmige Zeitungsseite dar. Schwarze und weiße Pflastersteine bilden eine Oberfläche, die an ein Schriftbild erinnert. Eine Pixelschrift verweist auf die Gegenwart und lässt den Titel Deutsche Tribüne erkennen.

Das „D“ von „Deutsch“ fehlt. Dadurch sollte Wirths Einsatz für die deutsche Einheit nicht mit einem undifferenzierten Nationalismus verbunden werden. 2012 wurde das Denkmal von seinem ursprünglichen Standort in der Innenstadt entfernt und in verkleinerter Form bei der Freiheitshalle aufgestellt.

Ehrungen und Erinnerungsorte

Seit 2009 verleiht die Akademie für Neue Medien in Kulmbach, eine Einrichtung zur Journalistenausbildung, den Johann-Georg-August-Wirth-Preis. In Hof gibt es die Johann-Georg-August-Wirth-Realschule. Nach Wirth benannt sind außerdem die Wirthstraße in Hof und Bayreuth sowie die Dr.-Wirth-Straße in Neustadt an der Weinstraße und Haßloch. Eine Gedenktafel für Wirth und Gottlieb Keim befindet sich am Haus Ludwigstraße 25 in Bayreuth.

1998 erschien im Bundesarchiv in der Reihe Bibliothek Europäischer Freiheitsbewegungen der Band Johann Georg August Wirth, Die Rechte des deutschen Volkes. Eine Verteidigungsrede vor den Assisen zu Landau (1833). Sein Grab in Frankfurt wird als Ehrengrab bezeichnet.

Wichtige Schriften

Wirth veröffentlichte juristische, politische, historische und kulturgeschichtliche Schriften. Zu seinen frühen Arbeiten gehört der Entwurf eines Strafgesetzbuches von 1825, in dem er die Frage untersuchte, ob der bayerische Entwurf von 1822 den damals möglichen Grad an Vollständigkeit und Gerechtigkeit erreiche.

Zu seinen wichtigsten politischen Veröffentlichungen zählen Censurfreye Brochüren als Entschädigung für die Abonnenten des Inlandes (1831), die Deutsche Tribüne (1831–1832), Die politische Reform Deutschlands (1832), Das Nationalfest der Deutschen zu Hambach (1832) und Das Recht des deutschen Volkes und die Beschlüsse des Frankfurter Bundestages vom 28. Juni 1832. Während seiner Haft entstanden die beiden Teile der Fragmente zur Culturgeschichte (1835 und 1836).

Spätere Werke behandeln politische Reformbewegungen und deutsche Geschichte, darunter Die politisch-reformatorische Richtung der Deutschen im XVI. und XIX. Jahrhundert (1841), Denkwürdigkeiten aus meinem Leben (1844), die mehrbändige Geschichte der deutschen Staaten (1846–1847) und Ein Wort an die deutsche Nation (1848). Nach seinem Tod erschien 1849 J. G. A. Wirth’s Letztes Wort an die deutsche Nation mit Randglossen von M. Wirth.

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