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Ich beichte
In den Hauptrollen agieren Montgomery Clift als katholischer Priester William Logan, Anne Baxter als Ruth Grandfort und Karl Malden als Inspektor Larrue sowie …
Inhalt5 Abschnitte
Film und zentraler Konflikt
Ich beichte (Originaltitel: I Confess) ist ein US-amerikanischer Film-Noir von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1953. Der 91 Minuten lange, englischsprachige Film spielt im kanadischen Québec. Grundlage ist das französische Theaterstück Nos deux consciences von Paul Anthelme aus dem Jahr 1902; das Drehbuch stammt von George Tabori und William Archibald.
Im Mittelpunkt steht der katholische Priester Pater Michael W. Logan. Er erfährt in einer Beichte, wer einen Mord begangen hat, darf dieses Wissen wegen des Beichtgeheimnisses aber nicht weitergeben. Das Beichtgeheimnis verpflichtet Priester, Inhalte einer Beichte geheim zu halten. Dadurch gerät Logan selbst unter Mordverdacht und muss zwischen seiner persönlichen Entlastung und seiner religiösen Verpflichtung wählen.
Mord, Verdacht und Prozess
Otto Keller, ein deutscher Emigrant und Hausmeister einer katholischen Kirche, bricht beim Rechtsanwalt Villette ein und tötet ihn, als Villette ihn überrascht. Keller trägt bei seiner Flucht eine Priesterrobe. Danach beichtet er Pater Logan die Tat. Logan verlangt, Keller solle das gestohlene Geld zurückbringen, verrät ihn jedoch nicht.
Zwei Mädchen haben zur Tatzeit einen Priester aus Villettes Haus kommen sehen. Da andere Priester Alibis besitzen und Logan keine Erklärung für seinen Aufenthalt geben kann, gerät er in den Fokus von Inspektor Larrue. Logan verschweigt außerdem, weshalb er Villette aufsuchen wollte und wer die Frau war, die er vor dem Haus traf.
Die Frau ist Ruth Grandfort, die mit dem Politiker Pierre Grandfort verheiratet ist. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren Ruth und Logan ein Paar. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg hatte Logan erfahren, dass Ruth inzwischen verheiratet war; später ließ er sich zum Priester weihen. Villette erpresste Ruth, weshalb sie Logan um Hilfe bat. Am Abend des Mordes versprach Logan, Villette aufzusuchen.
Ruth erklärt, bis 23 Uhr mit Logan zusammen gewesen zu sein. Der Obduktionsbefund legt die Tatzeit jedoch auf etwa 23 Uhr 30 fest. Ihre Aussage liefert Logan daher kein Alibi, sondern belastet ihn zusätzlich, weil nun ein mögliches Motiv sichtbar wird. Keller versteckt die beim Mord getragene Soutane in Logans Zimmer und sagt später falsch aus, Logan sei erst nach Mitternacht in die Kirche zurückgekehrt.
Auflösung
Logan wird angeklagt. Im Prozess versucht Staatsanwalt Willy Robertson, eine fortgesetzte Beziehung zwischen Ruth und Logan darzustellen. Logan widerspricht Kellers Lüge, nennt aber den Täter nicht, da er an das Beichtgeheimnis gebunden ist.
Die Geschworenen sprechen Logan trotz der Indizien frei; der Richter hält dies erkennbar für ein Fehlurteil. Außerhalb des Gerichts verurteilt ihn die Menge dennoch. Alma Keller, Ottos Ehefrau, bricht unter dem Druck zusammen und will Logan entlasten. Bevor sie Otto als Mörder benennen kann, erschießt dieser sie.
Keller flieht in das Hotel Château Frontenac. Als er dort gestellt wird, gesteht er die Tat, weil er glaubt, Logan habe sein Schweigen gebrochen. Keller wird angeschossen. Sterbend bittet er Logan um Vergebung; Logan erteilt ihm die Absolution, also die Vergebung der Sünden im katholischen Verständnis.
Entstehung und Gestaltung
Hitchcock beschäftigte sich jahrzehntelang mit dem Stoff, weil ihn der Konflikt eines Priesters faszinierte, der sich nur durch einen Bruch des Beichtgeheimnisses vom Mordverdacht befreien könnte. Von der ursprünglichen Theaterstückvorlage blieb nach den Überarbeitungen vor allem die Grundidee. Hitchcock entwickelte außerdem das Motiv der Schuldübertragung weiter: Der tatsächliche Täter lenkt den Verdacht auf einen Unschuldigen.
Québec wurde als Schauplatz gewählt, weil die katholisch geprägte Umgebung mit Kirchen sowie engen und steilen Straßen den religiösen Konflikt für ein US-amerikanisches Publikum verständlicher machen sollte. Montgomery Clift spielt Logan zurückhaltend und beinahe fatalistisch; dies verleiht dem Film eine beklemmende Atmosphäre.
Der Film ist Hitchcocks vorerst letzter Schwarzweißfilm. Hervorgehoben wurden seine Bildsprache, das Spiel mit Licht und Schatten, die Kameraführung von Robert Burks, die Bildkomposition und visuelle Details. Die Figur Alma Keller trägt den Namen von Hitchcocks Ehefrau Alma Reville; laut Artikel spiegeln die Beziehung zwischen Otto und Alma sowie das Motiv des Fremden in der neuen Heimat Hitchcocks persönliche Stimmung sieben Jahre nach dem Krieg wider.
Weitere Angaben und Rezeption
Hitchcock ist zu Beginn des Films als Fußgänger am Kopf einer großen Freitreppe zu sehen. Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1953 bei der Deutschen Mondial Film GmbH in Berlin. Paul-Edwin Roth sprach Pater Logan, Tilly Lauenstein Ruth Grandfort, O. E. Hasse Otto Keller und Heinz Engelmann Inspektor Larrue.
Bei der Veröffentlichung wurde der Film von Publikum und Kritik schlecht aufgenommen. Kritisiert wurden die Grundkonstellation des Priesters, der das Beichtgeheimnis sogar über das eigene Leben stellt, das Fehlen des für Hitchcock typischen Humors sowie ein als schleppend empfundenes Drehbuch. Variety lobte Montgomery Clift und die interessante Grundidee, hielt den Film aber für weniger spannend als erwartet.
Später überwog eine positive Rezeption. Hervorgehoben wurden die psychologischen und theologischen Konflikte, die Leistung Clifts und die technische Gestaltung. Zugleich bezeichneten manche Bewertungen den Konflikt oder das Finale als konstruiert beziehungsweise nicht ganz überzeugend. Der Filmhistoriker David Shipman nannte I Confess 1986 technisch einen von Hitchcocks brillantesten Filmen.