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Iberischer Block
Als Bloco Ibérico, deutsch Iberischer Block oder port. und span. „pacto ibérico“, bezeichnet man den Pakt zwischen dem franquistischen Spanien und dem …
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Gegenstand und Grundfunktion
Der Iberische Block, portugiesisch und spanisch „pacto ibérico“, war ein Pakt zwischen dem franquistischen Spanien und dem salazaristischen Portugal. Er bestand seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die Zeit des Kalten Krieges. Unterzeichnet wurde er am 17. März 1939 zunächst als Portugiesisch-spanischer Freundschafts- und Nichtangriffspakt. Der Pakt sollte die Beziehungen zwischen beiden Staaten verbessern und gegenseitige Angriffe ausschließen. Später wurde er auch als gegenseitiger Verteidigungsvertrag bezeichnet.
Der Vertrag musste alle zehn Jahre erneuert werden. Er blieb bis zu seinem Ende ungekündigt und wurde 1977 durch das portugiesisch-spanische Freundschafts- und Kooperationsabkommen ersetzt. Dies geschah nach der Rückkehr zur Demokratie in Portugal 1974 durch die Nelkenrevolution und in Spanien 1975 nach Francos Tod. Ungeklärte Fragen zwischen beiden Ländern, etwa die Olivenza-Frage, wurden durch den Pakt nicht gelöst, sondern ausgespart.
Entstehung und Festigung
Die politischen Wurzeln des Paktes lagen in der inoffiziellen, aber vielfältigen Unterstützung, die der portugiesische Diktator Salazar dem späteren spanischen Diktator Franco während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) gewährte. Beide Regime verbanden ein tiefer Antikommunismus, die betonte Katholizität und die Ablehnung der liberalen Demokratie.
Im September 1938 schlug Nicolas Franco, der Bruder Francos und spanische Botschafter in Portugal, Salazar während der Sudetenkrise einen Nichtangriffspakt vor. Am 17. März 1939 schlossen Franco und Salazar den portugiesisch-spanischen Nichtangriffs- und Freundschaftspakt. Im Mai 1940 bestätigten beide Staaten ihn in einer gemeinsamen offiziellen Erklärung. Nach der Niederlage Frankreichs folgte am 29. Juli 1940 ein Zusatzprotokoll.
Am 12. Februar 1942 trafen sich Franco und Salazar im spanischen Sevilla zu Gesprächen im Rahmen des Abkommens. Dabei wurde der Pakt fortan als Pacto Ibérico bezeichnet. Offiziell erhielt er diesen Namen am 21. Dezember 1942 anlässlich des Besuchs des spanischen Außenministers in Lissabon.
Erneuerungen und politische Bedeutung
Am 20. September 1948 wurde der Pakt um zehn Jahre verlängert. Eine Belastungsprobe entstand 1949 durch Portugals NATO-Beitritt: Portugal gehörte zu den Gründungsmitgliedern, während Spanien zu den Vorgesprächen 1948 nicht eingeladen worden war. Spanien befürchtete deshalb eine mögliche Verletzung des Pacto Ibérico, weil Portugal seinen spanischen Verbündeten nicht frühzeitig informiert habe und Spanien nun schutzlos zurückbleiben könne. Nach diplomatischen Bemühungen wurde die Verstimmung beigelegt. Eine spanische Neuinterpretation des Zusatzprotokolls von 1940 ermöglichte die Fortsetzung des Paktes; eine gemeinsame Erklärung vom 30. März 1949 bestätigte sein Weiterbestehen unabhängig von einer NATO-Mitgliedschaft Portugals. Salazar forderte danach wiederholt Spaniens Aufnahme in die NATO.
1958 wurde der Pakt als gegenseitiger Verteidigungsvertrag für weitere zehn Jahre erneuert. Im Mai 1970 erfolgte anlässlich eines Besuchs des portugiesischen Regierungschefs Marcelo Caetano in Spanien eine weitere Erneuerung um zehn Jahre.
Die Bedeutung des Paktes war überwiegend politisch-diplomatisch und kaum praktisch. Eine Ausnahme bildete die militärische Beistandserklärung, deren Aktivierung jedoch zu keinem Zeitpunkt unmittelbar bevorstand. Beide Länder konnten ihre klerikalfaschistischen Regime ideologisch gegenseitig bestätigen und ihre Neutralität im Zweiten Weltkrieg zwischen den Achsenmächten und den Alliierten festigen. Spanien gewann dadurch etwas Abstand zur deutsch-italienischen Umklammerung, Portugal etwas mehr Spielraum gegenüber seinem Bündnispartner Großbritannien. Möglicherweise spielten auch die Eroberungspläne Nazideutschlands für die Iberische Halbinsel, die unter dem Namen Unternehmen Isabella geplant waren, eine Rolle. Vor allem ab 1946 half der Pakt Spanien, seine zunehmende internationale Isolation zu überwinden.