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Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten

Weltanschauungsfreiheit, Selbstbestimmung und Toleranz · Trennung von Staat und Kirche · Förderung vernunftgeleiteten Denkens · Aufklärung über Wesen, Funktion, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Entstehung und Mitglieder
  3. 3. Ziele und praktische Arbeit
  4. 4. Preise und angeschlossene Verbände

Überblick

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e. V. (IBKA) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Er ist ein Interessenverband für konfessionslose und für „zwangskonfessionalisierte“ Menschen. Sein Schwerpunkt ist die Weltanschauungsfreiheit, also die Freiheit jedes Menschen, eine religiöse oder nichtreligiöse Überzeugung zu haben und zu vertreten. Vorsitzender und Geschäftsführer ist Rainer Ponitka.

Der IBKA vertritt religionskritische, atheistische und agnostische Positionen. Er versteht sich dabei nicht als Weltanschauungsgemeinschaft, sondern als politische Interessenvertretung.

Entstehung und Mitglieder

Der Verband ging aus dem 1972 gegründeten Berliner Bund der Konfessionslosen hervor. 1976 wurde in Berlin der Internationale Bund der Konfessionslosen gegründet; 1982 erhielt er seine heutige Bezeichnung.

Nach eigener Angabe hatte der Verein 2014 rund 1100 Einzelmitglieder und zwölf korporative Mitglieder. Im Oktober 2015 trat mit der türkischen Ateizm Derneği erstmals ein nichtdeutscher Verband dem IBKA bei.

Ziele und praktische Arbeit

Nach seiner Satzung verfolgt der IBKA vor allem diese Ziele: die Durchsetzung der Menschenrechte, besonders der Weltanschauungsfreiheit, als Individualrechte; die konsequente Trennung von Staat und Kirche; die Förderung vernunftgeleiteten Denkens; sowie Aufklärung über Wesen, Funktion, Strukturen und Herrschaftsansprüche von Religionen.

Als „zwangskonfessionalisiert“ gilt dem IBKA, „wer gegen seine Überzeugung einer religiösen Gemeinschaft nur deshalb angehört, weil er/sie hierzu aus ökonomischen oder sozialen Gründen gezwungen ist“ (§ 5.2 der IBKA-Satzung). Der Verband berät unter anderem zum Kirchenaustritt. Ein Vorstandsamt kann nur übernehmen, wer keiner religiösen Gemeinschaft angehört.

Der IBKA gehört der Atheist Alliance International und dem Koordinierungsrat säkularer Organisationen an. Er gibt die Quartalsschrift „Materialien und Informationen zur Zeit“ (MIZ) heraus, die 1972 begründet wurde, und betreibt seit 2003 das Forum „Freigeisterhaus“, eine deutschsprachige Online-Community für Atheisten und Agnostiker. Er unterstützte die Säkulare Buskampagne 2009 und 2019. Außerdem fordert er, kirchliche Veranstaltungen wie den Deutschen Katholikentag nicht aus städtischen Kassen zu bezuschussen. 2024 unterstützte er die Kampagne „Free Charlie“ zur Abschaffung des von ihm so genannten „Gotteslästerungsparagraphen“ § 166 StGB.

Preise und angeschlossene Verbände

Von 2000 bis 2006 verlieh der IBKA fünf Mal den Erwin-Fischer-Preis. Ausgezeichnet wurden Personen und Organisationen, die sich besonders für Weltanschauungsfreiheit, die Trennung von Staat und Kirche, vernunftgeleitetes Denken und Religionsaufklärung einsetzten.

Seit 2008 verleiht der Verband in der Regel alle zwei Jahre den IBKA-Preis „Sapio“. Der Name geht auf das lateinische „sapere“ („wissen“) zurück. Neben den genannten Zielen würdigt der Preis Selbstbestimmung und Toleranz, nichtreligiöse pädagogische, soziale und kulturelle Angebote sowie humanitäre Hilfsmaßnahmen durch Nichtreligiöse. Als Beispiele nennt der Artikel 2010 Oswalt Kolle für sexuelle Selbstbestimmung und 2020 Maryam Namazie; ihre Auszeichnung wurde am 10. September 2022 in Köln verliehen.

Zu den korporativen Mitgliedern gehören Gesamtorganisationen und Regionalgruppen größerer Organisationen. Genannt werden unter anderem die Ateizm Derneği aus der Türkei, das Atheist Centre aus Indien, deutsche Freidenker- und Aufklärungsvereine, Regionalgliederungen des Bundes für Geistesfreiheit sowie die Richard Dawkins Foundation for Reason and Science aus den Vereinigten Staaten.

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