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Internationale Schule

Internationale Schulen werden von Auslandsschulen und bilingualen inländischen Schulen unterschieden, wobei die Übergänge im Einzelfall fließend sind.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Kennzeichen
  2. 2. Abgrenzung zu ähnlichen Schularten
  3. 3. Trägerschaft, Lehrpläne und Entwicklung
  4. 4. Situation in Deutschland
  5. 5. Österreich und Frankreich

Begriff und Kennzeichen

Eine Internationale Schule ist eine Bildungseinrichtung, deren Bildungsziele, Lehrpläne und Abschlüsse sich an einer für das Sitzland ausländischen oder an einer globalen Bildungskultur orientieren. Sie kann auch ausländische Schulformen verwenden. Unterrichtssprache ist meist Englisch; die Schulen vergeben meist internationale Abschlüsse.

Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet. Als mögliche Kennzeichen gelten: eine auf andere internationale Schulen übertragbare Ausbildung, eine mobile Schülerschaft mit vielen Expatkindern, eine mehrsprachige und multinationale Schüler- und Lehrerschaft sowie Offenheit für verschiedene Herkünfte. Häufig gehört ein international anerkannter Lehrplan dazu, etwa IGCSE oder IBDP. Das IBDP ist das Diploma Programme des International Baccalaureate. Internationale Akkreditierungen können beispielsweise vom Council of International Schools oder dem International Baccalaureate stammen. In der Regel wird auf Englisch unterrichtet und mindestens eine weitere Sprache gelernt.

Umstritten ist, ob schon Lehrplanthemen wie internationale Geschichte, Kultur und Perspektiven oder eine bestimmte Unterrichtsmethodik eine Schule international machen. Pädagogen sind sich über die Kriterien nicht vollständig einig.

Abgrenzung zu ähnlichen Schularten

Auslandsschulen werden meist von einem anderen Staat betrieben oder durch diesen mit Geld und entsandten Lehrkräften unterstützt. Sie sind Teil der auswärtigen Kulturpolitik, arbeiten in der Regel nach dem Lehrplan des unterstützenden Staates und vergeben dessen Abschlüsse. Sie können zusätzlich „international“ heißen, wenn sie als Begegnungsschulen auch für Kinder des Sitzlandes und andere internationale Schülerinnen und Schüler offen sind und internationale oder ergänzte Abschlüsse anbieten. Die Grenzen zur klassischen Internationalen Schule können fließend sein.

Europäische Schulen sind keine Privatschulen. Die Mitgliedstaaten der EU tragen sie vor allem für Kinder von EU-Bediensteten. Sie haben bis zu 15 Sprachabteilungen je Schule, Lehrkräfte werden teilweise aus den Mitgliedstaaten entsandt, und der Abschluss ist das Europäische Abitur. Sie sind nicht mit Europaschulen in einigen deutschen Ländern gleichzusetzen.

Bilinguale inländische Schulen bleiben reguläre Schulen des jeweiligen Landes: Sie folgen dem nationalen Lehrplan und vergeben nationale Abschlüsse. Sie bieten verstärkten Fremdsprachenunterricht oder unterrichten einen Teil der Sachfächer in einer Fremdsprache.

Trägerschaft, Lehrpläne und Entwicklung

Klassische Internationale Schulen sind in der Regel Privatschulen. Ihr Schulgeld ist meist hoch, weil sie normalerweise keine öffentliche Finanzierung für Personal- und Sachkosten erhalten. Eine Finanzierung durch das Sitzland ist eher möglich, wenn die Schule als inländische bilinguale Schule nach dem inländischen Lehrplan arbeitet; Auslandsschulen können durch ihren ausländischen Staat bezuschusst werden.

Viele Schulen wollen Weltbürgerschaft, Pluralismus und interkulturelles Verständnis durch globale Perspektiven fördern. Häufig verwendete Programme sind das International Baccalaureate (IB), Cambridge Assessment International Education und Advanced Placement. In der Grundschule ist das International Primary Curriculum (IPC) bedeutsam; außerdem gibt es die private Organisation Edexcel. Das IB ermöglicht in zahlreichen Ländern den Hochschulzugang.

Nach ISC Research gab es 2020 weltweit 11.616 Internationale Schulen mit etwa 969.000 Schülerinnen und Schülern; an anderer Stelle wird die Zahl mit über 11.000 angegeben. 33 % waren bilingual, meist mit Englisch als Hauptsprache. 52 % boten ein britisch geprägtes Programm, rund 20 % das IB-Programm und etwa 21 % eine US-amerikanische Bildung an. Der Council of International Schools (CIS) ist ein bedeutender Dachverband, der European Council of International Schools (ECIS) ein europäischer.

Internationale Schulen erzielten laut den genannten Statistiken überdurchschnittliche Ergebnisse: Im IBDP lag der Durchschnitt bei 33,6 von 45 Punkten gegenüber 29,63 weltweit. Bei Advanced Placement betrug die durchschnittliche Prüfungsnote 3,54 gegenüber 2,91 weltweit; die Höchstnote ist 5. Bei International A-Levels erreichten 34 % eine A-Note, im Vereinigten Königreich 25,5 %. In den letzten 10 Jahren nahmen das National Curriculum of England und das Cambridge Curriculum zu; außerdem werden häufiger hybride Lehr- und Lernmodelle eingesetzt.

Situation in Deutschland

Internationale Schulen in Deutschland vergeben teilweise keine deutschen Abschlüsse. Nach der 12. Klasse kann das International Baccalaureate abgelegt werden. Bei entsprechender Fächerwahl ist das IB-Diplom nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10. März 1986 in der Fassung vom 26. Juni 2009 als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt.

Diese Schulen sind meist Ergänzungsschulen. Schulpflichtige Kinder können durch ihren Besuch aufgrund internationaler oder bilateraler Abkommen oder nach den Schulgesetzen der Länder der Schulpflicht genügen. Anerkannte Ersatzschulen unterrichten dagegen nach deutschen Lehrplänen und können deutsche Abschlüsse vergeben. Zu den genannten Schulen mit Deutschem Abitur und Mittlerer Reife gehören Schulen in Barleben, Berlin, Friedrichshafen, Ingolstadt, Paderborn, Rostock/Schwerin und Stuttgart-Fellbach.

Als Ergänzungsschulen erhalten klassische Internationale Schulen keine staatliche Schulfinanzierung und werden über hohe Gebühren finanziert. Sie unterliegen nicht dem Sonderungsverbot nach den Besitzverhältnissen der Eltern, das für private Ersatzschulen gilt. Bei Steuerpflicht der Eltern in Deutschland sind die Gebühren häufig als Sonderausgaben absetzbar.

Ihre Zahl steigt unter anderem wegen internationaler Unternehmen und einer stärker internationalisierten Belegschaft. Für Familien, die später in ein anderes Land ziehen, kann ein Schulwechsel leichter sein. Ohne Deutschkenntnisse ist besonders für ältere Kinder die altersgerechte Einstufung in das deutsche Schulsystem oft schwierig.

Österreich und Frankreich

In Österreich bezeichnet „Internationale Schule“ erstens eine amtliche Schulform mit ausländischem oder nichtösterreichischem Lehrplan. Sie gehört zu den allgemeinbildenden Statutschulen, also Schulen mit autonomer Organisationsform. Für 2019/2020 nennt die Übersicht 8 Schulen und 3.124 Schülerinnen und Schüler; nach ISC Research soll es 2013 in beiden Bedeutungen etwa 30 Internationale Schulen gegeben haben. Zu den genannten Formen gehören französische, US-amerikanische, japanische, saudische, schwedische und weitere Schulen sowie Schulen mit IB-Programmen.

Zweitens kann der Ausdruck in Österreich ein Name für Regelschulen sein, die im Rahmen der Schulautonomie mehrsprachig unterrichten. Beispiele sind die Linz International School Auhof als bilingualer Zweig des BG Europagymnasium Auhof, die Graz International Bilingual School und das International Business College Hetzendorf. Verwandt ist die Europäische Mittelschule Neustiftgasse, die an das seit 1992/93 laufende Konzept Vienna Bilingual Schooling anknüpft. Daneben bestehen öffentlich-rechtliche mehrsprachige Schulen für Minderheitensprachen und zahlreiche private Schulen verschiedener Nationalitäten.

Für Frankreich wird die American School of Paris genannt. Sie richtet sich an US-amerikanische und kanadische Bürger sowie Franzosen, umfasst Vorschule bis zur 12. Schulstufe nach amerikanischem Lehrplan und verbindet das U.S. diploma program mit IB-DP, AP-Klassen und post-graduate-Angeboten.

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