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Internationaler Tag der Muttersprache

Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Bedeutung
  2. 2. Ziele des Gedenktags
  3. 3. Bedrohte Minderheitensprachen
  4. 4. Historischer Ursprung
  5. 5. Jährliche Themen

Kernidee und Bedeutung

Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag. Er dient der „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“. Er wird seit dem Jahr 2000 jedes Jahr am 21. Februar begangen.

Der Tag gehört zu einer größeren Initiative zum Schutz und zur Erhaltung aller Sprachen, die von den Völkern der Welt verwendet werden. Diese Initiative wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 16. Mai 2007 in der Resolution 61/266 verabschiedet. Eine ähnlich motivierte Initiative des Europarates ist der Europäische Tag der Sprachen.

Ziele des Gedenktags

Ein wichtiger Hintergrund ist, dass gut die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht ist. Die UNESCO will Sprachen als Zeichen kultureller Identität der Sprechenden fördern. Kulturelle Identität bedeutet hier, dass Sprache eng damit verbunden ist, wie Menschen ihre Herkunft, Gemeinschaft und Kultur ausdrücken.

Außerdem betont die UNESCO Fremdsprachenunterricht und Mehrsprachigkeit. Mehrsprachigkeit bedeutet, mehrere Sprachen zu verstehen oder zu verwenden. Sie gilt als Schlüssel zu gegenseitigem Verständnis und Respekt.

Bedrohte Minderheitensprachen

Der jährliche Gedenktag soll besonders auf Minderheitensprachen mit weniger als 10.000 Sprechern aufmerksam machen. In Deutschland wird als Beispiel Niedersorbisch genannt.

Viele solcher Sprachen werden nicht mehr an die nachfolgenden Generationen weitergegeben und geraten dadurch in Vergessenheit. Einige Sprachen mit teilweise weniger als hundert Sprechern sind noch nicht einmal erfasst und dokumentiert. Im Jahr 2005 lagen die Schwerpunkte auf der Gebärdensprache für Gehörlose und der Brailleschrift für Blinde.

Historischer Ursprung

Der 21. Februar geht auf Ereignisse in Dhaka im Jahr 1952 zurück. Damals beschloss die Regierung des damaligen Pakistans, Urdu zur alleinigen Amtssprache zu erheben, obwohl Urdu nur für 3 % der Bevölkerung Muttersprache war. In Ostpakistan wurde dagegen fast ausschließlich Bengalisch gesprochen.

Bei Protesten in Dhaka am 21. Februar 1952 schoss die Polizei auf Demonstranten; es gab Tote. Die fortwährende sprachliche und kulturelle Unterdrückung Ostpakistans führte schließlich 1971 zur Abspaltung und zur Gründung von Bangladesch. Dort wird der 21. Februar seitdem als Tag der Märtyrer begangen.

Auf Antrag von Bangladesch erklärte die UNESCO diesen Tag im November 1999 zum Internationalen Tag der Muttersprache. Am 16. Mai 2007 proklamierte die Generalversammlung der Vereinten Nationen außerdem das Jahr 2008 zum Internationalen Jahr der Sprachen.

Jährliche Themen

Der Internationale Tag der Muttersprache steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Diese Mottos zeigen, welche Aspekte von Sprache, Bildung und Gesellschaft jeweils besonders betont werden.

Beispiele sind „Languages and Cyberspace“ im Jahr 2006, „Languages matter!“ im Jahr 2008 und „Mother tongue instruction and inclusive education“ im Jahr 2012. In späteren Jahren standen unter anderem mehrsprachige Bildung, nachhaltige Entwicklung, Inklusion, Technologie im mehrsprachigen Lernen und generationsübergreifendes Lernen im Mittelpunkt. Für 2025 wird die „Silver Jubilee Celebration of International Mother Language Day“ genannt, für 2026 „Youth voices on multilingual education“.

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